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von Waller Kalle

 

 
Die noch junge Geschichte des Neckars ...

Vor 20 Jahren war der Waller im Neckar faktisch nicht vorhanden. Lediglich ein Berufsfischer konnte im Jahre 1978 einen kleinen 12 Pfünder an der Hirschhorner Schleuse fangen. Von 1984 – 1988 wurden zwei Waller am Warmwasserauslauf des Kraftwerkes in Obrigheim gefangen. Beide Fische waren ca. 1,30 m lang. Doch im Jahre 1989 kam die große Wende. Nachdem ich meinen ersten Waller rein zufällig beim Spinnfischen unterhalb der Schleuse in Rockenau fing, gelang es mir in der gleichen Woche noch weitere 8 Waller zu fangen. Bereits in dieser ersten erfolgreichen Saison konnte ich 23 Waller überlisten. Das Durchschnittsgewicht lag bei ca. 20 Pfund. Der Größte war 27 Pfund schwer.


Das Klopfen mit dem Wallerholz brachte mir von 1996 - 1998 über 100 Waller !!!

Damit hatte ich für die nächste Saison im Frühjahr bereits erste wichtige Erfahrungen für mich gesammelt. Ich kannte einige Erfolg versprechende Stellen und ich begann bereits einige Wochen früher mit dem Spinnfischen. Somit gelang es mir 1990 bereits in der Spinnfischerzeit im Frühjahr mein Gesamtergebnis aus der letzten Saison zu toppen. Meinen Neckarrekord konnte ich auch auf 42 Pfund steigern. Meinen 43-ten und letzten Neckarwaller der Saison 1990 fing ich am 27. November. In den folgenden Jahren kamen auch andere Angelmethoden dazu. Im Sommer vor allem das Klopfen mit dem Wallerholz vom Bellyboat aus. Mittlerweile waren wir am Neckar etwa eine Hand voll eingefleischter Wallerangler und jedes Jahr verdoppelte sich die Anzahl der Wallerspezialisten am Neckar.

Die meisten davon fischten jedoch nur mit der Spinnrute unterhalb der Schleusen. Dadurch wurden gerade diese Stellen stark beangelt und die Fangerfolge gingen hiermit natürlich leicht zurück. Doch bereits um 1996 / 97 wurden schon zahlreiche Waller zwischen 50 und 60 Pfund gefangen. Allerdings war das Klopfen mit dem Wallerholz vom Bellyboat aus immer noch ein Renner. Sicherlich weil diese Methode nur drei Wallerangler betrieben und wir sehr vorsichtig damit umgingen. Das heißt, wir befischten einen Streckenabschnitt nur maximal einmal in der Woche. Stark änderten sich diese Erfolge um 1998. Zu dieser Zeit begannen zwei weitere Wallerangler mit dem Wallerholz so ziemlich alles falsch zu machen was man falsch machen konnte. Sie beklopften bereits im Januar die Winterruheplätze wie die verrückten und freuten sich über die leicht steigenden Fische auf dem Echolotbildschirm. Täglich bearbeiteten Sie diese Stellen mehrfach, natürlich ohne den erhofften Fangerfolg.
 


Im Mai rotten sich die Waller im Neckar auf den Laichplätzen erneut wie auf den Winterruheplätzen zusammen

Diese Stellen wurden von den beiden erneut beharkt bis zum umfallen, allerdings mit nur äußerst mäßigem Erfolg. Aber es gab danach in diesen beiden Streckenabschnitten keine Waller mehr, die nicht an das Klopfen mit dem Wallerholz gewöhnt waren. Der gleiche Zeitaufwand mit der gleichen Methode zum richtigen Zeitpunkt, im Hochsommer, bei hohen Wassertemperaturen, nach der Laichzeit, dann wenn sich die Waller wieder mehr im Neckar verteilt haben, dann wenn man mit dieser Methode jeden Fisch unter den günstigsten Voraussetzungen einzeln anklopfen kann, hätte den beiden sicherlich völlig andere Fangerfolge beschert. Aus diesem Grunde fischte ich ab dieser Saison verstärkt Stationär vom Ufer aus, oder befischte vom Bellyboat aus mit dem Wallerholz andere Flussabschnitte auf der Heilbronner und Heidelberger Strecke.

