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von Marc Pantscharowitsch |
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Nach vier Wochen Ferienjob
und einer Woche Urlaub mit meiner Freundin neigten
sich meine Sommerferien 2010 auch schon dem Ende zu. Ich
wollte auf jeden Fall noch eine größere Session starten,
bevor mein letztes und wichtigstes Schuljahr beginnt. Nach
etlichen, unendlich langen Autostunden war ich am
Sonntagabend endlich von Kopenhagen zu Hause. Am Tag
darauf wurde das Zeug vom Urlaub aufgeräumt, und bereits
am Nachmittag fand ich mich mit meinem Angelpartner
Sebastian Genttner im Auto wieder. Es ging zwar nicht ans
Wasser, aber wir waren mindestens genauso aufgeregt. |
Wir fuhren nach Kerken zu
unserem Köderproduzenten Christian Heymann, welchem die
Firma Successful Baits gehört, um die nötigen Köder zu
kaufen. Wir waren ordentlich zu spät, da wir aber unseren
Besuch ankündigten, wartete er mit seinem Team auf uns.
Vielen Dank für den tollen Service! Mitten in der Nacht
waren wir nach insgesamt 8 Stunden Fahrt auch wieder
daheim. Viele werden sich jetzt fragen warum wir 8 Stunden
Auto fahren, wenn man die Dinge auch bestellen kann. Das
Problem war einfach die Zeit, da wir die Session nicht
sehr lange im Voraus geplant hatten. Und außerdem wollten
wir auch einmal persönlich dort vorbeischauen. Am Tag
darauf hieß es dann Boiles rollen, Partikel kochen und
fast noch wichtiger: Boot, Elektromotor und Echolot
organisieren. An dieser Stelle vielen Dank an Bolla, Kai
und Andi, die uns mit der Technik unterstützten.
Nach einigen
Schwierigkeiten schafften wir es ...
zum Glück doch noch am Mittwoch um 23:30 Uhr am See zu
sein. Da wir die Stelle bereits im Frühjahr befischten,
kannten wir einige Spots die sich in Wurfweite befanden,
so dass wir das Boot in dieser Nacht nicht mehr vom
Trailer holen brauchten. Somit warfen wir die Ruten, mehr
oder weniger blind wegen des Nebels, Pi mal Daumen auf die
Spots und fütterten nur kleine Mengen Boilies mit dem
Wurfrohr. Kaum eingeschlafen meldete sich meine Uferrute,
jedoch nur sehr zaghaft. Ein, zwei Minuten beobachtete ich
mein grün leuchtendes, ab und zu hüpfendes Nitelite zum
Sound von Piep...Piep Piep...Piep, bis ich es wohl
akzeptieren musste, dass sich die Brasse gehakt hatte.
In dieser Nacht mussten wir noch 4 weitere Male die
Bekanntschaft mit dieser Spezies machen. „Wenigstens
lauter Kapitale“ war unser einziger Trost. Der Terror war
zum Glück nur auf den Uferruten, was mir für meine andere
Rute noch Hoffnung machte. Um 8 Uhr klingelte mein Wecker,
und kurz darauf brutzelte schon Rührei in der Pfanne. Mein
letzter Satz war „ Zum Glück haben wir ein warmes
Frühstück bei dieser Kälte“, oder jedenfalls so ähnlich,
als mein rechter Delkim lautstark einen Vollrun
verkündete. Als ich an der Rute war und den Widerstand des
Fisches spürte wurde mir sofort bewusst, dass ich das
warme Frühstück erstmal vergessen konnte. Da das Wasser
sehr schnell nach dem Ufer 5 Meter Tiefe erreicht,
lieferte der Fisch einen recht harten Drill bis zum
Schluss. Dann lag der erste Fisch jedoch auf der Matte:
Ein sehr markanter, uralt wirkender Spiegler.
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Nachdem der Kamerad wieder in
seinem Element war ...
habe ich mein Rührei mit gefühlten 10°C gegessen und
wir machten uns Gedanken über unser Vorgehen gegen die
Brassen. Ich entschied mich dafür, die Uferrute im
Tieferen abzulegen, was zumindest gegen die unerwünschten
Gäste super klappte, jedoch am nächsten Tag auch keinen
Karpfen produzierte. Ich entschied mich dafür den Köder
noch eine Nacht an dieser Stelle zu lassen, da der Wind
gegen das Ufer wehte und sich bewährt hat, dass die
Karpfenchance ohne Brassen deutlich höher ist. Jedoch half
das Warten nicht. Auf meiner anderen Stelle wollte ich
nicht all zu viel füttern. Um die unerwünschten Gäste fern
zu halten, setzte ich PVA Bags ein und fütterte zusätzlich
5-10 ummantelte und eingelegte Boilies, direkt um den
Hakenköder.
