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Die noch junge Geschichte des Neckars ...
Vor 20 Jahren war der Waller im Neckar faktisch nicht
vorhanden. Lediglich ein Berufsfischer konnte im Jahre
1978 einen kleinen 12 Pfünder an der Hirschhorner Schleuse
fangen. Von 1984 – 1988 wurden zwei Waller am
Warmwasserauslauf des Kraftwerkes in Obrigheim gefangen.
Beide Fische waren ca. 1,30 m lang. Doch im Jahre 1989 kam
die große Wende. Nachdem ich meinen ersten Waller rein
zufällig beim Spinnfischen unterhalb der Schleuse in
Rockenau fing, gelang es mir in der gleichen Woche noch
weitere 8 Waller zu fangen. Bereits in dieser ersten
erfolgreichen Saison konnte ich 23 Waller überlisten. Das
Durchschnittsgewicht lag bei ca. 20 Pfund. Der Größte war
27 Pfund schwer. |
Das Klopfen mit dem
Wallerholz brachte mir von 1996 - 1998 über 100 Waller !!!
Damit hatte ich für die nächste
Saison im Frühjahr bereits erste wichtige Erfahrungen für
mich gesammelt. Ich kannte einige Erfolg versprechende
Stellen und ich begann bereits einige Wochen früher mit
dem Spinnfischen. Somit gelang es mir 1990 bereits in der
Spinnfischerzeit im Frühjahr mein Gesamtergebnis aus der
letzten Saison zu toppen. Meinen Neckarrekord konnte ich
auch auf 42 Pfund steigern. Meinen 43-ten und letzten
Neckarwaller der Saison 1990 fing ich am 27. November. In
den folgenden Jahren kamen auch andere Angelmethoden dazu.
Im Sommer vor allem das Klopfen mit dem Wallerholz vom
Bellyboat aus. Mittlerweile waren wir am Neckar etwa eine
Hand voll eingefleischter Wallerangler und jedes Jahr
verdoppelte sich die Anzahl der Wallerspezialisten am
Neckar.
Die meisten davon fischten jedoch nur mit der Spinnrute
unterhalb der Schleusen. Dadurch wurden gerade diese
Stellen stark beangelt und die Fangerfolge gingen hiermit
natürlich leicht zurück. Doch bereits um 1996 / 97 wurden
schon zahlreiche Waller zwischen 50 und 60 Pfund gefangen.
Allerdings war das Klopfen mit dem Wallerholz vom
Bellyboat aus immer noch ein Renner. Sicherlich weil diese
Methode nur drei Wallerangler betrieben und wir sehr
vorsichtig damit umgingen. Das heißt, wir befischten einen
Streckenabschnitt nur maximal einmal in der Woche. Stark
änderten sich diese Erfolge um 1998. Zu dieser Zeit
begannen zwei weitere Wallerangler mit dem Wallerholz so
ziemlich alles falsch zu machen was man falsch machen
konnte. Sie beklopften bereits im Januar die
Winterruheplätze wie die verrückten und freuten sich über
die leicht steigenden Fische auf dem Echolotbildschirm.
Täglich bearbeiteten Sie diese Stellen mehrfach, natürlich
ohne den erhofften Fangerfolg.
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Im Mai rotten sich die
Waller im Neckar auf den Laichplätzen erneut wie auf den
Winterruheplätzen zusammen
Diese Stellen wurden von den beiden
erneut beharkt bis zum umfallen, allerdings mit nur
äußerst mäßigem Erfolg. Aber es gab danach in diesen
beiden Streckenabschnitten keine Waller mehr, die nicht an
das Klopfen mit dem Wallerholz gewöhnt waren. Der gleiche
Zeitaufwand mit der gleichen Methode zum richtigen
Zeitpunkt, im Hochsommer, bei hohen Wassertemperaturen,
nach der Laichzeit, dann wenn sich die Waller wieder mehr
im Neckar verteilt haben, dann wenn man mit dieser Methode
jeden Fisch unter den günstigsten Voraussetzungen einzeln
anklopfen kann, hätte den beiden sicherlich völlig andere
Fangerfolge beschert. Aus diesem Grunde fischte ich ab
dieser Saison verstärkt Stationär vom Ufer aus, oder
befischte vom Bellyboat aus mit dem Wallerholz andere
Flussabschnitte auf der Heilbronner und Heidelberger
Strecke.