Hinzu kam eine weitere Methode, die mittlerweile zur erfolgreichsten Methode am Neckar wurde, das Fischen mit der Unterwasserpose. Aber auch das Fischen mit der Luftballonmontage brachte sehr gute Ergebnisse. Das Klopfen mit dem Wallerholz verlagerte ich nunmehr in andere Streckenabschnitte die von den beiden besagten Walleranglern nicht mehr erreicht wurden. Mittlerweile hatte ich am Ende der Saison meinen Neckarrekord auf 1,99 m und 49 kg gesteigert. 1998 fing ich insgesamt 6 Waller über 80 Pfund im Neckar. Ab etwa 1998 verlagerte ich meine Wallerangelaktivitäten dann zunehmend mehr an den Rhein. In der Saison 2003 hatte ich erstmals seit über 25 Jahren keine Angelkarte mehr am Neckar. Was natürlich mit der Eröffnung unseres Waller-Kalle-Silure-Camps am Po und dem damit verbundenen Umzug nach Italien zusammenhing. Meine alten Freunde am Neckar, vor allem möchte ich hier Theo, Nico, Günther, Tom und Markus nennen, fangen zwar zunehmend weniger Waller aber mittlerweile wurden die ersten Neckarwaller über der magischen 2 Metermarke gefangen. Der Neckarrekord liegt zur Zeit bei 134 Pfund.

Wie es zu dieser Wallerbestandsentwicklung kam

Vermutlich haben geringe Besatzmaßnahmen in den Neckarnebenflüssen Jagst und Kocher um die Jahre 1982 - 1984 für den heutigen Neckarwallerbestand gesorgt. Diese beiden Nebenflüsse sind deutlich kälter und bieten dem Waller bei weitem nicht so günstige Lebensräume wie der Neckar. Deshalb ist die Mehrzahl, dieser weniger als 50 ausgesetzten Waller in den Neckar abgewandert und fühlen sich hier mittlerweile pudelwohl. Mittlerweile hat die Natur die eindeutige Entscheidung getroffen, dass der Waller der ideale Raubfisch für Deutschlands wärmsten Fluss ist. Im Gegensatz zu den Besatzmaßnahmen.

Die Vereine setzen jährlich für viele tausend Euro Hechte in den Neckar. Die Hechte fühlen sich im Gegensatz zu den Welsen in der warmen trüben Brühe alles andere als wohl. Zudem ist der Neckar ab Stuttgart schon seit vielen Jahren als Hauptschifffahrtslinie ausgebaut, wodurch der Hecht keine mit Wasserpflanzen bewachsene Flachwasserzonen als Laichplätze findet. Weiterhin ist die jährliche mittlere Wassertemperatur durch die allgemeine globale Erwärmung in den letzen 15 Jahren und durch den Bau von Kraftwerken mit Warmwassereinläufen um mehrere Grad gestiegen. Dadurch hat sich dieser Lebensraum so sehr verändert, dass die Wassertemperatur des Neckars fast das ganze Jahr über, mit der Wassertemperatur des Riba Roja-Stausee´s am Ebro im mehr als 1000 km weiter südlich gelegenen Spanien, mithalten kann. Diese Lebensraumveränderung hat zwangsläufig Veränderungen in der Fischfauna zur Folge. Zu den Verlierern gehören: Hecht, Schleien, Rotauge, Döbel, Barbe u.a. Gewinner sind: Brachsen, Rapfen, Karpfen, Zander und vor allem unsere geliebten Waller.

Aufgrund einer Verkrüppelung der Schwanzflosse konnten wir diesen Waller bei zwei weiteren Fängen eindeutig wieder erkennen. Hier (links) bei seinem ersten Fang im März 1993 wog er genau 30 Pfund bei einer Länge von 107 cm. Nur 13 Monate später (rechts) konnte ich ihn ein zweites Mal fangen. Jetzt mit 123 cm bei genau 39 Pfund beim Klopfen mit dem Wallerholz vom Bellyboat aus an der gleichen Stelle nur auf der anderen Uferseite. Weitere 3 Jahre später fing ihn mein Angelkamerad Chris mit 158 cm bei 66 Pfund mit einer tief gestellten Luftballonmontage. Dies sind etwa die Wachstumsraten der Neckarwaller wie wir bei zwei weiteren Waller die zweimal gefangen wurden feststellen konnten. Vermutlich gerade Aufgrund der Verkrüppelung die für ihn sicherlich eine Behinderung darstellt ist dieser Waller eindeutig leichter wieder zu fangen als andere. Aber es waren dennoch drei verschiedene Wallerangelmethoden nötig um in dreimal zu überlisten. Im Gegensatz zu den großen Neckarkarpfen. Diese sind mittlerweile alle bekannt und bekamen Namen wie zum Beispiel der "Holzgeschnitzte“, "Polofisch“, “Zeiler“, "Ahab“ und natürlich "Big Ben“. Alle sind mittlerweile bis zu 20 Mal gefangen worden. Daraus kann man schließen, dass die Anzahl der Waller im Neckar um ein vielfaches höher ist als die Anzahl der Karpfen.
 


