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Denkste das Boot schafft das ???
Klar, mit diesen Worten und dem Tackle
von drei Anglern auf einem 3.2m Schlauchboot legen Bemmy,
Leon und ich am späten Freitagnachmittag ab. Das
Hochwasser stemmt sich mit seiner ganzen Power gegen uns,
doch unser tapfer kämpfender Motor, meistert die Situation
gekonnt. Der für diese Nacht ausgewählte Platz passt auf
die Verhältnisse wie angegossen. Unsere Montagen liegen
gefächert in den Strömungsschatten, die die Beschaffenheit
des Platzes entstehen lässt. |
Diese bieten den
Futterfischen eine willkommene Gelegenheit dem „Gegenwind“
zu entkommen. Dies weiß unser gebartelter Freund
allerdings auch … so hoffen wir zumindest. Wir sitzen
hinter unseren Stecken, die Sonne ist längst verschwunden
und die Temperaturen lassen uns spüren, dass der Sommer
wohl auf dem Rückzug ist. Der Nebel umhüllt unsre Lager
und bringt eine ganz besondere Stimmung mit sich. Nichts
ist zu hören: Keine Raubgeräusche, keine Heuschrecken,
keine Frösche, keine nervös zitternden Glöckchen.
Sollte es unter der
Wasseroberfläche etwa genauso totenstill sein
Abwarten ... Der Abend plätschert so dahin, bis ein
leises Anklingeln unser Gespräch beendet. Dreimal
Pulsschlag bis in den Hals, 6 weit aufgerissene Augen und
eine Rute, die so langsam nach vorne kippt, dass das
Aalglöckchen stumm bleibt. Mein Anhieb stößt auf
Gegenwehr! Einige Augenblicke vergehen, bevor der schöne
Silure das Wasser vor unseren Füßen zum Kochen bringt. Die
Matte liegt bereit und Bemmy kniet bereits wartend am
Ufer, als der Fisch zur letzten beherzten Flucht ansetzt
und uns mit einem kräftigen Schwanzschlag zum zweiten
Sieger macht. „Weg!“…“Wie weg!?“…“Ja, weg ….
ausgeschlitzt, SCHEIßE!!!!“
Einige Minuten des Schweigens vergehen, als Bemmy mit
einem „Aaach, der Nächste kommt!“, die Stimmung
auflockert. „Ja, was soll‘s, wir haben ihn ja gesehen, das
ist die Hauptsache“, einigen wir uns und verziehen uns
wenig später mit gemischten Gefühlen in die Kojen.
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Piep, Piep, Piep ...
nein kein Biss, es ist 04:30 Uhr und
Bemmy muss nun den unbeliebten Gang zur Samstagsschicht
antreten. Leute, ich kann euch sagen, so schlimm‘ s für
den Betroffenen auch sein mag: Samstagsmorgens von einem
Wecker geweckt zu werden und nicht wie unter der Woche in
Hektik verfallen zu müssen, ums noch rechtzeitig zur
Arbeit zu schaffen, sondern noch einmal auf die Knickis zu
glotzen, dem Kumpel „frohes Schaffen“ zu wünschen, um dann
genüsslich wieder wegzuratzen ist ein Gefühl, das mit
keinem Geld der Welt zu bezahlen ist!
Gefühlte zwanzig Stunden später werde ich erneut wach.
Mit verpennten Augen gucke ich aus dem Shelter aufs
Wasser. Hell ist es nun, doch der Nebel bleibt hartnäckig
und erschwert nach wie vor die Sicht. Ich sehe im Nebel
die Umrise eines großen, dicken Baumes, oder einer
Baumwurzel, die den Fluss hinunter treibt…“Was ein Baum!?
Hier!?!?!“, hinterfrage ich mich. Als dieser dann auch
noch beginnt abwechselnd mit seinem Ästen zu zucken, reibe
ich mir erstmal den Schlaf aus den Augen um dann zu
erkennen, dass dies kein Baum, sondern ein Boot mit 3
Zanderanglern ist. Diese hatten wohl eine unsrer U-Posen
auf dem Echolot und zockten jetzt aufgeregt ihrem
Traumzander entgegen, der zwar da zu sein scheint, aber
eben nicht beißt ... seltsam. Als ich Leon, der
mittlerweile auch aus der Totenstarre erwacht ist auf
diese Freakshow aufmerksam mache beschließen wir
„vorsichtshalber“ noch eine Stunde zu pennen. Besser ist
das.
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Trotz dieses eher entspannten
Vormittags schaffen wir es ...
unser Camp schon am frühen Nachmittag
an einem neuen Platz zu errichten. Nachdem wir den Plan
für die kommende Nacht besprochen und die Ausleger
angebunden haben, gönnen wir uns noch ein paar gute
„Schwenker“, bevor wir auch den Welsen ein paar geschuppte
Happen auftischen. Die Fischaktivität an diesem Abend ist
wesentlich höher als tags zuvor. Unsere Köder stehen unter
Dauerstrom und wir blicken optimistisch gen Rutenspitzen.
Als wir am Sonntagmorgen erwachen, sind unsere Kleider
nass und voller Schlamm, die Hände verkratzt und zerbissen
und im Setzkescher zieht eine kleine Karausche einsam ihre
Kreise.
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Die Welse hatten uns eine
spannende und ziemlich schlaflose Nacht beschert ...
Ständig war irgendwo Aktion an den Ruten, oft hieß es
„haben wir noch nen Stein?“ „Holst du mal nen neuen Köfi?“
Völlig geplättet richte ich mich auf, auch Leon ist wach.
Während das Kaffeewasser zu kochen beginnt, trage ich die
Fische der Nacht ins Fangbuch ein. Es sind keine Riesen,
die ich an diesem Morgen dort in die Liste einreihe, doch
bei fünf Bissen und vier Fischen wissen wir auch ohne
blaue Flecken an den Oberschenkeln und Leisten und ohne
Muskelkater und Rückenschmerzen, dass es ein erfolgreicher
Ansitz war. Den besten Fisch im Drill verloren zu haben
ist schade, aber was soll‘s. Der kommt wieder und ist dann
sicher nicht kleiner.
Ich klappe das Fangbuch zu, wir trinken unsren Kaffee,
packen unsren zugematschten Kram und treten die Heimreise
an.
Gruß Hannes
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