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von Frank Kapischke

 

 
Eine Tour an den Doubs ...
 

hatte ich mir eigentlich schon länger vorgenommen. Alten Urlaub den ich verbraten musste war auch noch da und Kai meinte, dass sie zu dritt eine Tour an den Doubs geplant hätten und ich doch mitkommen solle. Gesagt getan, der Urlaub war schnell eingereicht und die Vorfreude war da.

Da von uns bisher noch keiner am Doubs war, mussten wir uns auf die wenigen Infos verlassen, die wir im Vorfeld sammeln konnten. Die wichtigste Info, die wir zum Glück beherzigt hatten, gleich vorneweg: der ausreichende Köfifang ist (zumindest in diesem Abschnitt) schier unmöglich. Also muss man am Besten Köfis mitnehmen oder dort unten kaufen. Zu unseren Fangversuchen später noch mehr. Direkt vor der Abreise mussten wir dann aber erfahren, dass Kai und Sven umdisponierten und stattdessen an den Po gefahren sind. Für Holger und mich stand aber gleich fest, dass wir uns den Doubs auf jeden Fall anschauen würden.
 

Am 14.07. war es dann auch schon soweit ...
 

Holger hatte noch vormittags sein Abschlussgespräch für die Meisterprüfung. Ich saß zuhause schon auf heißen Kohlen, dann kam sein Anruf: „Es kann losgehen!“. Also Holger eingepackt, Boot rangehangen und ab Richtung Frankreich. Auf der Fahrt wurden Erinnerungen an meine erste Frankreich-Tour im Vorjahr wach. Beim Saarwaller-Event an der Saone hab ich zwar viele nette Leute kennengelernt und auch Mordsspaß gehabt, der Fangerfolg war dagegen aber mehr als bescheiden. Das sollte diesmal doch hoffentlich besser werden!?

Mit den letzten paar Tropfen Sprit sind wir nach einer sehr relaxten Fahrt von der Autobahn runter. Also erstmal an die Tanke. Die hatte jedoch geschlossen. Hhhm, da wars mir dann auch wieder eingefallen, 14. Juli ist Nationalfeiertag in Frankreich. Da hat mal gar nichts offen. Hauptproblem war, unsere Getränke wollten wir hier kaufen. Mist! Half aber alles nichts, da musste ich wohl am zweiten Tag nochmals losziehen.

Am Wasser angekommen waren wir sofort Feuer und Flamme. Vor uns lag ein absolut natürliches Gewässer, klarstes Wasser mit einer Sichttiefe bis zu 3 m. Jedoch meist flach, schnellfließend und reichlich Kiesbänke. Genauso wie man sich ein Gewässer der Barben- und sogar Forellenregion vorstellt. Aber Waller? Würden wir hier wirklich lohnenswerte Stellen finden?
 


Nachdem das Boot gepackt war, gings nun endlich auf den Fluß ...
 

Bereits nach 200m mussten wir aber das erstemal den Motor hochklappen und hoffen, dass wir über die erste Flachstelle treiben. Dies war immer wieder der Fall, da sich Flachwasserstellen und auch Krautbänke nur so aneinanderreihten. Abenteuer pur! Flußabwärts machte das auch noch richtig Spaß, immer Hinterkopf fragte ich mich aber bereits wie wohl der Rückweg morgen zum Einkaufen werden würde.

Zunächst genossen wir aber noch die „Abfahrt“. Teils unberührte Natur, eine üppige Vegetation, viele Silberreiher an den Ufern. Hier sei gleich gesagt, dass man sich hier in einem Naturreservat bewegt und sich deshalb unbedingt an die geltenden Regelungen halten sollte. Vor allem die Betretungsverbote für Inseln und Uferabschnitte sind zu beachten! Dann gibt’s auch keine Probleme mit der Garde du Peche!
 

Und dann kamen auch schon die ersten guten Stellen ...
 

Flaches Wasser floss über größere Steine und der Grund brach auf 5-6, teilweise über 7 m tief ab. Hier bildeten sich dann auch Pools, in denen sich doch ein Versuch lohnen sollte. Wir entschieden uns dann für einen Pool, der zwar nicht sonderlich groß war, dafür aber einen absolut unbefischten Eindruck machte. Beim Auspacken setzte dann der Regen ein. „Na klasse, fängt ja schon mal gut an!“ Immerhin konnten wir aber so auch ein wenig Regenwasser zum Trinken sammeln. In den drei Regenpausen, die wir in den nächsten Stunden hatten, kamen dann auch unsere ersten drei Bisse, die wir alle verwerten konnten. Zwar keine Riesen, wir freuten uns aber trotzdem riesig über den sehr guten Anfang.
 


Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf zum Einkauf ...
 