Moderne Hexenverfolgung ...

Doch leider sind unsere Waller nicht von allen so geliebt wie von uns. Er soll der Hauptgrund für die zurückgehenden Weisfischbestände sein. Aus diesem Grunde hat man auch eine Verordnung am Neckar und mittlerweile in vielen anderen noch jungen aufkommenden heimischen Wallergewässern getroffen, dass jeder gefangene Waller dem Gewässer entnommen werden muss, was einer modernen Hexenverfolgung gleich kommt. Im Gegenteil, man handelt gegen die Natur. Man besetzt weiter den Neckar mit Fischen die sich noch vor dessen Veränderung dort wohl gefühlt haben, was durch die Erhöhung der Wassertemperatur vor allem bei den Hechtbesatzmaßnahmen an Tierquälerei grenzt. Vielmehr sollten wir die Entscheidung der Natur, die sich den Waller als Leitraubfisch ausgesucht hat akzeptieren, was für mein Naturverständnis bedeutet, dass man die Wallerbestände hegen und pflegen sollte.

Da diese erschreckende Tendenz am Neckar leider kein Einzelfall ist sondern Europaweit erschreckende Ausmaße annimmt ist es wichtig dass wir Wallerangler National und International ein Sprachorgan bekommen. Wir dürfen uns das nicht bieten lassen. Nur leider haben ein paar hundert oder tausend „gestörte Angler“ bei uns in Deutschland politisch keinen Einfluss. Deshalb kann unser bestreben nur sein: „Wallerangler aller Länder vereinigt Euch“. Bei einer irgendwann ansehenden Europäisierung der Fischereigesetze müssen diese Vereinigungen dann die entsprechende Lobbyarbeit betreiben. Und hier könnt Ihr eins glauben: Hier wird die Diskussion von Ländern wie England den Beneluxstaaten und den Skandinavischen Ländern den Ländern der EG- Osterweiterung aber auch den Mittelmeerländern angeführt werden. In diesen Ländern sind Angler allein durch ihre Anzahl bedingt, ein wichtiger politischer Faktor.
 

Die einzelnen Abschnitte innerhalb des Neckars .....

Ab dem Großraum Stuttgart bis zur Mündung in den Rhein für Wallerfischer interessant. Im Großraum Stuttgart steckt das Wallerfischen zwar noch in den Kinderschuhen und es wird noch wenig auf Waller gefischt, doch dies wird sich sicherlich in den nächsten 5 Jahren ändern. Fische sind bereits in ausreichender Stückzahl vorhanden und der eine oder andere 2 Meter-Waller schwimmt sicherlich auch schon in Stuttgart unterhalb einer Schleuse.


Der Großraum Heilbronn ...

ist einer der ersten Bereiche den die Waller im Neckar bevölkert haben. In diesem Abschnitt habe ich in den Jahren 1995 – 1997 mehrere Waller bis 84 Pfd. fangen können. Hier vermute ich auch die allergrößten Neckarwaller mit bis zu einer Länge von 230 cm. Erfolgreiche Stellen sind immer oberhalb und unterhalb der Schleusen, der Heilbronner Osthafen mit seinem Warmwasserkraftwerksauslauf, der Mündungsbereich des Osthafens in den Neckar und der Anfang des Schifffahrtskanals direkt unterhalb der A81 Autobahnbrücke befindet sich ein mehr als 6 m tiefes Loch, der Warmwasserauslauf des Kraftwerks Neckarwestheim.
 