Hinzu kam eine weitere Methode, die mittlerweile zur
erfolgreichsten Methode am Neckar wurde, das Fischen mit
der Unterwasserpose. Aber auch das Fischen mit der
Luftballonmontage brachte sehr gute Ergebnisse. Das
Klopfen mit dem Wallerholz verlagerte ich nunmehr in
andere Streckenabschnitte die von den beiden besagten
Walleranglern nicht mehr erreicht wurden. Mittlerweile
hatte ich am Ende der Saison meinen Neckarrekord auf 1,99
m und 49 kg gesteigert. 1998 fing ich insgesamt 6 Waller
über 80 Pfund im Neckar. Ab etwa 1998 verlagerte ich meine
Wallerangelaktivitäten dann zunehmend mehr an den Rhein.
In der Saison 2003 hatte ich erstmals seit über 25 Jahren
keine Angelkarte mehr am Neckar. Was natürlich mit der
Eröffnung unseres Waller-Kalle-Silure-Camps am Po und dem
damit verbundenen Umzug nach Italien zusammenhing. Meine
alten Freunde am Neckar, vor allem möchte ich hier Theo,
Nico, Günther, Tom und Markus nennen, fangen zwar
zunehmend weniger Waller aber mittlerweile wurden die
ersten Neckarwaller über der magischen 2 Metermarke
gefangen. Der Neckarrekord liegt zur Zeit bei 134 Pfund.
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Wie es zu dieser Wallerbestandsentwicklung kam
Vermutlich haben geringe Besatzmaßnahmen in den
Neckarnebenflüssen Jagst und Kocher um die Jahre 1982 -
1984 für den heutigen Neckarwallerbestand gesorgt. Diese
beiden Nebenflüsse sind deutlich kälter und bieten dem
Waller bei weitem nicht so günstige Lebensräume wie der
Neckar. Deshalb ist die Mehrzahl, dieser weniger als 50
ausgesetzten Waller in den Neckar abgewandert und fühlen
sich hier mittlerweile pudelwohl. Mittlerweile hat die
Natur die eindeutige Entscheidung getroffen, dass der
Waller der ideale Raubfisch für Deutschlands wärmsten
Fluss ist. Im Gegensatz zu den Besatzmaßnahmen. |
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| Die Vereine setzen jährlich für viele
tausend Euro Hechte in den Neckar. Die Hechte fühlen sich
im Gegensatz zu den Welsen in der warmen trüben Brühe
alles andere als wohl. Zudem ist der Neckar ab Stuttgart
schon seit vielen Jahren als Hauptschifffahrtslinie
ausgebaut, wodurch der Hecht keine mit Wasserpflanzen
bewachsene Flachwasserzonen als Laichplätze findet.
Weiterhin ist die jährliche mittlere Wassertemperatur
durch die allgemeine globale Erwärmung in den letzen 15
Jahren und durch den Bau von Kraftwerken mit
Warmwassereinläufen um mehrere Grad gestiegen. Dadurch hat
sich dieser Lebensraum so sehr verändert, dass die
Wassertemperatur des Neckars fast das ganze Jahr über, mit
der Wassertemperatur des Riba Roja-Stausee´s am Ebro im
mehr als 1000 km weiter südlich gelegenen Spanien,
mithalten kann. Diese Lebensraumveränderung hat
zwangsläufig Veränderungen in der Fischfauna zur Folge. Zu
den Verlierern gehören: Hecht, Schleien, Rotauge, Döbel,
Barbe u.a. Gewinner sind: Brachsen, Rapfen, Karpfen,
Zander und vor allem unsere geliebten Waller.
Aufgrund einer Verkrüppelung der Schwanzflosse konnten
wir diesen Waller bei zwei weiteren Fängen eindeutig
wieder erkennen. Hier (links) bei seinem ersten Fang im
März 1993 wog er genau 30 Pfund bei einer Länge von 107
cm. Nur 13 Monate später (rechts) konnte ich ihn ein
zweites Mal fangen. Jetzt mit 123 cm bei genau 39 Pfund
beim Klopfen mit dem Wallerholz vom Bellyboat aus an der
gleichen Stelle nur auf der anderen Uferseite. Weitere 3
Jahre später fing ihn mein Angelkamerad Chris mit 158 cm
bei 66 Pfund mit einer tief gestellten Luftballonmontage.
