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Herstellung von monofilen Vorfächern
Monofile Vorfächer finden in der
Wallerfischerei immer mehr Verwendung. Durch ihre
Steifigkeit ermöglichen sie eine saubere Präsentation von
verschiedensten Ködern und verringern hierbei die Gefahr
von Vertüddelungen. Weitere Aspekte, welche wohl den immer
häufigeren Einsatz monofiler Vorfächer begünstigen, sind
die hohe Abriebfestigkeit der monofilen Schnur und die
Unempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen. |
Auch ist der geringere
Preis im Vergleich zu hochwertigen geflochtenen Vorfächern
aus Dyneema oder Kevlar ausschlaggebend, wobei sich dieser
durch die Kosten von Kleinteilen häufig relativiert,
welche man benötigt um das bestmögliche Ergebnis, d.h.
Erhaltung der Tragkraft zu erzielen.
Ordentlich gefertigte
monofile Vorfächer sind sehr robust und stellen keine
Schwachstelle dar
Nachteile konnte ich bisher keine feststellen, da
vermutlich Probleme nur eintreten, wenn bei der
Herstellung der Vorfächer durch den Angler nicht
sorgfältig gearbeitet wird. Die gegenüber geflochtenen
Vorfachmaterialien niedrigere Tragkraft, wird durch die
Dehnung des monofilen Vorfachmaterials ausgeglichen. Aus
diesem Grunde verwende ich monofiles Vorfachmaterial fast
ausschließlich bei längeren Vorfächern ab einer Länge von
mindestens 1 Meter (Ausnahme Spinnfischen). Es gilt jedoch
ein paar Dinge bei der Herstellung solcher Vorfächer zu
beachten und häufig zeigt sich in Gesprächen die
Unsicherheit und Angst, durch Fehler bei der Herstellung
der Vorfächer Fische verlieren zu können, bzw. das
fehlende Knowhow über die Verarbeitung des
Vorfachmaterials generell.
Als Hilfestellung dazu, ist die nachfolgende
Bauanleitung gedacht, die meine Vorgehensweise beschreibt,
ohne den Anspruch zu erheben, die einzig mögliche Technik
zu sein.
Eingesetzte Materialien bzw. benötigte Hilfsmittel
- Monofiles Vorfachmaterial 1,20mm
- Bulldozer Kunststoffkartuschen
- Tönnchenwirbel (Offshoreangler/Fa. AHF
Leitner), Tragkraft 102 kg
- Einzelhaken (Leitner Teflon Gr. 6/0)
- Drilling Leitner Größe 4/0
- Silkonschlauch
- Quetschhülsen (Sevenstrand MSA 1,5C,
alternativ Offshoreangler)
- Quetschhülsenzange mit Seitenschneider (Sevenstrand)
- Feuerzeug
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Montageschritt 1:
Schnur (+ ca. 10 cm mehr) der gewünschten Länge des
Vorfaches abschneiden. Die Länge richtet sich nach den
Vorlieben des Anglers, dem Einsatzzweck und den
vorherrschenden Bedingungen.
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Montageschritt 2:
Zwei Quetschhülsen und einen Drilling auffädeln (in
dieser Reihenfolge). Eine Hülse ist eigentlich
ausreichend, aber um das Gewissen zu beruhigen verwende
ich immer zwei, obwohl noch nie eine Hülse verrutscht ist.
Anschließend den Drillingshaken aufziehen.
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Montageschritt 3:
Das kurze Schnurende nach dem Drilling von hinten durch
beide Hülsen schieben.
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Montageschritt 4:
Untere Hülse bis zum Öhr des Drillings herunter
schieben und hochkant in die zu den Hülsen passende
Bohrung der Zange einlegen. Immer darauf achten, dass
gerade die von mir empfohlenen Haken extrem scharf sind
und somit Verletzungsgefahr besteht.
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Montageschritt 5:
Zange vollständig durchdrücken. Von der Verwendung
anderer Zangen, wie z.B. Wasserpumpenzangen, Multitools
etc. rate ich dringend ab, da hierbei der benötigte Druck
nicht genau dosiert werden kann.
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Montageschritt 6:
Die zweite Hülse zurückschieben, so dass ein Abstand
zur unteren Hülse von ca. 1 – 3 mm entsteht. Anschließend
hochkant in die Zange einlegen und Zange wieder voll
durchdrücken. Danach Silikonschlauch (Länge ca. 3 – 5 cm)
auffädeln. Die Verwendung eines Schlauches zum Schutz der
Quetschung ist nicht unbedingt notwendig, bringt aber
Vorteile mit sich.
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Montageschritt 7:
Einzelhaken einfädeln, von hinten durch das Öhr. Der
Abstand zum Drilling richtet sich nach der Größe der
Köder, welche verwendet werden sollen. Meist bewegt sich
dieser Abstand im Bereich von 10 – 30 cm.
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Montageschritt 8:
Einzelhaken mit dem „No-Knot“ anbinden. Schnurende von
hinten durchs Öhr zurückführen und gesamte Länge
durchziehen zum Straffen. Man kann nun über den Knoten
einen Silikonschlauch ziehen, um diesen zu schützen.
Meiner Meinung nach ist dies jedoch nicht unbedingt
notwendig.
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Montageschritt 9:
Kunststoffkartusche in den Wirbel einführen.
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Montageschritt 10:
Zwei Quetschhülsen aufziehen, Wirbel mit
Kunststoffkartusche einführen und Schnur in
Kunststoffkartusche einlegen.
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Montageschritt 11:
Beide Hülsen quetschen, wie bei der Befestigung des
Drillings beschrieben. Dabei die obere Quetschhülse fest
an die Kunststoffkartusche schieben. Die zweite
Quetschhülse wird, wie bereits bei der Befestigung des
Drillings beschrieben, knapp hinter die obere Hülse
gesetzt.