Von Mosbach bis Hirschhorn ...

ist der Bereich in dem ich viele tausend Wallerangelstunden verbracht habe. Hier leben sicherlich die dichtesten Wallerbestände des Neckars und mittlerweile haben die Generationen die ich in meinem ersten Wallerangeljahr 1989 fangen konnte, alle die 2 Metermarke weit überschritten. Ausnahmefische werden schon Längen von 220 cm erreichen und Gewichte bis 70 kg bringen. Beste Stellen sind immer die tieferen Bereiche oberhalb der Schleusen, aber im Frühjahr auch unterhalb der Schleusenwehre, sowie alle tiefen Außenkurven.
 

Der Warmwassereinlauf des Kernkraftwerkes Obrigheim ...

ist die wohl am meisten befischte Wallerangelstelle des Neckars. Dies haben die Waller schon in den Jahren um 1995 begriffen und größere, ältere, erfahrenere Waller meiden diese Stelle schon lange. Ich habe seit 1996 nicht mehr im unmittelbaren Warmwasserauslauf des KKW Obrigheim gefischt. In dieser Zeit habe ich alleine mehr Waller in einer Saison im Neckar fangen können als die vielen Angler die nur am Kraftwerk fischten. Oberhalb der Schleuse Hirschhorn ist mit 12,5 m der tiefste Bereich des Neckars. Deshalb befindet sich hier in der steilen Außenkurve auch die größte Walleransammlung des Neckars.
 

Von Hirschhorn bis Heidelberg ...

sind ebenfalls hervorragende Bestände. Nur sind Längen und Gewichte etwas geringer als in den beiden vorher genannten Streckenabschnitten. Unterhalb der Schleusen ist das Spinnfischen von März bis Anfang Juni interessant.
 

Der Streckenabschnitt von Heidelberg ...

bis zur Mündung in den Rhein bei Mannheim ist die große Unbekannte. Die Waller die vor vielen Jahren in der Jagst und im Kocher ausgesetzt wurden, dürften nicht die Hauptvorfahren dieser hier lebenden Waller sein. Sicherlich sind schon vor vielen Jahren die etwas älteren Wällerbestände des Rheins in den Neckar hineingezogen und haben hier schon recht frühzeitig für einen geringen Wallerbestand gesorgt. Diese könnten deshalb auch schon enorme Größen erreicht haben. Die besten Stellen sind der Turbinenauslauf der Schwabenheimer Schleuse, der alte Neckar unterhalb der Autobahnbrücke und der Mündungsbereich in den Rhein.
 


Beste Jahreszeiten

Unter günstigen Witterungseinflüssen kann das Wallerfischen im Neckar bereits im Februar beginnen. Normalerweise erst im März wenn die Wassertemperatur auf über 10 ° C ansteigt. In der Laichzeit ist es ziemlich aussichtslos auf Waller zu fischen. Die dafür nötigen 20 – 23 ° C erreicht der Neckar bereits im Mai. In den Streckenabschnitten um Stuttgart, flussaufwärts von Heilbronn sowie flussabwärts von Hirschhorn ist der Neckar nicht durch Kraftwerkseinläufe aufgeheizt und erreicht diese Werte in aller Regel etwa 2 – 3 Wochen später. Im Juli und August funktioniert das Wallerfischen im Neckar, gehört aber nicht zu den besten Jahreszeiten. Im Gegensatz zu den Monaten September und Oktober. Sie zählen zu den besten Zeiten was der Neckar zu bieten hat. In günstigen Jahren werden auch noch im November und sogar Anfang Dezember von Obrigheim bis Hirschhorn Waller gefangen. Je kälter die Wassertemperatur im Herbst umso tiefer muss gefischt werden.
 

Positive und negative Bedingungen am Neckar ...

Jeder auch nur geringste Wasseranstieg hat auf die Wallerfischerei am Neckar negative Auswirkungen, ganz im Gegensatz zum Wallerfischen bei uns am Po. Wenn Wasser über die Walzen der Stauwehre fließt wird es schwer. Nord und Ostwind sind weitere negative Witterungseinflüsse. Niedrige und normale Wasserstände sind positive Bedingungen um am Neckar auf Waller zu fischen. Genauso wie südliche und westliche Windrichtungen oder noch besser Windstille.