Dies sind etwa die Wachstumsraten der Neckarwaller wie wir
bei zwei weiteren Waller die zweimal gefangen wurden
feststellen konnten. Vermutlich gerade Aufgrund der
Verkrüppelung die für ihn sicherlich eine Behinderung
darstellt ist dieser Waller eindeutig leichter wieder zu
fangen als andere. Aber es waren dennoch drei verschiedene
Wallerangelmethoden nötig um in dreimal zu überlisten. Im
Gegensatz zu den großen Neckarkarpfen. Diese sind
mittlerweile alle bekannt und bekamen Namen wie zum
Beispiel der "Holzgeschnitzte“, "Polofisch“, “Zeiler“, "Ahab“
und natürlich "Big Ben“. Alle sind mittlerweile bis zu 20
Mal gefangen worden. Daraus kann man schließen, dass die
Anzahl der Waller im Neckar um ein vielfaches höher ist
als die Anzahl der Karpfen.
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Moderne Hexenverfolgung ...Doch leider
sind unsere Waller nicht von allen so geliebt wie von uns.
Er soll der Hauptgrund für die zurückgehenden
Weisfischbestände sein. Aus diesem Grunde hat man auch
eine Verordnung am Neckar und mittlerweile in vielen
anderen noch jungen aufkommenden heimischen
Wallergewässern getroffen, dass jeder gefangene Waller dem
Gewässer entnommen werden muss, was einer modernen
Hexenverfolgung gleich kommt. Im Gegenteil, man handelt
gegen die Natur. Man besetzt weiter den Neckar mit Fischen
die sich noch vor dessen Veränderung dort wohl gefühlt
haben, was durch die Erhöhung der Wassertemperatur vor
allem bei den Hechtbesatzmaßnahmen an Tierquälerei grenzt.
Vielmehr sollten wir die Entscheidung der Natur, die sich
den Waller als Leitraubfisch ausgesucht hat akzeptieren,
was für mein Naturverständnis bedeutet, dass man die
Wallerbestände hegen und pflegen sollte.
Da diese erschreckende Tendenz am Neckar leider kein
Einzelfall ist sondern Europaweit erschreckende Ausmaße
annimmt ist es wichtig dass wir Wallerangler National und
International ein Sprachorgan bekommen. Wir dürfen uns das
nicht bieten lassen. Nur leider haben ein paar hundert
oder tausend „gestörte Angler“ bei uns in Deutschland
politisch keinen Einfluss. Deshalb kann unser bestreben
nur sein: „Wallerangler aller Länder vereinigt Euch“. Bei
einer irgendwann ansehenden Europäisierung der
Fischereigesetze müssen diese Vereinigungen dann die
entsprechende Lobbyarbeit betreiben. Und hier könnt Ihr
eins glauben: Hier wird die Diskussion von Ländern wie
England den Beneluxstaaten und den Skandinavischen Ländern
den Ländern der EG- Osterweiterung aber auch den
Mittelmeerländern angeführt werden. In diesen Ländern sind
Angler allein durch ihre Anzahl bedingt, ein wichtiger
politischer Faktor.
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Die einzelnen Abschnitte innerhalb des Neckars .....
Ab dem Großraum Stuttgart bis zur Mündung in den Rhein für
Wallerfischer interessant. Im Großraum Stuttgart steckt
das Wallerfischen zwar noch in den Kinderschuhen und es
wird noch wenig auf Waller gefischt, doch dies wird sich
sicherlich in den nächsten 5 Jahren ändern. Fische sind
bereits in ausreichender Stückzahl vorhanden und der eine
oder andere 2 Meter-Waller schwimmt sicherlich auch schon
in Stuttgart unterhalb einer Schleuse. |
Der Großraum Heilbronn ...ist einer der
ersten Bereiche den die Waller im Neckar bevölkert haben.
In diesem Abschnitt habe ich in den Jahren 1995 – 1997
mehrere Waller bis 84 Pfd. fangen können. Hier vermute ich
auch die allergrößten Neckarwaller mit bis zu einer Länge
von 230 cm. Erfolgreiche Stellen sind immer oberhalb und
unterhalb der Schleusen, der Heilbronner Osthafen mit
seinem Warmwasserkraftwerksauslauf, der Mündungsbereich
des Osthafens in den Neckar und der Anfang des
Schifffahrtskanals direkt unterhalb der A81 Autobahnbrücke
befindet sich ein mehr als 6 m tiefes Loch, der
Warmwasserauslauf des Kraftwerks Neckarwestheim.
