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Eine Tour an den Doubs ...
hatte ich mir eigentlich schon länger vorgenommen.
Alten Urlaub den ich verbraten musste war auch noch da und
Kai meinte, dass sie zu dritt eine Tour an den Doubs
geplant hätten und ich doch mitkommen solle. Gesagt getan,
der Urlaub war schnell eingereicht und die Vorfreude war
da. |
Da von uns bisher noch
keiner am Doubs war, mussten wir uns auf die wenigen Infos
verlassen, die wir im Vorfeld sammeln konnten. Die
wichtigste Info, die wir zum Glück beherzigt hatten,
gleich vorneweg: der ausreichende Köfifang ist (zumindest
in diesem Abschnitt) schier unmöglich. Also muss man am
Besten Köfis mitnehmen oder dort unten kaufen. Zu unseren
Fangversuchen später noch mehr. Direkt vor der Abreise
mussten wir dann aber erfahren, dass Kai und Sven
umdisponierten und stattdessen an den Po gefahren sind.
Für Holger und mich stand aber gleich fest, dass wir uns
den Doubs auf jeden Fall anschauen würden.
Am 14.07. war es dann auch
schon soweit ...
Holger hatte noch vormittags sein Abschlussgespräch für
die Meisterprüfung. Ich saß zuhause schon auf heißen
Kohlen, dann kam sein Anruf: „Es kann losgehen!“. Also
Holger eingepackt, Boot rangehangen und ab Richtung
Frankreich. Auf der Fahrt wurden Erinnerungen an meine
erste Frankreich-Tour im Vorjahr wach. Beim
Saarwaller-Event an der Saone hab ich zwar viele nette
Leute kennengelernt und auch Mordsspaß gehabt, der
Fangerfolg war dagegen aber mehr als bescheiden. Das
sollte diesmal doch hoffentlich besser werden!?
Mit den letzten paar Tropfen Sprit sind wir nach einer
sehr relaxten Fahrt von der Autobahn runter. Also erstmal
an die Tanke. Die hatte jedoch geschlossen. Hhhm, da wars
mir dann auch wieder eingefallen, 14. Juli ist
Nationalfeiertag in Frankreich. Da hat mal gar nichts
offen. Hauptproblem war, unsere Getränke wollten wir hier
kaufen. Mist! Half aber alles nichts, da musste ich wohl
am zweiten Tag nochmals losziehen.
Am Wasser angekommen waren wir sofort Feuer und Flamme.
Vor uns lag ein absolut natürliches Gewässer, klarstes
Wasser mit einer Sichttiefe bis zu 3 m. Jedoch meist
flach, schnellfließend und reichlich Kiesbänke. Genauso
wie man sich ein Gewässer der Barben- und sogar
Forellenregion vorstellt. Aber Waller? Würden wir hier
wirklich lohnenswerte Stellen finden?
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Nachdem das Boot gepackt war,
gings nun endlich auf den Fluß ...
Bereits nach 200m mussten wir aber das
erstemal den Motor hochklappen und hoffen, dass wir über
die erste Flachstelle treiben. Dies war immer wieder der
Fall, da sich Flachwasserstellen und auch Krautbänke nur
so aneinanderreihten. Abenteuer pur! Flußabwärts machte
das auch noch richtig Spaß, immer Hinterkopf fragte ich
mich aber bereits wie wohl der Rückweg morgen zum
Einkaufen werden würde.
Zunächst genossen wir aber noch die „Abfahrt“. Teils
unberührte Natur, eine üppige Vegetation, viele
Silberreiher an den Ufern. Hier sei gleich gesagt, dass
man sich hier in einem Naturreservat bewegt und sich
deshalb unbedingt an die geltenden Regelungen halten
sollte. Vor allem die Betretungsverbote für Inseln und
Uferabschnitte sind zu beachten! Dann gibt’s auch keine
Probleme mit der Garde du Peche!
Und dann kamen auch schon
die ersten guten Stellen ...
Flaches Wasser floss über größere Steine und der Grund
brach auf 5-6, teilweise über 7 m tief ab. Hier bildeten
sich dann auch Pools, in denen sich doch ein Versuch
lohnen sollte. Wir entschieden uns dann für einen Pool,
der zwar nicht sonderlich groß war, dafür aber einen
absolut unbefischten Eindruck machte. Beim Auspacken
setzte dann der Regen ein. „Na klasse, fängt ja schon mal
gut an!“ Immerhin konnten wir aber so auch ein wenig
Regenwasser zum Trinken sammeln. In den drei Regenpausen,
die wir in den nächsten Stunden hatten, kamen dann auch
unsere ersten drei Bisse, die wir alle verwerten konnten.
Zwar keine Riesen, wir freuten uns aber trotzdem riesig
über den sehr guten Anfang.
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Am nächsten Morgen machte ich
mich dann auf zum Einkauf ...
