ÜBERSICHT
Home
Linkliste
Werbepartner
Kontakt
Gästebuch
Impressum
  CLAN SILURE
Brothers
Friends
  BERICHTE
Clanberichte
Gästeberichte
Interviews
Clantalk
  METHODEN
Montagen
Knoten
  TACKLE
Tackle Tests
Gäste Tackle
Clan Tackle
  MEDIEN
Publikationen
Vorträge
  MULTIMEDIA
Fotogalerien
Freunde
Videoshows

  NETWORKS

Facebook

Weblog

YouTube

 

 

 


 


 

von Jens van Laak

 

 
Es ist Winter 2002/2003 ...
 

Seit nun mehr als 5 Wochen war ich nicht mehr fischen und bis Anfang März wird das auch noch so bleiben. Doch fast jede Nacht kreisen sich meine Gedanken um die Fischerei. Wie jeden Winter nehme ich mir wieder Unmengen von neuen Aufgaben fürs neue Jahr vor. Ende Mai realisiere ich, dass diese gar nicht alle durchführbar sind, wenn man noch ein „normales Leben“ führen will. Das ist mir sehr wichtig. Doch die Ziele, die ich mir jedes Jahr stecke, erreiche ich fast immer.

Die Karpfenangelei ist zwar meine größte Leidenschaft, doch sie ist mir nicht am Wichtigsten. Neben dem Karpfenangeln gehe ich meist 3 mal die Woche ins Fitnessstudio und habe sonst noch ein Paar Hobbys. Also ein voller Terminkalender. Nach 3 Jahren, in denen die Winter durchgeangelt wurde, waren meine Erfolge sehr spärlich, was sicher damit zusammen hängt, dass ich im Winter auch dünn besetze Seen befischt habe. Nun wird diese Zeit anders genutzt. Jetzt schlage ich zwei Brummer mit einer Klappe. Zum einen verspreche ich meinen Freunden, die alle samt keine Angler sind, dass ich die nächsten 3 Monate zwei Schritte kürzer trete und an den Wochenende nicht wie gewohnt die meiste Zeit am Wasser, sonder mit Ihnen die Disse unsicher mache. So eine Auszeit kann mal ganz erholsam sein. Man schöpft neue Energie und geht mit gestärktem Tatendrang ins neue Jahr hinein. Zum anderen laufen die Vorbereitungen für die neue Saison. Im Winter wälze ich die Literaturbücher auf der Suche nach neuen Anregungen. Ich kreiere neue Mixe, besuche Messen, repariere und vervollständige mein Takle, überlege und plane neue Taktiken, lote neue Gewässer und erstelle Gewässerkarten. Das ist eigentlich jedes Jahr das Gleiche, denn Stillstand bedeutet Rückstand. Wer immer sein altbewährtes einsetzt, nicht offen für neue Sachen ist und sich nicht verändert, der wird auf Dauer weniger fangen!!!
 

Ich für meinen Teil versuche mit der Zeit zu gehen ...
 

Jedes Jahr befische ich mindestens ein neues Gewässer. Dieses wird dann übers Jahr mal mehr mal weniger stark befischt. Am Ende des Jahres entscheide ich dann, ob es sich lohnt, noch mehr Zeit zu investierten oder die Zeit besser für eine anders Gewässer zu nutzen. Die Aspekte zum Gewässerwechsel denke ich, sind für jeden verschieden. Der eine ist nach einem bestimmten Fisch aus, der andere sucht Erholung und der dritte will möglichst viele Fische fangen. Was ich nicht verstehen kann, dass einer fischen geht, weil er sonst nichts anderes hat. Das gibt es auch! Ich betreibe das Hobby, weil es mir Spaß macht und Freude bringt und nicht weil man mit ihm so schön die Zeit totschlagen kann.
 


Ich möchte den oben genannten Begriff „normales Leben“ noch einmal aufgreifen ...
 

Es ist schwer als leidenschaftlicher Karpfenangler ein normales Leben zu führen. Da unser Hobby einen sehr hohen Zeitaufwand beinhaltet. Dieser Aufwand steigt je größer das Gewässer ist. Lasst es mich kurz erklären. Wenn ich an einem 2ha Pool sitze kann man mit herkömmlichen Hilfsmittel anfüttern und braucht kein Boot. So habe ich auch angefangen. Aber ich habe mich weiter entwickelt. Jetzt suche ich mir größere Gewässer so ab 20 ha mit möglichst wenig Fischen aus. Dort ist es so richtig schön schwierig, Karpfen zu fangen. Denn nichts befriedigt mich mehr als unter schwierigsten Bedingungen, mal abgesehen vom Winter, doch noch zum Erfolg zu kommen. Ich gehe primär fischen, weil ich Spaß habe einfach nur meine Köder zu baden und nicht weil ich ungedingt Fische fangen möchte. Bei bis zu 75 % Blankzeit in der Saison muss man schon diese Einstellung haben. Die härteste Zeit an die ich mich erinnern kann waren 37 Nächte ohne Fische.