Methoden und Montagen

Der Neckar ist eine deutsche Hauptschifffahrtsstrasse und ein Wallerangler kann nicht Bojenmontagen wie z. B. in Spanien an den Ebrostauseen spannen. Wer es dennoch probiert wird mit Sicherheit einen Besuch der Wasserschutzpolizei bekommen. Überhaupt sollte man möglichst seine Montagen so unauffällig wie möglich gestallten. Meine Freunde und ich haben viele Jahre lang problemlos etwa folgendermaßen agiert: Mit vormontierten Ruten in die Nähe der ausgewählten Angelstelle fahren, ausladen, Auto mindestens 500 m weit wegfahren, Aufbau und Ausbringen der Montagen bei Einbruch der Dunkelheit und Abbau des Angelplatzes vor Sonnenaufgang.
 

Das Spinnfischen

Wie anfänglich bereits erwähnt ist das Spinnfischen unterhalb der Schleusenwehre eine erfolgreiche Methode am Neckar. Das Spinnfischen auf der Strecke wird bisher nur wenig praktiziert. Ich habe es immer mal wieder mit Erfolg probiert. Man benötigt hierfür eine 3 – 3,3 m lange schnelle Wallerspinnrute. Wurfgewicht etwa 100 – 250 g. Eine 0,30er steife Dyneemaschnur muss auf einer großen Stationärrolle mit Kreuzwicklung bespult werden. Löffelblinker mit 40 – 100g sind die beste Wahl. Mit dieser Ausrüstung ist man dann auch in der Lage die an fast jeder Schleuse erforderlichen 80 m weit zu werfen. Unter günstigen Thermik- und Windverhältnissen sogar 130 m weit.

Wer mit seiner Ausrüstung nur 40 oder 50 m weit werfen kann, braucht an den Neckarschleusen erst gar nicht anzutreten. Damit wirft man in aller Regel nur in das strömende Turbinenwasser und hat keine Chance einen Biss zu bekommen. Die besten Zeiten sind Tagsüber. Bei Einbruch der Dunkelheit kann man getrost einpacken. Um den Hechelzähnen des Wallers etwas entgegensetzen zu können, muß auch beim Spinnfischen ein dickes Wallervorfach zwischen Hauptschnur und Blinker montiert werden. Bei fast allen Blinkern müssen unbedingt alle Drillinge, Karabiner und Sprengringe gegen stabilere ausgetauscht werden. Bereits vor einigen Jahren, als die Neckarwaller noch deutlich kleiner waren, haben wir anfänglich mehr als die Hälfte aller Waller deswegen verloren.
 

Die Luftballonmontage

Zum Ausbringen dieser Montagen benötigt man auf jeden Fall eine Schwimmhilfe. Am besten eignet sich ein Bellyboat. Aber auch ein kleines Schlauchboot oder gar eine Luftmatratze können zum Einsatz kommen. Man montiert einen Seaboom auf die Hauptschnur, schiebt noch einen Gummistopper ebenfalls auf die Hauptschnur und befestigt dann an das Ende der Hauptschnur einen Wirbel ohne Karabiner. An das Ende des Karabiners kann nun bei einer flach an der Oberfläche gefischten Luftballonmontage bereits das ca. 1 Meter lange Vorfach montiert werden. In die Öse des Wirbels knotet man nun einen ca. 8 cm groß aufgeblasenen Luftballon. ( erhältlich im Waller- Kalle Programm der Firma Sänger). In das Seaboom hängt man nun das 300 g Grundblei.
 


Oder man bindet einen 2 – 3 kg schweren Stein wie ein Paket und befestigt diesen mit einer 0,30er monofilen Abreissleine am Seaboom. Der Angelpartner hält nun die Rute am Ufer mit geöffnetem Bügel in der Hand. Der andere Angler steigt mit dem Bellyboat ins Wasser. In einer Hand hält man das Seaboom mit dem Stein oder dem Grundblei, mit der anderen Hand hält man den Köder ins Wasser. Nun fährt man auf den gewünschten Angelplatz, setzt den Köder ins Wasser und zieht weiter Schnur durch das Seaboom ab. Gleichzeitig paddelt man mit dem Bellyboat mindestens doppelt so weit flussaufwärts wie die Wassertiefe am Angelplatz. Hierbei muss der Luftballon auf der Stelle stehen bleiben und darf nicht hinterher geschleift werden. Nun setzt man den Stein / Grundblei ins Wasser und zieht dabei Schnur von der Rute am Ufer bei. Wenn das Gewicht am Grund aufliegt erkennt man dies an der nachlassenden Spannung und gibt dem Angelpartner an Land das Kommando: Spannen. Nun legt der Angelpartner den Bügel der Rolle um und kurbelt die gesamte Montage auf Spannung, bis sich der Luftballon bewegt.

