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... in der das Wasser wieder steigt !!!
Langsam hebt sich die Aluschale des Einweggrills
und beginnt zu schwimmen. Begleitet wird dies von einem
lauten Zischen. Glücklicherweise haben wir zu diesem
Zeitpunkt unsere Schwenker und Würstchen schon längst
verspeist und können dem Treiben entspannt zuschauen.
Unsere Rutenhalter standen mittlerweile auch schon unter
Wasser. Dort, wo ich Stunden zuvor mein T-Shirt zum Trocknen
ausgelegt hatte, schwammen jetzt schon kleine Döbel und
suchten im „neuen“ Lebensraum nach Fressbarem. Ein komisches
Gefühl ... scheinbar hatten wir bei der Platzwahl nicht
alles richtig gemacht ??? |
| Wir, das sind Bemmy, Leon,
Andy und ich, nehmen es gelassen. Im Notfall würde der
kleine Hügel hinter uns sicher Platz genug für die Liegen
bieten, der Rest kam ins Boot, oder wurde eben nass, was
soll‘ s. Wirklich wichtig war ja nur, dass die Ruten genau
da bleiben konnten wo sie waren und die Chance bekämen ihre
Fängigkeit unter Beweis zu stellen. Dass sie dies tun
würden, davon waren wir alle überzeugt. Wir hatten die
Montagen heute teils im schnellen, sauerstoffreichen Wasser
angeboten und teils zwischen Krautfahnen abgelegt, wo die
Karpfen dabei waren kräftig Liebe zu machen. Alles was wir
jetzt noch tun konnten war warten. Und das taten wir ja wie
gesagt bereits. Leider kam in der Dämmerungsphase kein Biss,
was uns schon ein mieses Gefühl für die Nacht gab. Trotzdem war die Stimmung gut, aber wie sollte es auch
anders sein bei vier Bekloppten, die bei nem guten Stück
Fleisch und nem kühlen Feierabendgerstensaft bis in die
Dunkelheit da saßen und mit den Füßen im bereits bis unter
die Stühle gestiegenen Wasser planschten. Wir redeten über
viele Dinge, die uns momentan so bewegten, gaben Unmengen
von geistigem Nonsens von uns und es wurde viel gelacht.
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Bis mitten ins
Gelächter ein Aalglöckchen platzte ...
“Kein Großer“, zischt Leon bei der Drillung seines
Fischs und behält damit recht. Trotzdem ist die Freude
größer als sonst bei Fischen dieser Größe, denn es ist Leons
Erster für diese Saison. Foto und weg isser.
In der Zeit, in der Bemmy sich darum kümmert, dass Leons
Rute heute Abend noch einen Waller bringen kann richten wir
das Nachtlager auf unsrem Hügel ein. Viel Platz ist nicht.
Andy entscheidet sich dazu, die Beine seiner Liege voll
auszuziehen und einfach im Wasser zu pennen.
Doch viel Schlaf gab es in dieser Nacht nicht. Oft wurde
man von den nervösen Köderfischen aus dem Schlaf gerissen.
Nervös waren sie zurecht, denn die Silure waren unterwegs.
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„Kling“ - Andys Rute geht krumm ...
Auch diesmal sitzt der
Anhieb, doch diesmal ist der Karpfencrusher größer !!! Andys Warlock90 muss
unfreiwillig einige Meter Schnur frei geben, denn der Fisch flüchtet kraftvoll in die Strömung. In der
Endphase des Drills bringt er das Wasser vor unseren Füßen
noch einmal richtig zum kochen. Aber irgendwas konnte da
nicht stimmen. So wie der Fisch aus dem Wasser schoss und
auf die Oberfläche schlug war das auf keinen Fall normal, so
hatte ich das noch nie gesehen. „Ist der etwa außen
gehakt!?“, schießt es mir durch den Kopf.
Ich kann es aus der Ferne nicht richtig erkennen, aber
ich beschließe den Mund zu halten, um Andy nicht zu
verunsichern und genau in diesem Moment fliegt mir die
U-Pose um die Ohren. „Ausgeschlitzt ….“ „Fuck !!“ Ich sehe
Andy den Ärger an: „Oh Mann, das war auf jeden Fall der
Größte den ich bisher dran hatte … man ... so ne Sch…“
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In solchen
Momenten ist es schwer die richtigen Worte zu finden ...
Diese Erfahrungen muss jeder einmal machen und jeder muss lernen damit
umzugehen. Aber nach einiger Zeit ist die Enttäuschung
verflogen und weicht neuem Optimismus: “Naja, aber die Nacht
ist ja noch lang!!!“ Und es sollte tatsächlich eine lange
und vor allem nasse Nacht werden. Zwar war leider kein
Silure mehr dabei, der an Andys verlorenen Fisch rankam,
aber die Fische kamen so, dass es bis in die frühen
Morgenstunden immer wieder hieß: Aufstehen, Anschlag, Drill,
Foto und Rute neu fahren. Nach der dritten Prozedur dieser
Art waren dann auch die letzten noch vorhandenen Socken und
Schuhe nass und man wünschte sich insgeheim, dass kein Biss
mehr kommen sollte, damit man endlich mal zwei Stunden am
Stück pennen konnte.
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Als ich am nächsten Morgen wach werde ...
erblicke ich zuerst Bemmy, der seine Liege keinen halben Meter neben
meiner aufgebaut hatte. Am Kopfende der Liege hatte sich ein
Gast angesiedelt. Der Gast hatte acht Beine, ein dickes
Kreuz auf dem Körper, und war fett ohne Ende.
Spiderman wäre wahrscheinlich neidisch gewesen auf das
Gebilde, dass diese Spinne da zwischen Bemmy und den
dahinter wuchernden Sträuchern zu Stande gebracht hatte. Und
scheinbar hatte sie auch eine gute Nacht. Das Netz war voll
mit Mücken. |
Zuerst überlege ich, Bemmy das
Ganze direkt zu erzählen ...
aber da er ja genau so ein „Spinnenfreund“ ist wie ich
und Spinnen mindestens genauso sehr liebt wie
Nacktschnecken, die morgens aufm Futteral sitzen, beschließe
ich ihn diese Überraschung selber entdecken zu lassen. Ich
döse wieder weg und werde das nächste Mal von einem „Eh
Männer, meine Tasche ist weg!?“, geweckt. Bemmy war wach und
musste zu seinem Entsetzen feststellen, dass das Wasser
höher gestiegen war als wir erwartet hätten und seine
Kleidertasche war den Fluten zum Opfer gefallen.
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„Oumann, meine
Schuhe sind auch weg" ...
höre ich plötzlich Andy schnaufen, der mit seinem Schlafsack ca. fünf
Zentimeter über der Wasseroberfläche liegt und wohl auch die
halbe Nacht geschlafen hatte. Was für eine Freakshow. Ich
halte das Ganze für einen schlechten Traum und ratze noch
einmal weg. Leider war es aber kein Traum und so half es
auch nichts, dass Bemmy am Morgen noch viel Zeit damit
verbrachte Stellen abzusuchen an denen sich die Tasche
eventuell hätte verfangen haben können. Die Tasche gehörte
nun dem Fluss und Bemmy muss sich nun nach neuen
Angelklamotten umsehen. Shit happens !!!
Vielleicht kann man das Ganze
ja auch als Opfergabe an den Fluss sehen, die er uns in Form
von Fischen wieder zurückzahlt. Man weiß ja nie, warten wir‘
s mal ab !!!
Bis die Tage ...
Grüße
Hannes |
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