Ich habe nie an so überbesetzten Gewässern gefischt. Es ist für mich nichts langweiliger als an einem kleinen See zu sitzen, den, wenn man gut drauf ist, überspringen kann. Falls man mal einen schlechten Tag hat und es nicht schafft, was ja auch vorkommen soll, springt man halt vom einem Karpfenrücken zum nächsten und überquert so den Tümpel. So überbesetzt sind diese und man fängt sich jede Nacht die Lähmung.
 


Große Gewässer haben auf mich einen ganz besonderen Reiz ...
 

Es beeindruckt mich sehr wenn man die Wellen sieht, die bei starkem Wind entstehen. Man versucht mit seinem kleinen Schlauchboot gegen diese anzukämpfen. Man kommt sich so klein und bezwingbar vor. Oder diese riesige Fläche Wasser liegt vor einem und man versucht die Fische auf einem Bruchteil der kompletten Fläche zu haken. Vielleicht ist das der Grund, warum ich so gerne zum Orient will. Jeder kennt bestimmt die Bilder vom Orient, wo man am Horizont das gegenüber liegende Ufer erahnen kann und die dicken Moppen und die Baumstümpfe und der Schlamm und alles .... Wahnsinn. Nachdem die Beruhigungstablette gewirkt hat zurück zum Thema.

An großen Gewässern ist die Anlegung einer Gewässerkarte viel aufwendiger. Ich zeichne bei einer Umrundung zu Fuß alle für mich wichtigen Merkmale wie ein z.B. großer Baum eine frei Stelle auf eine Karte ein. Danach lote ich per Echolot und Blei erst die Bereich ab, die etwas abgetrennt sind ab, (wenn vorhanden). Danach widme ich mich dem Hauptteil, ich durchquere den See in parallelen Bannen. Falls ich eine Unauffälligkeit gefunden habe schmeiße ich zur Markierung eine H-Boje raus und lote diesen Bereich in einem Raster genauer aus. An diesen Stellen taste ich zusätzlich mit dem Kugelblei von 120 – 150g an einer geflochtenen Schnur den Bereich auf die Bodenbeschaffenheit ab und markiert dies sofort auf meiner Karte. Den Abstand zwischen den einzelnen Banne variiere ich je nach Wassertiefe zwischen 5 Meter bei ca. 2-3 Wassertiefe und 15 – 20 Meter bei über 17 Meter Wassertiefe. Warum dies?? Weil ein Berg der von 17 auf z.B. 10 oder 12 Meter ansteigt ein deutlich breiteren Bereich Unterwasser in Anspruch nimmt als eine Anstieg von sagen wir mal 1 Meter. Dieser wäre dann für mich auch uninteressant weil ich nicht auf 16 Meter fischen möchte. So lote ich komplette Gewässer aus.
 

Ein Boot ist natürlich Voraussetzung ...
 

sei es um die Ruten auszulegen, die Fische zu drillen oder einfach nur damit man besser zu seinen Plätzen kommt. Die Futtermengen sind größer also auch der Zeitaufwand bei der Herstellung. Denn von Fertigboilies halte ich weniger als nichts. Also gar nichts, seien sie noch so schön bunt. Auch das Füttern selber benötigt viel mehr Zeit als an einem kleinen Pool. Da legt man in schlechtesten Fall ein Fußmarsch von 10 Minuten hin, ballert sein Kilo Boilies mit dem Cobra auf den Spot und ist wieder verschwunden. Bei größeren See steckt meistens mehr Aufwand dahinter. Jetzt nicht ,weil das versenken von 6 kg Boilies mit dem Cobra länger dauert, sondern weil dort oft ein Boot eingesetzt wird. Das heißt Boot aufblasen, schleppen, Echolot installieren, 100 bis 600 Meter rudern, Stelle finden, anfüttern und wieder die gleiche Distanz zurück rudern. Dabei gehen gut und gerne 1 Stunde bis 1h 30min drauf, zzgl. die Anfahrt. Ich sehe es auch ein, dass wir alle ziemlich verrückt sind. Denn welcher normale Mensch zieht eine Behausung in einer nördlichen Bucht an einem Pool bei starkem SW Wind und Dauerregen gepaart mit Temperaturen um 10C° im Herbst seinem eigenem Bett vor? Ich, und denke auch die meisten von uns.