Von Mosbach bis Hirschhorn
...
ist der Bereich in dem ich viele tausend
Wallerangelstunden verbracht habe. Hier leben sicherlich
die dichtesten Wallerbestände des Neckars und mittlerweile
haben die Generationen die ich in meinem ersten
Wallerangeljahr 1989 fangen konnte, alle die 2 Metermarke
weit überschritten. Ausnahmefische werden schon Längen von
220 cm erreichen und Gewichte bis 70 kg bringen. Beste
Stellen sind immer die tieferen Bereiche oberhalb der
Schleusen, aber im Frühjahr auch unterhalb der
Schleusenwehre, sowie alle tiefen Außenkurven.
Der Warmwassereinlauf des
Kernkraftwerkes Obrigheim ...
ist die wohl am meisten befischte Wallerangelstelle des
Neckars. Dies haben die Waller schon in den Jahren um 1995
begriffen und größere, ältere, erfahrenere Waller meiden
diese Stelle schon lange. Ich habe seit 1996 nicht mehr im
unmittelbaren Warmwasserauslauf des KKW Obrigheim
gefischt. In dieser Zeit habe ich alleine mehr Waller in
einer Saison im Neckar fangen können als die vielen Angler
die nur am Kraftwerk fischten. Oberhalb der Schleuse
Hirschhorn ist mit 12,5 m der tiefste Bereich des Neckars.
Deshalb befindet sich hier in der steilen Außenkurve auch
die größte Walleransammlung des Neckars.
Von Hirschhorn bis
Heidelberg ...
sind ebenfalls hervorragende Bestände. Nur sind Längen
und Gewichte etwas geringer als in den beiden vorher
genannten Streckenabschnitten. Unterhalb der Schleusen ist
das Spinnfischen von März bis Anfang Juni interessant.
Der Streckenabschnitt von
Heidelberg ...
bis zur Mündung in den Rhein bei Mannheim ist die große
Unbekannte. Die Waller die vor vielen Jahren in der Jagst
und im Kocher ausgesetzt wurden, dürften nicht die
Hauptvorfahren dieser hier lebenden Waller sein.
Sicherlich sind schon vor vielen Jahren die etwas älteren
Wällerbestände des Rheins in den Neckar hineingezogen und
haben hier schon recht frühzeitig für einen geringen
Wallerbestand gesorgt. Diese könnten deshalb auch schon
enorme Größen erreicht haben. Die besten Stellen sind der
Turbinenauslauf der Schwabenheimer Schleuse, der alte
Neckar unterhalb der Autobahnbrücke und der
Mündungsbereich in den Rhein.
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Beste Jahreszeiten
Unter günstigen Witterungseinflüssen kann das
Wallerfischen im Neckar bereits im Februar beginnen.
Normalerweise erst im März wenn die Wassertemperatur auf
über 10 ° C ansteigt. In der Laichzeit ist es ziemlich
aussichtslos auf Waller zu fischen. Die dafür nötigen 20 –
23 ° C erreicht der Neckar bereits im Mai. In den
Streckenabschnitten um Stuttgart, flussaufwärts von
Heilbronn sowie flussabwärts von Hirschhorn ist der Neckar
nicht durch Kraftwerkseinläufe aufgeheizt und erreicht
diese Werte in aller Regel etwa 2 – 3 Wochen später. Im
Juli und August funktioniert das Wallerfischen im Neckar,
gehört aber nicht zu den besten Jahreszeiten. Im Gegensatz
zu den Monaten September und Oktober. Sie zählen zu den
besten Zeiten was der Neckar zu bieten hat. In günstigen
Jahren werden auch noch im November und sogar Anfang
Dezember von Obrigheim bis Hirschhorn Waller gefangen. Je
kälter die Wassertemperatur im Herbst umso tiefer muss
gefischt werden.
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Positive und negative Bedingungen am Neckar ...
Jeder auch nur geringste Wasseranstieg hat auf die
Wallerfischerei am Neckar negative Auswirkungen, ganz im
Gegensatz zum Wallerfischen bei uns am Po. Wenn Wasser
über die Walzen der Stauwehre fließt wird es schwer. Nord
und Ostwind sind weitere negative Witterungseinflüsse.
