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An den langen, sonnenreichen ...
und warmen Tagen kann die Sommerfischerei genauso
ernüchternd sein wie im Winter, wenn sich die Sonne meist
nur ganz kurz zeigt, um dann wieder den Regenwolken Platz zu
machen. Sind es im Winter die zu niedrigen Temperaturen, die
uns das Leben schwer machen, kann das andere Extrem, die
Wärme, ebenso negativ für unsere Fangergebnisse sein. |
| Genau so einen Tag hatten
Bodo und ich erwischt. Hitze ohne Ende, Niedrigwasser, kaum
Strömung und pisswarmes Wasser, das konnte heiter werden. Am
frühen Nachmittag erreichten wir unseren Platz. Boot ins
Wasser, Steine binden ... die üblichen Handgriffe wurden bei
diesen Temperaturen zur echten Tortur. Das Rauspaddeln der
Ruten im mehr oder weniger kühlen Nass wurde da zum
Highlight.
Doch schon beim Ablegen der Köder konnte man aus der
Ferne ein tiefes Grummeln vernehmen. Der Blick zum Horizont
verstärkte den Verdacht: Gewitter-Time! Gerade haben wir
unsere Shelter errichtet, da prasseln auch schon die ersten
Regentropfen auf uns herab. Die Stunden verlaufen sich im
Sand, genau wie der Regen auf dem trockenen, rissigen Boden,
der jeden Tropfen aufsaugt wie ein Schwamm. |
Es regnet sich ein ...
Der Blick zum Horizont verspricht keine Besserung.
Überall dunkler, wolkenverhangener Himmel. Langsam beginnt
sich das Wasser des Flusses braun zu färben. Mehr und mehr
Treibgut ist unterwegs und der flussauf gelegene, kleine
Bach spuckt Dreckwasser vom Feinsten. Wir sind uns sicher,
dass das für uns alles andere als schlecht ist. Die ersten
Raubgeräusche erfolgen. Erst nur die kleineren Räuber, dann
plötzlich ein lautes Klatschen. „Waller !?!?!“
Wir grinsen uns an ...
Einige Minuten später begann dann etwas, was ich so bisher
nur selten erlebt hab. Die Fische schienen genau auf diesen
Moment gewartet zu haben. Eine Attacke folgte der nächsten.
Unser Platz, ein steil abfallendes Ufer, wurde dabei schnell
zur Rutschpartie. Die Fische bissen immer Schubweise, das
hieß immer 2-3 Attacken innerhalb weniger Minuten.
Während ich bis zum Bauchnabel im Wasser stand um die
Fische zu greifen, flogen Bodo ein ums andere Mal die
zurückschnellenden Ruten um die Ohren. Noch schlimmer war‘s,
wenn Bodo und ich unten am bzw. im Wasser waren und genau in
diesem Moment ein Stecken krumm ging. Trotz ausgefahrenen
„Krallen“, war die Böschung dann nicht schnell genug zu
überwinden, um die Bisse verwandeln zu können ... da wäre
ein dritter Mann Gold wert gewesen !!! |
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Atempausen gab‘s nur wenige ...
Immer wieder Steine binden, Montagen rausfahren, Fische
greifen, anleinen, Fotos ... non stop Action! Nach einiger
Zeit wurden dann trockene Klamotten langsam rar und das
Einzige was ich noch hatte, war ne kurze Hose und eine
Regenjacke (die war natürlich die ganze Zeit im Auto,
logisch, da liegt sie ja gut. Keine Unterhosen, keine
Socken, kein T-Shirt, keine Schuhe ... einfach nichts mehr.
So langsam konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass
jetzt kein Biss mehr kommen sollte. Und dies sollte eine
ganze Zeitlang auch gut gehen. Scheinbar hatten die letzten
drei Köderfische heute echt ihren Glückstag ... scheinbar
???
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Gegen 5 Uhr haut‘ s Bodos New Age brutal runter ...
Anhieb sitzt - Bodo schwitzt! Volle Power ist angesagt. Ich schlittere
ich im Sitzen an Bodo vorbei die Böschung runter in Richtung
Boot, um den Fisch zu greifen. An normales Gehen ist längst
nicht mehr zu denken. Plötzlich rutscht Bodos Standbein weg
und er kommt mir samt Rute entgegen.
Grade so kann ich ihn vorm Wasser noch abfangen und ihn
vor nem Vollbad bewahren. Völlig eingeschlammt schaffen wir
es, uns gegenseitig wieder aufzurichten und ich gehe im Boot
in Position. Da kommt der Fisch! Goiiiiles Teil!!! |
Der Griff sitzt, der Fisch liegt
vor mir im Boot ...
Nachdem ich ihn versorgt habe und wir beide völlig
entkräftet und zugesaut unterm Shelter sitzen merken wir,
dass unsere Akkus nun wirklich völlig am Ende sind. Mit
letzter Energie kriechen wir in die Penntüten und ratzen
sofort weg.
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Am nächsten Morgen werden wir
...
von jemand völlig unbekannten geweckt ... der Sonne! Die
Blicke wandern von den vor Dreck nicht mehr zu erkennenden
Schuhen, über die Böschung, aufs Boot und schließlich aufs
Wasser. Der Platz sah echt aus, als hätte eine Bombe
eingeschlagen. Aber es hatte sich gelohnt!
Trotzdem wollte bei dem Gedanken an die gleich im Wasser
stattfindende Fotosession nicht so richtig Freude aufkommen.
Aber wat mutt dat mutt!
Es folgten wieder die üblichen Handgriffe: Tackle packen
und verladen, Boot aus dem Wasser, Fotos machen ... und
schließlich die Heimfahrt ins "TROCKENE" nach Hause.
The rain was rocked !!!
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Viele Grüsse ...
Euer
Hannes |
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