Aber nichts desto Trotz liebe ich unser Hobby und so manche schöne und unvergeßliche Momente am Wasser lassen mich die ganzen Stunden, die finanziellen Entbehrungen, die Enttäuschungen, die teilweise harte Arbeit und nicht zuletzt die unheimlich vielen Blanks vergessen. Den Moment, in dem ich meinen wirklichen Traumfisch in den Armen halte, sehne ich mir schon so sehr herbei, dass ich die Arbeit gerne in Kauf nehme. Ich lebe noch dem Motto: „Wer seinen Schweinehund immer und immer wieder bezwingt, der wird am Ende reich belohnt.“
 


Ein Thema was mir besonders am Herzen liegt ist die Effektivität ...
 

Da ich für meinen Teil noch ein halbwegs normales Leben führen will, liege ich nicht den gesamten Urlaub und die kompletten Wochenenden am Wasser. Ich fahre auch schon mal zum Ballermann und lasse fünfe gerade sein. Doch ich versuche durch optimale Vorbereitungen und wechseln der Stelle das Beste aus jeder Nacht herauszuholen. Localisation steht bei mir an erster Stelle und deshalb der große Aufwand, komplette Gewässerkarten herzustellen. Und das unterscheidet mich von den meisten Anglern. In den besten Zeiten ca. 3 Wochen im Frühjahr und 4 Wochen im Herbst verbringe ich die Wochenenden meist am Wasser. Im Sommer und die meisten anderen Wochen fische ich nur eine Nacht und gehe den anderen Abend aus. Trotz diesen Umständen, die ich ja selber so will, komme ich jedes Jahr immerhin noch auf ca. 40 bis 70 Nächte und bin immer mit meinen Fängen zufrieden.

Die Leute, die zu viel Zeit haben, gehen meist nicht so effektiv vor. Die graben sich 2 Tage oder länger ein und warten auf den Fisch, statt aktiv zu suchen, füttern zu gehen und ihre Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Weil ihre Art ja so bequem ist. Diese sind im meinen Augen einfach faul. Ich weiß, dass wenn man sich Mühe gibt wird man auch belohnt. Bei meinem einzigen Frankreich Trip stellte sich am 4. Tag die Frage, ob wir zu einer für uns besseren Stelle wechseln sollten. Obwohl wir in den meisten Nächten nicht geblankt hatten, zogen wir unserer Meinung nach zur effektiveren Stelle um. Also alles einpacken ab ins Boot und dann wieder aufbauen. Was soll ich sagen, wir fingen nicht wie ihr es jetzt vielleicht gedacht habt wie im Traum. Doch unsere Fänge verbesserten sich und ich fing meinen Personal best. Das war jedes einzelne Gramm Takle wert, was ich schleppen mußte. Die Engländer, die am gleichen Tag auf unsere alte Stelle wechselten fingen wider Erwartens nichts mehr.
 


Wieder in heimischen Gefilden ...

Denn, wenn mir so viel Zeit zur Verfügung steht wie z.B. im Urlaub, habe ich bis zu vier verschiedene Stellen oder Gewässer unter Futter und springe wenn, ich es für richtig halte, jeden Tag zu einem anderen Spot. Das bedeutet vor dem Urlaub bis zu 5 Stunden an verschiedenen Seen füttern zu fahren. Beim Fischen auch mal das Takle für eine oder zwei Stunde bei einem Freund, der zur Besuch ist, zu lassen um nochmals meine Baits auf andere Seen zu verteilen. So grase ich einen Stelle nach der anderen ab. Das ist effektiv!!! Denn ich habe festgestellt, dass man in der ersten Nacht sehr oft besser fängt. Dort gehen zwar die Meinungen auseinander, doch ich für meinen Teil sehe das so. Ich versuche das Optimale aus einem Wochenende herauszuholen. Wenn man so oft die Stellen wechselt, spart man natürlich an seinem Takle. Deshalb versuche ich diese so leicht und klein zu halten wie möglich. Ein Freund von mir lacht immer über mich, weil ich aus den Chips Tüten die Luft herauslasse um Platz zu sparen. Ich nimm’s ihm aber nicht übel und helfe ihm dann bei seinem zweiten Lauf. Ich versuche halt meine Sachen bis ins Detail zu planen. Die Berichte Kurzzeit Sessions von Simon Crow fand ich sehr gut und ich konnte mir einige Dinge abschauen. Das ist was ich euch ans Herz legen will. Wer seine Fänge verbessern will und scheut sich nicht vor Streß und Plackerei, der sollte mal seine Effektivität überdenken.

 

Es gibt Leute, für die ist Karpfenangeln alles. Sie haben ihr komplettes Leben darauf eingestellt und ihr ganzer Freundeskreis sind Angler. Diesen will ich nicht auf die Füße treten und sie kritisieren, nur mein Ding wäre dieses nicht. Deshalb I did it my way.

 


Im diesem Sinne ...


Tight Lines


 

 

 

 

 
     
 

<<  Copyright © by Clan Silure 2010  >>

**  Layout & Webdesign by Steffen Reuther © SR-DESIGN  **