Niedrige und normale Wasserstände sind positive
Bedingungen um am Neckar auf Waller zu fischen. Genauso
wie südliche und westliche Windrichtungen oder noch besser
Windstille. |
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Methoden und MontagenDer Neckar ist eine
deutsche Hauptschifffahrtsstrasse und ein Wallerangler
kann nicht Bojenmontagen wie z. B. in Spanien an den
Ebrostauseen spannen. Wer es dennoch probiert wird mit
Sicherheit einen Besuch der Wasserschutzpolizei bekommen.
Überhaupt sollte man möglichst seine Montagen so
unauffällig wie möglich gestallten. Meine Freunde und ich
haben viele Jahre lang problemlos etwa folgendermaßen
agiert: Mit vormontierten Ruten in die Nähe der
ausgewählten Angelstelle fahren, ausladen, Auto mindestens
500 m weit wegfahren, Aufbau und Ausbringen der Montagen
bei Einbruch der Dunkelheit und Abbau des Angelplatzes vor
Sonnenaufgang.
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Das Spinnfischen Wie anfänglich
bereits erwähnt ist das Spinnfischen unterhalb der
Schleusenwehre eine erfolgreiche Methode am Neckar. Das
Spinnfischen auf der Strecke wird bisher nur wenig
praktiziert. Ich habe es immer mal wieder mit Erfolg
probiert. Man benötigt hierfür eine 3 – 3,3 m lange
schnelle Wallerspinnrute. Wurfgewicht etwa 100 – 250 g.
Eine 0,30er steife Dyneemaschnur muss auf einer großen
Stationärrolle mit Kreuzwicklung bespult werden.
Löffelblinker mit 40 – 100g sind die beste Wahl. Mit
dieser Ausrüstung ist man dann auch in der Lage die an
fast jeder Schleuse erforderlichen 80 m weit zu werfen.
Unter günstigen Thermik- und Windverhältnissen sogar 130 m
weit. |
Wer mit seiner Ausrüstung nur 40 oder 50
m weit werfen kann, braucht an den Neckarschleusen erst
gar nicht anzutreten. Damit wirft man in aller Regel nur
in das strömende Turbinenwasser und hat keine Chance einen
Biss zu bekommen. Die besten Zeiten sind Tagsüber. Bei
Einbruch der Dunkelheit kann man getrost einpacken. Um den
Hechelzähnen des Wallers etwas entgegensetzen zu können,
muß auch beim Spinnfischen ein dickes Wallervorfach
zwischen Hauptschnur und Blinker montiert werden. Bei fast
allen Blinkern müssen unbedingt alle Drillinge, Karabiner
und Sprengringe gegen stabilere ausgetauscht werden.
Bereits vor einigen Jahren, als die Neckarwaller noch
deutlich kleiner waren, haben wir anfänglich mehr als die
Hälfte aller Waller deswegen verloren.
Die Luftballonmontage
Zum Ausbringen dieser Montagen benötigt man auf jeden
Fall eine Schwimmhilfe. Am besten eignet sich ein
Bellyboat. Aber auch ein kleines Schlauchboot oder gar
eine Luftmatratze können zum Einsatz kommen. Man montiert
einen Seaboom auf die Hauptschnur, schiebt noch einen
Gummistopper ebenfalls auf die Hauptschnur und befestigt
dann an das Ende der Hauptschnur einen Wirbel ohne
Karabiner. An das Ende des Karabiners kann nun bei einer
flach an der Oberfläche gefischten Luftballonmontage
bereits das ca. 1 Meter lange Vorfach montiert werden. In
die Öse des Wirbels knotet man nun einen ca. 8 cm groß
aufgeblasenen Luftballon. ( erhältlich im Waller- Kalle
Programm der Firma Sänger). In das Seaboom hängt man nun
das 300 g Grundblei.
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Oder man bindet einen 2 – 3 kg schweren Stein wie ein
Paket und befestigt diesen mit einer 0,30er monofilen
Abreissleine am Seaboom. Der Angelpartner hält nun die
Rute am Ufer mit geöffnetem Bügel in der Hand. Der andere
Angler steigt mit dem Bellyboat ins Wasser. In einer Hand
hält man das Seaboom mit dem Stein oder dem Grundblei, mit
der anderen Hand hält man den Köder ins Wasser. Nun fährt
man auf den gewünschten Angelplatz, setzt den Köder ins
Wasser und zieht weiter Schnur durch das Seaboom ab.
Gleichzeitig paddelt man mit dem Bellyboat mindestens
doppelt so weit flussaufwärts wie die Wassertiefe am
Angelplatz. Hierbei muss der Luftballon auf der Stelle
stehen bleiben und darf nicht hinterher geschleift werden.
