Für mich gibt es keine
spannendere Methode unserem Urian nachzustellen, als genau
das. Beim „Waller-TV“ schauen lernt man viel über ein
Gewässer und seine Bewohner. Und es macht mir Gänsehaut,
wenn endlich die ersehnten Striche und Balken auf dem
Echolot erscheinen.
Es war die perfekte Nacht
zum Driften ...
Drückende Schwüle, viel Aktivität an der Oberfläche und
ich war mir sicher, dass ich mir für heute Nacht genau die
richtige Strecke ausgesucht hatte. Nach kurzer Zeit war
klar. Sie sind heute sehr aktiv. Immer wieder zeigen sich
Fische auf dem Bildschirm in allen Gewässertiefen. Sie
steigen zum Teil so schnell und aggressiv nach oben, dass
es nur noch Sekunden bis zum Biss dauern sollte. Aber nix
da. Keine Aktion am Köder über Stunden. Meine Motivation
war sehr groß und die Aktivität unter dem Boot lässt die
Zeit im Flug vergehen. Der Biss kann schließlich jederzeit
und unerwartet kommen. Es war schon fast 3 Uhr am Morgen
und ich wollte zum Schluss der Driftung noch eine tiefe,
lang gezogene Außenkurve befischen.
Auch hier waren viele Fische unterwegs und die Spannung
steigt immer weiter, weil im letzten Jahr genau an dieser
Stelle ein wirklich kapitaler Fisch eingestiegen ist. Ein
fettes Echo über Grund verrät einen guten Fisch. Schnell
lasse ich meinen Köder ab, bis die Schnur erschlafft, dann
zwei Umdrehungen mit der Rolle und der Köder sollte genau
das Epizentrum passieren. Das Echo zeigt Reaktion und
genau in diesem Moment spüre ich einen leichten,
seitlichen Zug an der Schnur. Ich quittiere das Geschehen
mit einem kurzen, harten Anschlag aus der Hand und was
soll ich sagen ein unglaublicher Tanz beginnt.
Der Waller tobt unter dem Boot, welches sich sofort mit
der Spitze gegen die Strömung stellt und dann langsam
flussaufwärts gezogen wird. Mir ist sofort klar, das ist
ein Guter. Nach einigen langen Fluchten und hektischen
Schlägen in die Schnur zeigt sich mein Gegner dann doch im
Schein der Kopflampe.
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