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Heute möchte ich Euch ...
von einem Nachmittag berichten, an dem
wieder einmal nix so kam, wie eigentlich gedacht. Mein
Plan war es, bewaffnet mit Schlauchboot, Echolot und
Wallerholz einen sehr interessanten Gewässerabschnitt
abzudriften, um mir für die kommende Herbstfischerei ein
paar neue Hotspots zu suchen. Das Projekt „heimatlicher
Großwaller“ schafft es immer wieder, dass ich bereit bin,
viel Zeit für die Gewässererkundung zu investieren. Zeit,
die ich in den Anfangsjahren meiner Wallerfischerei
wahrscheinlich lieber fürs Fischen verwendet hätte. |
So, noch schnell den
Motor anhängen, Echolot und Geber montieren, meine kleinen
Helfer ( Astschere, Opinel, etc. ) im Bootskörper
verstauen und meine Wallerhölzer nicht vergessen.
Geschafft! Innerhalb weniger Minuten bin ich bereit für
die spannende Driftung. Eddie, komm Boot!!! Mit der
Routine von vielen gemeinsamen Bootsfahrten besteigt mein
stetiger Angelbegleiter, Boxer Eddie, die Bootsspitze und
legt sich sogleich in gewohnter Manier ab. Ich drücke mich
mit dem Paddel weg vom Boden und die Strömung beflügelt
mein kleines, grünes Schlauchboot mit fast magischer
Leichtigkeit.
Es herrschen wirklich
perfekte Bedingungen und ich bin sehr gespannt ...
was und vor allem wo sich etwas auf dem Echolot zeigt.
Gutes Stichwort, Echolot. Ich drücke den Powerschalter und
warte. Normalerweise ertönt ein Piepton und sogleich
beginnt das Display zu arbeiten. Nix, komplett gar nix. Da
hat sich bestimmt die Klemmung gelöst. Ich überprüfe alles
sehr akribisch aber leider bleibt der Monitor grau. So ein
Mist, in diesem Moment klingelt mein Handy…Kai Schrödter.
„joooo…wat is?“ Er berichtet mir von seinen vielen
Terminen und dass er total traurig ist, dass er den für
diese Woche geplanten Kurztrip an den Po mit Mario absagen
musste. Ich kann seinen Frust wirklich sehr gut
nachvollziehen und ich berichte ihm sogleich von meinem
aktuellen Problem … dem Sch… Echolot!!!
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Kai hat ganz merkwürdige
Vorschläge zum Bewältigen meiner Misslage ...
einer davon ist es, Steppo anzurufen. „der bringt dir
bestimmt eine frische Batterie ans Wasser, der ist doch
zuhause“. „Nein, ich werde gar niemand anrufen“, erkläre
ich Kai. „Ich werde jetzt flux den ganzen Kram
zusammenpacken, schnell nach Hause fahren und meine
Spinnrute holen und dann einen Waller fangen.“ Nachdem mir
Kai für dieses Vorhaben viel Erfolg gewünscht hat und ich
seiner Stimme schon ein gewisses Schmunzeln entnehmen
kann, breche ich diese gescheiterte Aktion ab und bin in
wenigen Minuten auf dem Weg zu meinem Angelkeller. Ich
weiß gar nicht warum, aber aus irgend einem Grund ertappe
ich mich dabei, dass ich etwas hektisch bin. Die Idee, mit
der Spinnrute einen Fisch zu fangen treibt mich an und
nach kurzer Zeit habe ich alles dabei, was ich brauche und
das ist beim Spinnfischen nicht viel.
Früher war ich fast ausschließlich mit der Spinnrute
auf der Jagd nach dem Waller, aber mittlerweile habe ich
leider kapiert, dass dies zwar zu den spannendsten aber
leider nicht zu den erfolgreichsten Methoden gehört.
Während der kurzen Fahrt zum Wasser entscheide ich, eine
mir gut bekannte Stelle zu beangeln, die mir in den
vergangenen Jahren schon den Ein oder Anderen Spinnwaller
beschert hat.
Am Wasser angekommen, muss ich
leider feststellen ...
dass diese Stelle in letzter Zeit wohl sehr stark
befischt wird. Leere Madendosen, Bierdosen,
Zigarettenschachteln, und…und…und! Bei dem Anblick muss
ich spontan an unsere mittlerweile immer häufiger
anzutreffenden „Goldzahnkormorane“ denken, die hier wohl
offensichtlich regelmäßig der passionierten Fischjagd
nachgehen. Arschl…. denke ich während ich einen
Effzetblinker montiere, und nach kurzer Zeit fliegt dieser
schon durch die Luft auf dem Weg zu dem Ort, wo der Waller
wohnt. Immer und immer wieder werfe ich eine Stelle an,
von der ich weiß und mir sehr sicher bin, dass sie genau
die Richtige ist. Nach vielen Würfen mit keinem Erfolg,
entscheide ich nun etwas tiefer zu fischen. Eine Sandra
mit schwerem Bleikopf soll jetzt die Schlacht gewinnen.
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Ein punktgenauer Wurf,
absinken lassen und dann ankurbeln ...
Während ich auf den ersehnten Biss
warte, treibt ein Barsch in Ufernähe sein Unwesen und will
ein paar von den Fischlein aus der Kinderstube vernaschen.
Ich werfe erneut an die besagte Stelle und meine Gedanken
schweifen ab….ist diese Stelle mittlerweile doch so
überfischt, dass hier nix mehr geht? Meine Euphorie
scheint zu schwinden und der Glaube an den, noch vor ein
paar Minuten sicher geglaubten Spinnwaller, verflüchtigt
sich nahezu in ein Nichts. SUM…hängt….das ist ein Wels!!!
Die Kopfstöße und Schläge in die Rute lassen keinen
Zweifel aufkommen. Am anderen Ende meiner Schnur hat doch
tatsächlich ein Silure nach dem Rechten geschaut. Geil.
Mein Freund Eddie ist sofort auf seinem Posten und
erwartet den durchaus stattlich kämpfenden Fisch.
Nach ein paar Minuten zeigt dieser seinen hellen Bauch
und der folgende Wallergriff stellt mich vor kein Problem.
Ich ziehe den Fisch ins Gras, wo ihn Eddie wie immer von
oben bis unten ableckt. Ich lege meine selbstgebaute
Spinnrute neben den Fisch, gehe in die Knie und genieße
für einen Moment den Anblick, der sich mir bietet. Der
Haken sitzt sauber im Maulwinkel. Alles richtig gemacht,
denke ich und natürlich gebe ich diesen wunderschönen
Fisch zurück in sein Element. Machs gut mein Freund,
vielleicht sieht man sich in ein paar Jahren wieder.
Und was habe ich aus dieser
kleinen Geschichte gelernt? Ganz Klar! Flexibel sein am
Wasser, die Methoden variieren und immer an den Erfolg
glauben. Dieses Prinzip treibt uns weiter voran auf der
Suche nach den wahren Giganten.
In diesem Sinne ...
Sven Dombach
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