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Montageschritt 12:
Die Enden der Schnur am Drilling und am Vorfachende mit
dem Feuerzeug anschmelzen und abkühlen lassen. Vorsicht
Verbrennungsgefahr am geschmolzenen Monofil ! Der
entstehende Wulst soll im Falle eines Rutschens zusätzlich
bremsen, auch wenn es noch nie dazu kam. Sollten die
Schnurenden vor dem Anschmelzen zu lang sein (max. ca. 2
cm) bitte kürzen.
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Montageschritt 13:
Nun den Silikonschlauch über die Quetschhülsen das Öhr des
Drillings schieben. Der Silikonschlauch schützt die
Verbindung und fixiert den Drilling in seiner Position („Stiffrig-Effekt).
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Montageschritt 14:
Das fertige Rig in Detailaufnahmen.
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Variationen:
Je nach Geschmack oder Einsatzzweck können eine Vielzahl
von Variationen zum Einsatz kommen. Ich möchte hier noch
einige beschreiben, bzw. erklären, warum ich in der
Beschreibung so vorgegangen bin. Die von mir beschriebenen
Materialien sind nach Belieben austauschbar, sofern auf
gute Qualität geachtet wird und die passenden Größen
verwendet werden, speziell Verhältnis Durchmesser des
Vorfachs zu Größe der Quetschhülsen. Ich verwende sehr
gerne Materialien bzw. Kleinteile aus dem BigGame-Bereich,
welche zum größten Teil von amerikanischen Herstellern
stammen, z.B. „Offshoreangler“, etc.. Diese zeichnen sich
zumeist durch einen höheren Qualitätsstandart aus, als
preiswertere Produkte.
Die Größe der Haken ...
sowie der Abstand zwischen Einzelhaken und Drilling ist
abhängig von der Größe des Köderfisches. Bei Verwendung
großer Köderfische kann u.U. ein dritter Drilling nötig
sein. Dieser kann, in entsprechendem Abstand zwischen dem
unteren Drilling und dem Einzelhaken, mit dem „NoKnot“ an
gewünschter Stelle gebunden werden. Quetschungen werden
immer nur am Anfang und am Ende des Rigs vorgenommen.
Alternativ zur Kunststoffkartusche mit Wirbel kann auch
ein Ring & Grommet oder auch ein Schlaufenknoten verwendet
werden. Schlaufenknoten setzte ich heute jedoch nur noch
selten ein, obwohl er in der Vergangenheit nie einen
Fischverlust verursacht hatte. Ich musste bei Trockentests
jedoch feststellen, dass dieser der Tragkraft einer
Quetschung deutlich unterlegen ist. Weiter verteilt der
Ring bzw. die Kartusche den Druck auf die aufliegende
Schnur in einem größeren Bereich, als dies z.B. bei
Verwendung nur eines Wirbels der Fall wäre, wo der Druck
sehr konzentriert auf einen Punkt fällt.
Das beschriebene Vorfach ...
verwende ich beim Bojenfischen, Stellfischangeln mit
angebundenen Montagen, sowie in abgewandelter Form zum
Grundfischen mit U-Pose, wo es meiner Meinung nach
besonders seine Vorteile ausspielen kann. Durch die
Steifigkeit werden unsaubere Präsentationen durch stark
bewegte Köder vermieden. Ebenso lassen sich sehr schöne
Spinnvorfächer aus den Komponenten : Monovorfach, Ring&Grommet,
Quetschhülsen und Wirbel mit Karabiner bauen, die sich
speziell für schwere Köder wie beispielsweise
Löffelblinker eignen. Beim Einsatz sehr kurzer Vorfächer,
mit Ausnahme der genannten Spinnvorfächer, sowie bei
Verwendung von kleinen Köder, weiche ich auf geflochtene
Vorfächer aus. Diese werden nur geknotet, der Einsatz von
Quetschhülsen entfällt. Auch bei der Fischerei mit frei
treibenden Montagen, z.B.vom Boot, bevorzuge ich
geflochtene Vorfächer.
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| Spinnvorfach
aus Monofil:
Benötigtes Material: Monfiles Vorfachmaterial,
Quetschhülsen, Wirbel mit Karabiner, Ring & Crommet oder
alternativ Kunststoffkartusche mit Wirbel.
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U-Pose auf Monovorfach:
Montiert zur Verwendung als Grundmontage. Zusätzlich
benötigtes Material zur o.g. Bauanleitung: 1 U-Pose
geeigneter Tragkraft (abhängig von der Ködergröße und der
Strömung), 2 Schnurperlen, 2 Schnurstopper bzw. alternativ
passende Silikonschlauchstücke.
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Alternativ Wirbel mit
Kunststoffkartusche:
Schlaufenknoten (rechts) und Ring & Crommet (links).
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Geflochtene Alternative zu
Monofil:
Für diejenigen, die steife Vorfächer fischen möchten,
jedoch nicht mit monofilem Vorfachmaterial oder
Quetschhülsen arbeiten möchten, bietet AHF Leitner mit dem
SuperCat Compound Vorfachmaterial eine gute Alternative.
Es handelt sich um ein ummanteltes Kevlarvorfach, welches
sich gut und einfach auf herkömmliche Art und Weise
verarbeiten lässt.
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Vorfach aus geflochtenem
Material:
Leitner Kevlar für Einsatzzwecke, bei denen weiches
Vorfachmaterial Vorteile zeigt.
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Viel Spaß beim Nachbauen und
Basteln wünsche ich allen Lesern. Besonderes bedanken
möchte ich mich bei Thorsten Theiss für die Unterstützung
beim Fotografieren.
Euer
Thomas "Tomcat" Dörr |
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