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Der Mix bestand aus Stickmix
...
passend zum Boilie, 2, 4, 6 mm Hailbutt
Pellets, 6mm Greenlip Mussle Pellets, Bloodworm Pellets,
Hanf, gecrushten Boilies, Thunfisch und einigen
Flüssigattraktoren zum Erreichen der gewünschten
Konsistenz. Die Portion wählte ich bewusst sehr groß und
grobkörnig, dass sich eine eventuell doch vorbeikommende
Brachse am Stickmix satt fressen kann, ohne den Hakenköder
zu fressen.
Der Rest des Tages und auch die Nacht waren merkwürdig
ruhig. Ich stand bereits früh auf um das Wasser zu
beobachten. Um 6.30 Uhr etwa, lief meine Stickmix-Rute ab.
Obwohl ich sehr schnell zur Stelle war spürte ich nicht
eine Sekunde den Widerstand eines Fisches. Mist! Der
Fehler lag wohl am Haken. Nach dem großen Fisch am Tag
zuvor, und eher durch den sehr steinigen Boden war der
Haken deutlich abgestumpft. Also wurde das Vorfach
gewechselt, schnell ein neues PVA Säckchen befüllt, was
für ein nervtötendes Gepfriemel!!!, und die Montage an der
selben Stelle abgelegt. „Bitte lass das nicht die einzige
Chance für heute gewesen sein“, hoffte ich. Fünf Stunden
später sagte mir mein Bissanzeiger, dass dem auch nicht so
war. Und diesmal hing der Fisch auch wieder wie gewohnt.
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Zwei Stunden später meldete sich dann der kleine Bruder am
selben Platz
Ich fand die Beisszeiten sehr
komisch, oder nicht ?! Zwei Fische über den Mittag ist
doch sehr eigenartig. Und auch alle Fische auf einem
einzigen Spot. Wenige Meter daneben ging auf die gleiche
Montage mit gleichem Köder, und den selben Bedingungen gar
nichts - oder mit anderem Köder Brassen und Rotfedern.
Woran liegts ?! - Wer weiss ?
Am frühen Nachmittag wurden die
Montagen kontrolliert und neu ausgelegt. Meine Uferrute,
die immer noch keinen Erfolg brachte, bekam nun auch ein
neues Vorfach, andere Köder, ebenfalls ein PVA Bag und
einen neuen Spot. Den Abend und die ganze Nacht über tat
sich rein gar nichts. Nicht ein einziger Piepser.
Einerseits fand ich das sehr gut, da die ruhige Rute immer
einen Fisch brachte, andererseits machte ich mir auch
Sorgen, dass die Fische vielleicht gar nicht fressen, wenn
nicht einmal die Brachsen aktiv sind.
Morgens fütterte ich einige Boilies
nach, um sicherzustellen, dass etwas Futter am Platz
liegt. Mittags war es dann so weit. Wieder ein Run, wieder
der selbe Spot. Nur der Drill war anders. Mir kam es
beinahe so vor als ob ich einen schweren Ast drille. Der
Fisch kämpfte nur mit seiner Masse. Keine Flucht, keine
Flossenschläge, er liess sich nur absinken und schwamm
sehr langsam aber strotzend vor Kraft weg von mir. Nach
kurzer Zeit tauchte ein schöner braun-gold beschuppter
Karpfen hinter der Kante vor meinen Füßen auf.
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Ist es der große Schuppi vom Frühjahr ?
„Wieviel wird er wohl wiegen?“
„Yeah!!“
Soviel zu meinen Gedanken in diesem
Moment.
Nun zeigte der Fisch auch endlich was
er kann. Mehrmals nahm er ordentlich Schnur und lieferte
mir noch einen spektakulären Drill. Ich war sehr froh als
der Fisch endlich im Keschernetz vor mir dümpelte. Ich
steckte die Kescherarme ab und schon landete die
Wiegeschlinge neben mir im Wasser. Also Karpfen mit
eingerolltem Netz in die Schlinge, Schlinge zuklappen,
Wasser herauslaufen lassen und dann erstmal an Land mit
mir und dem Fisch. Fisch nass machen, Haken weg,
Keschernetz weg, Carp Care dran, Schlinge zu und ab an den
Wiegehaken! Dann : Fotoshooting !
In der letzten Nacht ging wie zuvor
in den Nächten ebenfalls gar nichts, und am Vormittag
während des Zusammenpackens kam leider auch kein Biss mehr
obwohl ich schon fast davon ausging.
Also ab
auf die Heimfahrt, die nächste Session kommt schon bald
...
Danke an Sebastian Genttner, der die Bilder für mich
machte !!!
Viel
Erfolg !
Euer Marc |
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