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von Steffen Reuther

 

 
Die Standplätze der Fische zu finden ...


ist nicht immer einfach. Der Fluss macht es uns aber diesbezüglich wesentlich leichter als ein stehendes Gewässer, vorausgesetzt man kann sein Wasser "lesen". Der Engländer nennt dies "Watercraft" und hierzu bedarf es lediglich dem angeborenen Instinkt eines Jägers um zu erkennen, wo sich der Fisch unter welchen vorgegebenen Situationen gerne aufhalten würde. In Abhängigkeit davon natürlich, ob er sich in der Ruhephase, auf Raubzug oder Futtersuche befindet.

Hier gibt es ein paar einfache und einleuchtende Regeln, die nach kurzem Überdenken nicht nur logisch sondern auch sinnvoll erscheinen. Man muss sich einfach nur in den Fisch "hinein denken". Was klingt z.B. einleuchtender, als sich einen Standplatz auszusuchen, der einem aufgrund der Körperbeschaffenheit, den geringstmöglichen Strömungsdruck bietet. Kein Fisch würde sich während einer Ruhephase sich solch einen Stress antun um permanent durch Flossenbewegungen in Position zu bleiben. Logischerweise sucht er sich dann Stellen aus, die genau diesem Anspruch, nämlich mit möglichst wenig Bewegung, eine Effizienz an Kräfteersparnis zu erreichen. Parallel dazu steht natürlich auch der Aspekt der Tarnung während dieser Phase als weiteres Kriterium im Vordergrund.

Spezifisch dafür ist, dass stets die grösseren Fische die besten Plätze belegen, was zum Einen auch mit ihrem Revierverhalten und natürlich auch mit dem Status des "Älteren und Grösseren" was zu tun hat. Dies beweist zum Beispiel auch die Tatsache, dass ganz bestimmte Grossfische desöfteren an der gleichen Stelle gefangen werden. Beobachten konnte ich dieses Verhalten mitunter auch mal in einem grossen Hälterbecken, welches in der Mitte eine tiefere Ablaufrinne hatte. Diese Vertiefung wurde stets vom grössten Fisch in Anspruch genommen und diesen Standplatz hat er auch vehement verteidigt nicht nur gegenüber den kleineren Exemplaren, sondern auch, als wir den Fisch wieder entnehmen wollten um ihn ins Gewässer zurückzusetzen.
 


Der Waller ist ein Fisch der sich jeglichen Gewässerbedingungen anpassen kann


Durch seine spezielle Körperform, abgeflachter Kopf und langer schmaler Rumpf, kann er sich jeglichen Gewässerbedingungen optimal anpassen. So findet man ihn nicht nur in stehenden und langsam fließenden Gewässern, im seichten und tiefem Wasser, sondern auch direkt in der harten, sauerstoffreichen Strömung hinter Wehren, speziell im Sommer. Aber auch im Brackwasser von Deltas trifft man ihn noch an. Diese äußerst flexible Anpassungsweise, hat in verschiedenen Regionen, in denen er eigentlich nicht heimisch war, sprunghaft zu einer grossen Population geführt. Vorallem in südlichen Ländern explodieren die Wallerbestände geradezu, was mit der Tatsache zusammenhängt, daß der Fisch hier das ganze Jahr über Nahrung zu sich nimmt und durch die vorherrschenden Temperaturen auch ablaichbereit wird. Gegenüber schwankenden PH-Werten ist er absolut resistent und braucht auch nicht unbedingt einen hohen Sauerstoffgehalt im Gewässer. Dies hat ihn letztendlich auch als Zuchtfisch in verschiedenen Teichanlagen interessant gemacht.

 
 

 

 

 
     
 

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