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Ein knapper Meter!? ... hmm … das reicht
murmle ich vor mich hin, als ich die
Karausche beim Blick auf das Echolot lospaddeln lasse. Das
kaffeebraune Wasser um mich herum sprudelt wortwörtlich
vor Leben. Die Weißfische erfreuen sich an den vom
Hochwasser aufgewirbelten Proteinbomben, die ihnen die
Strömung mundgerecht serviert. Die Raubfische markieren
den lachenden Dritten und stürzen sich mit vollem
Körpereinsatz ins reichlich gedeckte Buffet. |
| Kurze Zeit später
beobachten Leon und ich dieses Treiben von Land aus,
hinter den fertig präparierten Ruten sitzend. Immer wieder
schießen Döbel und Rapfen auf der Jagd aus dem Wasser und
scheuchen die Kleinfischschwärme hin und her. Der große
Schwarze zeigt sich zwar bisher noch nicht, jedoch ist
seine Anwesenheit praktisch spürbar, denn bei so einem
Inferno für seine Rezeptoren und Sinnesorgane wird er gar
nicht anders können, als seine Barteln früher oder später
in unsere Richtung zu schieben. Währenddessen hängen
unsere Köder wie kleine Extra-Bonbons im besagten „Buffet“
und warten sichtlich nervös auf einen Abnehmer. Nach
einer überstürzten Fluchtaktion meiner Karausche scheint
es endlich soweit zu sein. ER hat den Weg zur Speisekammer
tatsächlich gefunden und beendet mit einem harten Ruck die
hektischen Fluchten des Köderfischs. Der ebenso kräftige
Anhieb geht voll ins Leere, was bleibt sind ungläubige
Blicke und ein verschleimtes Vorfach.
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Doch lange Zeit zur Trauer bleibt nicht ...
denn Leon macht es Minuten später
besser und setzt einen Volltreffer! Das flache Wasser
beginnt schlagartig zu kochen und „klatsch“, teilt der
Waller die Oberfläche mit seinem Schwanz. What a feeling!!!
Unsere Ohren lassen uns erahnen, dass der Fisch wohl „metrig“
sein müsste, was die herrlich gebogene Rute bestätigt.
Nach einigen heftigen Fluchtversuchen und einer
problemlosen Landung, kann Leon seinen schönen Fang stolz
im Blitzlichtgewitter präsentieren.
Das Treiben an der Wasseroberfläche beruhigt sich nun
allmählich. Der Fisch ist zurück in der braunen Brühe und
wir quatschen noch ein bisschen über das Geschehene bis
wir schließlich einschlafen.
Der Rest der Nacht bleibt mit Ausnahme einer weiteren
Fehlattacke ruhig, bis um 5 Uhr der Wecker klingelt.
Zufrieden verstauen wir unsere Sachen im Auto und machen
uns auf den Weg in Richtung Heimat. |
12 Uhr ... ich sitze in der
Mittagspause
Das Hochwasser, die vergangene Nacht
und die vergebenden Chancen immer noch vor Augen. Der
Blick auf die vom Waller demolierten Finger und die
„Angst“ diese Hochwasserphase nicht optimal ausnutzen zu
können lassen mir keine andere Wahl als Leon eine SMS zu
schicken, was er denn heut Abend so „geplant hätte“. Das
geantwortete „Bin dabei!“ hatte zur Folge, dass wir uns
einige Stunden später wieder auf Weg zum Spot befinden.
Leider mussten wir feststellen, dass das Wasser ca. 25cm
gefallen war und den Platz von tags zuvor vom „Hot Spot“
zum „Not Spot“ machte.
Flexibilität zahlt sich beim Fischen immer wieder aus
und so schafften wir es unsere Köder an diesem Abend doch
noch pünktlich zur heißen Phase an einem anderen Ort in
die Verlosung zu bringen.
Die Dämmerung schafften wir
ohne „personelle Einbußen“ an der Front
Mitten in die Tiefschlafphase platzt dann eine Attacke,
der man ohne weiteres einen richtig guten Fisch hätte
zuordnen können. Zum Vorschein kommt allerdings ein
kleiner, aber für seine Größe unheimlich fetter Wels, der
um das Entfernen des unfreiwilligen Piercings bittet.
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Danach geht‘s wieder in den
Schlafsack ...
an dem sich mittlerweile etliche
Nacktschnecken zu schaffen machen, da ich das Fußende beim
Aufspringen in die Wiese habe fallen lassen und ihnen so
einen genialen Kletterparcour schuf. Und Kai, lass es dir
an dieser Stelle gesagt sein, bei deinem Bericht „Als der
Regen kam“ konnte ich bei der Stelle mit den
Nacktschnecken mitfühlen, denn es sind auch meine
absoluten Lieblingstiere. Dementsprechend groß ist meine
Begeisterung in dem Moment, als ich beim Aufheben des
Schlafsacks voll in eine dieser Schleimbazillen reingreife!
Nachdem ich meinen ungeplanten Besuch höflich „zur Tür
gebeten“ habe, verkrieche ich mich wieder im Nightwarrior.
War das grade eine
Attacke!?!?
Der Blick zur Rute … jawollja!! Da geht’s vorwärts!
Also nichts wie hin, Anhieb setzen und pumpen. Diesmal hat
sich scheinbar der Zwillingsbruder des grade erst
zurückgesetzten Fisches am Köder vergriffen und schlägt
jetzt verzweifelt in die Schnur.
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Die Nacht bleibt von nun an
ruhig ...
sodass wir noch einige Zeit Schlaf
finden bevor‘ s erneut heißt, Tackle packen, duschen,
Büro. Ein wenig Wehmut ist schon dabei, als wir im
Morgengrauen die Montagen abschlagen. Doch so ein Start in
den Tag lässt so einiges verschmerzen, vor allem wenn man
die Gewissheit hat, in naher Zukunft wieder
zurückzukehren. Auch wenn dieses Mal mit einer Ausnahme
ausschließlich die „Kurzen“ unterwegs waren, hat dies dem
Fazit der Tour nicht geschadet. Denn auch hier muss ich
meinen Freund Kai wieder zitieren, der mal irgendwo
schrieb „Wer den Kleinen nicht ehrt, ist des Großen nicht
wert“. Kai, 1000% agree!!!
Denn wenn es solche Tage nicht gäbe, wüssten wir Zeiten
in denen die Großen laufen nicht mehr zu schätzen und die
„Suche nach den wahren Giganten“ wäre nicht mehr das was
sie ist!
In diesem Sinne …
Gruß Hannes
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