Ohne Gepäck kam ich zwar gut vorwärts, aber an der ersten „Stromschnelle“ war dann erst mal Schluss. Also raus aus dem Kahn und ziehen. Das klappte soweit, die wirkliche Herausforderung kam dann aber bei der ersten Krautbank. Hier war das Wasser hüfttief und die Strömung machte ordentlich Druck. Beim Wiedereinsteigen musste ich an dieser Stelle bereits außerhalb des Bootes den Motor starten, einen Gang einlegen und mich beim Losfahren rechtzeitig ins Boot ziehen. Anders wäre ich sonst wieder über das Krautfeld abgetrieben. Schließlich kam ich aber, nicht ohne kleinere Blessuren, am Auto an und konnte uns somit mit Bier und Wasser eindecken! Juhuu!

Am Platz zurückgekommen, erwartete mich Holger dann schon durstig und leicht frustriert. Sämtliche Feederversuche maßige Köderfische zu fangen waren fehlgeschlagen. Dafür gabs aber erstmal ein kühles Bierchen! Zum Glück waren wir nicht vom Köderfischfang abhängig, da wir ausreichend Fische mitbrachten. Wir wollten aber trotzdem zur Sicherheit und als Variante ein paar Köfis fangen. An überhängenden oder im Wasser liegenden Bäumen sah man auch genug Döbel. Die waren aber in dem glasklaren Wasser extrem scheu und zudem fast nie unter der 50 cm-Marke. An der feinen Spinne zwar ein Spaß, aber als Köder doch meist zu groß. Bei einer dieser „Pirschjagden“ entdeckte Holger dann einen Welsschwanz unter einem umgestürzten Baum. Ich watete in Slowmotion mit meiner Welsspinne und Gummifisch im gerade knietiefen Wasser an diesem Baum entlang. Nach dem zweiten Wurf unter den Stamm, auf eine Entfernung von gerade mal 2 bis 3 m, zeigte sich dann ein Wels.
 

Es dauerte nicht lange und er nahm den Gummi ...
 

Beim Drill entdeckte ich, dass sich ein zweiter Wels dort auch noch aufhielt. Der Drill war auf die kurze Entfernung und dem klaren, flachen Wasser und bei strahlendem Sonnenschein schon bei diesem 1,12 m-Fisch ein Erlebnis. Eine Stunde später sagte ich dann zu Holger, dass ich mir denn anderen jetzt auch noch holen würde. Holger schaute mich nur ungläubig an. Am Platz angekommen sah ich zwei Welsschwänze unter dem Geäst hervorschauen. Und das vielleicht 1,5 m von meinen Füßen entfernt! Der einzige Wurf war aber hinter die Fische, also weg vom Kopf möglich. Ich hoffte, dass die Fische trotzdem darauf reagieren würden. Nach dem Aufprall des Gufis auf das Wasser sah ich noch im Augenwinkel, wie sich der eine Schwanz drehte und im fast gleichen Moment der Wels meinen Köder voll nahm! Das Wasser begann sofort zu schäumen. Ich musste auf Biegen und Brechen versuchen den Fisch vom Baum wegzukriegen. Ein Wahnsinnserlebnis. Schließlich brachte ich den Fisch vor den Baum und konnte ihn dann im Wasser, in dem ich normalerweise Forellen oder Döbel fischen würde, voll ausdrillen. Bei der Aktion vorher verbog sich mein Wirbel ordentlich am Geäst, hielt zum Glück aber doch stand.
 


Am folgenden Abend und Morgen, Nachtangeln ist ja verboten ...
 

hatten wir zwar 6 Bisse, konnten davon aber nur zwei verwerten. Am dritten Tag wurden wir von der Sonne nur so gegrillt. Auf der Kiesbank gabs praktisch keinen Schatten. Da half immer wieder nur ein Bad im kühlen Nass. Mit dem Schnorchel gings dann auch mal auf Tour. Dabei konnte ich unter anderem richtig schöne Wildkarpfen entdecken. Der Abend brachte dann nur noch einen Fisch und einen Fehlbiss.
 


Wir beschlossen deshalb, für den letzten Tag die Stelle zu wechseln ...
 

Bepackt war das Boot nicht gerade leicht zu ziehen. Jedoch war es sehr hilfreich diesmal zu zweit zu sein. Die Stelle brachte uns noch die zwei letzten und auch größten Fische ein. Der Wechsel hatte sich gelohnt! In der starken Strömung und dem sauerstoffreichen Wasser waren die Fische unglaublich kampfstark. Ein wirklich toller Abschluss!
 


Voll zufrieden und mit einem „auf Wiedersehen“ ...
 

machten wir uns am nächsten Morgen auf die Heimreise.

Fazit der Tour: Vier Tage Abenteuer pur, an denen wir in einer absolut tollen Umgebung insgesamt 10 Waller fingen. Allein schon das Releasen im glasklaren Wasser war jedes Mal ein Erlebnis.
 



Le Doubs wir kommen wieder ...



Grüße und Petri!

Frank

 
 
 

 

 

 
     
 

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