Nun setzt man den Stein / Grundblei ins Wasser und zieht
dabei Schnur von der Rute am Ufer bei. Wenn das Gewicht am
Grund aufliegt erkennt man dies an der nachlassenden
Spannung und gibt dem Angelpartner an Land das Kommando:
Spannen. Nun legt der Angelpartner den Bügel der Rolle um
und kurbelt die gesamte Montage auf Spannung, bis sich der
Luftballon bewegt.
Erfolgt nun ein Biss, muss die Rute von der Auflage
genommen werden und zuerst das Dreieck zwischen Rute-
Grundblei und Luftballon aufgekurbelt werden, damit der
Anschlag auch tatsächlich beim Fisch ankommt. Mit jeder
weiteren Rute muss genauso verfahren werden. Hierfür
sollte man pro Rute mindestens 10 – 15 Minuten
einkalkulieren. Aufbau der Rutenhalter oder Dreibeinaufbau
sowie Montage der Ruten erfordern zusätzlich ca. 30
Minuten. Möchte man diese Luftballonmontage im Herbst in
Grundnähe fischen, so muss hinter den Wirbeln in den der
Luftballon eingeknotet wird ein weiteres ( etwa 2 Meter
kürzeres als die Wassertiefe am Angelplatz )
Hauptschnurstück angeknotet. Darauf schiebt man nun ein
100 g Durchlaufblei dann noch ein Gummistopper als Puffer
und knotet nun einen weiteren Wirbel, an dessen andere Öse
nun das Vorfach befestigt wird. |
Die doppelt abgesenkte
LuftballonmontageMan kann auch eine
Luftballonmontage mit zwei Steinen doppelt absenken. Wir
benutzen diese Montage immer wenn wir auf der
gegenüberliegenden Uferseite angeln möchten. Diese
doppelte Absenkung ist nötig damit die Neckarfrachtschiffe
über unsere Montagen fahren können. Man schiebt zwei
Seabooms auf die Hauptschnur. Befestigt an das Ende der
Hauptschnur einen großen stabilen 3-Wegewirbel. An die
obere Öse des 3-Wegewirbels befestigen wir noch ca. 2 m
weitere Schnur an dessen Ende ein Luftballon geknotet
wird.
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Die UnterwasserposenmontageDie
Unterwasserposenmontage ist mittlerweile zur
erfolgreichsten Montage im Neckar aufgestiegen und wird
auch bei uns am Po mit großen Erfolg angewendet. Es ist
eine sehr einfache Montage und kann mit kleineren Ködern
sogar mit einem Schleuderwurf auf Distanzen von 30 – 40 m
geworfen werden. Bei uns am Po mit einem Aal sogar 60 – 70
m weit. Man schiebt zuerst einen Seaboom auf die
Hauptschnur. Anschließend noch einen Stoppergummi als
Puffer und knotet dann einen Wirbel an das Ende der
Hauptschnur. An die andere Öse des Wirbels knotet man ein
Vorfach mit ca. 1,7 m Länge, dann fädelt man einen
Stoppergummi auf und fährt mit dem Vorfach ein zweites Mal
durch den Stopper. Anschließend zieht man das Vorfach
durch die Röhre der Unterwasserpose. Nun befestigt man den
zweiten Gummistopper wie den ersten. Zum Schluss knotet
man den Wallerhaken an das Vorfachende.
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Gesetzliche BestimmungenAm Neckar ist
das Nachtfischen verboten. Nur Aal und Waller dürfen bis
Mitternacht und während der Sommerzeit bis eine Stunde
nach Mitternacht gefischt werden. Ebenfalls ist das
Fischen vom aus Boot verboten. Mein Tipp, ein Bellyboat
ist nur eine Wathilfe. Bisher wurde dies auf jeden Fall
geduldet.
Aufbau von Zelten ist ebenfalls verboten und wird von der
Wasserschutzpolizei mit 180,-€ bestraft. Ein großer 3 m
Schirm ist nicht verboten. Das Zurücksetzen von Waller ist
in der Angelkarte ausdrücklich untersagt. Na ja, nachts
ist es meistens dunkel.
Das Befahren der Neckaruferwege innerhalb der Wiesen ist
verboten. An den Schleusen muss mindestens 30m Abstand
eingehalten werden und haltet bitte Euren Angelplatz
sauber.
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