Ohne Gepäck kam ich zwar gut vorwärts,
aber an der ersten „Stromschnelle“ war dann erst mal
Schluss. Also raus aus dem Kahn und ziehen. Das klappte
soweit, die wirkliche Herausforderung kam dann aber bei
der ersten Krautbank. Hier war das Wasser hüfttief und die
Strömung machte ordentlich Druck. Beim Wiedereinsteigen
musste ich an dieser Stelle bereits außerhalb des Bootes
den Motor starten, einen Gang einlegen und mich beim
Losfahren rechtzeitig ins Boot ziehen. Anders wäre ich
sonst wieder über das Krautfeld abgetrieben. Schließlich
kam ich aber, nicht ohne kleinere Blessuren, am Auto an
und konnte uns somit mit Bier und Wasser eindecken! Juhuu!
Am Platz zurückgekommen, erwartete mich Holger dann
schon durstig und leicht frustriert. Sämtliche
Feederversuche maßige Köderfische zu fangen waren
fehlgeschlagen. Dafür gabs aber erstmal ein kühles
Bierchen! Zum Glück waren wir nicht vom Köderfischfang
abhängig, da wir ausreichend Fische mitbrachten. Wir
wollten aber trotzdem zur Sicherheit und als Variante ein
paar Köfis fangen. An überhängenden oder im Wasser
liegenden Bäumen sah man auch genug Döbel. Die waren aber
in dem glasklaren Wasser extrem scheu und zudem fast nie
unter der 50 cm-Marke. An der feinen Spinne zwar ein Spaß,
aber als Köder doch meist zu groß. Bei einer dieser
„Pirschjagden“ entdeckte Holger dann einen Welsschwanz
unter einem umgestürzten Baum. Ich watete in Slowmotion
mit meiner Welsspinne und Gummifisch im gerade knietiefen
Wasser an diesem Baum entlang. Nach dem zweiten Wurf unter
den Stamm, auf eine Entfernung von gerade mal 2 bis 3 m,
zeigte sich dann ein Wels.
Es dauerte nicht lange und
er nahm den Gummi ...
Beim Drill entdeckte ich, dass sich ein zweiter Wels
dort auch noch aufhielt. Der Drill war auf die kurze
Entfernung und dem klaren, flachen Wasser und bei
strahlendem Sonnenschein schon bei diesem 1,12 m-Fisch ein
Erlebnis. Eine Stunde später sagte ich dann zu Holger,
dass ich mir denn anderen jetzt auch noch holen würde.
Holger schaute mich nur ungläubig an. Am Platz angekommen
sah ich zwei Welsschwänze unter dem Geäst hervorschauen.
Und das vielleicht 1,5 m von meinen Füßen entfernt! Der
einzige Wurf war aber hinter die Fische, also weg vom Kopf
möglich. Ich hoffte, dass die Fische trotzdem darauf
reagieren würden. Nach dem Aufprall des Gufis auf das
Wasser sah ich noch im Augenwinkel, wie sich der eine
Schwanz drehte und im fast gleichen Moment der Wels meinen
Köder voll nahm! Das Wasser begann sofort zu schäumen. Ich
musste auf Biegen und Brechen versuchen den Fisch vom Baum
wegzukriegen. Ein Wahnsinnserlebnis. Schließlich brachte
ich den Fisch vor den Baum und konnte ihn dann im Wasser,
in dem ich normalerweise Forellen oder Döbel fischen
würde, voll ausdrillen. Bei der Aktion vorher verbog sich
mein Wirbel ordentlich am Geäst, hielt zum Glück aber doch
stand.
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Am folgenden Abend und Morgen,
Nachtangeln ist ja verboten ...
hatten wir zwar 6 Bisse, konnten davon
aber nur zwei verwerten. Am dritten Tag wurden wir von der
Sonne nur so gegrillt. Auf der Kiesbank gabs praktisch
keinen Schatten. Da half immer wieder nur ein Bad im
kühlen Nass. Mit dem Schnorchel gings dann auch mal auf
Tour. Dabei konnte ich unter anderem richtig schöne
Wildkarpfen entdecken. Der Abend brachte dann nur noch
einen Fisch und einen Fehlbiss.
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Wir beschlossen deshalb, für
den letzten Tag die Stelle zu wechseln ...
Bepackt war das Boot nicht gerade
leicht zu ziehen. Jedoch war es sehr hilfreich diesmal zu
zweit zu sein. Die Stelle brachte uns noch die zwei
letzten und auch größten Fische ein. Der Wechsel hatte
sich gelohnt! In der starken Strömung und dem
sauerstoffreichen Wasser waren die Fische unglaublich
kampfstark. Ein wirklich toller Abschluss!
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Voll zufrieden und mit einem
„auf Wiedersehen“ ...
machten wir uns am nächsten Morgen auf
die Heimreise.
Fazit der Tour: Vier Tage
Abenteuer pur, an denen wir in einer absolut tollen
Umgebung insgesamt 10 Waller fingen. Allein schon das
Releasen im glasklaren Wasser war jedes Mal ein Erlebnis.
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Le Doubs wir kommen wieder ...
Grüße und Petri!
Frank
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