Erfolgt nun ein Biss, muss die Rute von der Auflage genommen werden und zuerst das Dreieck zwischen Rute- Grundblei und Luftballon aufgekurbelt werden, damit der Anschlag auch tatsächlich beim Fisch ankommt. Mit jeder weiteren Rute muss genauso verfahren werden. Hierfür sollte man pro Rute mindestens 10 – 15 Minuten einkalkulieren. Aufbau der Rutenhalter oder Dreibeinaufbau sowie Montage der Ruten erfordern zusätzlich ca. 30 Minuten. Möchte man diese Luftballonmontage im Herbst in Grundnähe fischen, so muss hinter den Wirbeln in den der Luftballon eingeknotet wird ein weiteres ( etwa 2 Meter kürzeres als die Wassertiefe am Angelplatz ) Hauptschnurstück angeknotet. Darauf schiebt man nun ein 100 g Durchlaufblei dann noch ein Gummistopper als Puffer und knotet nun einen weiteren Wirbel, an dessen andere Öse nun das Vorfach befestigt wird.


Die doppelt abgesenkte Luftballonmontage

Man kann auch eine Luftballonmontage mit zwei Steinen doppelt absenken. Wir benutzen diese Montage immer wenn wir auf der gegenüberliegenden Uferseite angeln möchten. Diese doppelte Absenkung ist nötig damit die Neckarfrachtschiffe über unsere Montagen fahren können. Man schiebt zwei Seabooms auf die Hauptschnur. Befestigt an das Ende der Hauptschnur einen großen stabilen 3-Wegewirbel. An die obere Öse des 3-Wegewirbels befestigen wir noch ca. 2 m weitere Schnur an dessen Ende ein Luftballon geknotet wird.
 


Die Unterwasserposenmontage

Die Unterwasserposenmontage ist mittlerweile zur erfolgreichsten Montage im Neckar aufgestiegen und wird auch bei uns am Po mit großen Erfolg angewendet. Es ist eine sehr einfache Montage und kann mit kleineren Ködern sogar mit einem Schleuderwurf auf Distanzen von 30 – 40 m geworfen werden. Bei uns am Po mit einem Aal sogar 60 – 70 m weit. Man schiebt zuerst einen Seaboom auf die Hauptschnur. Anschließend noch einen Stoppergummi als Puffer und knotet dann einen Wirbel an das Ende der Hauptschnur. An die andere Öse des Wirbels knotet man ein Vorfach mit ca. 1,7 m Länge, dann fädelt man einen Stoppergummi auf und fährt mit dem Vorfach ein zweites Mal durch den Stopper. Anschließend zieht man das Vorfach durch die Röhre der Unterwasserpose. Nun befestigt man den zweiten Gummistopper wie den ersten. Zum Schluss knotet man den Wallerhaken an das Vorfachende.
 


Gesetzliche Bestimmungen

Am Neckar ist das Nachtfischen verboten. Nur Aal und Waller dürfen bis Mitternacht und während der Sommerzeit bis eine Stunde nach Mitternacht gefischt werden. Ebenfalls ist das Fischen vom aus Boot verboten. Mein Tipp, ein Bellyboat ist nur eine Wathilfe. Bisher wurde dies auf jeden Fall geduldet.

Aufbau von Zelten ist ebenfalls verboten und wird von der Wasserschutzpolizei mit 180,-€ bestraft. Ein großer 3 m Schirm ist nicht verboten. Das Zurücksetzen von Waller ist in der Angelkarte ausdrücklich untersagt. Na ja, nachts ist es meistens dunkel.

Das Befahren der Neckaruferwege innerhalb der Wiesen ist verboten. An den Schleusen muss mindestens 30m Abstand eingehalten werden und haltet bitte Euren Angelplatz sauber.

 

 


 

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