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Bevor ich mit der eigentlichen Arbeit beginne ...
überprüfe ich noch einmal, ob alle notwendigen Teile
vorhanden sind. Außerdem achte ich auf eine möglichst
staubfreie Arbeitsumgebung. Der komplette Arbeitsbereich
wird abgesaugt und anschließend noch nass gewischt, um
möglichst viele, lose Staubpartikel zu binden und zu
entfernen.
Außerdem sollte die Raumtemperatur zwischen 15° und 20° C
liegen. Die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch sein. Bei
zu hoher Luftfeuchtigkeit härtet der Lack später nicht
sauber aus und es entsteht ein sogenanntes „Spinnennetz“
auf der Lackoberfläche, was sehr unschön aussieht.
Brauchbare Werkzeuge und nützliche Helfer werden in der
einschlägigen Fachliteratur ausgiebig genannt. |
| Vorbereitung
des Blanks Zunächst ist der Overlap
(Springpunkt) zu ermitteln. Die Wandstärke eines Blanks
ist, bedingt durch die Fertigung, nicht an jeder Stelle
gleich dick. Deshalb neigt der Blank an gewissen Stellen
zum springen. In der Regel findet man bei jedem Blank
mehrere Springpunkte mit unterschiedlich starker
Ausprägung. Leider Verläuft der Overlap nicht gerade,
sondern spiralförmig am Blank. Deshalb sollte man sich
genau überlegen, an welcher Stelle man den Springpunkt
bestimmt. Ich suche meinen Overlap immer im Bereich der
Steckverbindung und das hat folgenden Grund. Im Bereich
der Steckverbindung treten beim Werfen die größten
Torsionskräfte auf, d.h. wenn hier die Ringe neben dem
Springpunkt liegen, kann es sein, dass sich die
Steckverbindung nach einigen Würfen löst.
Ich suche also meinen Springpunkt durch Drehen unter
leichtem Druck und markiere die Stelle, wo der Blank nach
dem Springen „stehen“ bleibt. Ich orientiere mich bei
mehreren Overlaps nach dem Stärksten. Das mache ich bei
jedem Rutenteil. Die Ringe montiere ich in der Regel
gegenüber diesem, ermittelten Punkt. Man sollte den
Springpunkt aber nicht überbewerten. Ich kenne einige
Rutenbauer, die mehr Wert darauf legen, dass der Blank
möglichst gerade ausgerichtet ist. Als Regel habe ich für
mich aufgestellt: je mehr mit der Rute geworfen werden
soll, desto genauer achte ich auf die saubere Ermittlung
des Overlaps. Somit nimmt die Wichtigkeit von der
Fliegenrute bis hin zur Bojenrute ab!
Eine Wallerspinnrute ist
besonders extremen Belastungen augesetzt
Sie muss viele tausend Würfe mit teilweise schweren
Ködern standhalten und auch im Drill werden maximale
Anforderungen an das Material gestellt. Daher halte ich
bei solch einer Rute die gewissenhafte Ermittlung des
Springpunktes für sehr wichtig. Ist der Springpunkt
ermittelt, reinige und entfette ich den Blank mit
Waschbenzin und zeichne dann die Position der Ringe an.
Auch daraus kann man eine Wissenschaft machen aber ich bin
der Meinung es geht auch einfacher. Als Faustregel gilt
für mich bei einem Blank mit progressiver Aktion, dass der
Ringabstand von der Spitze gemessen immer um 5 cm zunimmt.
Somit ergibt sich das Schema 5…10…15…20 cm usw. Bei einem
Blank mit ausgeprägter Spitzenaktion wird der Abstand im
Bereich der Aktion (Spitze) etwas enger gewählt und bei
einem Blank mit weicher, durchgehender Aktion sind die
Abstände insgesamt etwas weiter. Um hier sicher zu gehen,
können die Ringe mit Klebeband an den ausgewählten Stellen
fixiert werden, um dann nach Einfädelung der Schur, unter
leichtem Zug die Aktionskurve zu überprüfen. Zum Testen
unterwickle ich die Klebestelle immer mit einer Lage
Klebeband bevor ich den Ring draufsetze, um Beschädigungen
am Blank zu vermeiden.
Zum Anzeichnen der Ringe lege ich den Ring an der
entsprechenden Position auf den Blank und markiere jeweils
die Mitte des Ringfußes. Die Markierung verschwindet somit
unter der Wicklung und muss später nicht mühsam entfernt
werden. Bezüglich der Ringanzahl kann ich sagen, so viele
wie nötig, um einen harmonischen Schnurverlauf am Blank zu
erreichen, so wenig wie möglich. Jeder zusätzliche Ring
macht die Rutenaktion langsamer und erhöht auch minimal
das Rutengewicht. Natürlich ändert der Blank nicht
wirklich seine Aktion aber je mehr Gewicht man am Blank
anbringt (durch Ringe, Garn und Lack), desto langsamer
wird seine Beschleunigung sein. Deshalb machen auch
Zweistegringe die Rutenaktion immer ein wenig langsamer
als Einstegringe.
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Griffmontage
Nachdem der Blank entsprechend
vorbereitet wurde, montiere ich die Abschlusskappe, den
Griff und den Rollenhalter. Die Arbeitsschritte sind bei
Kork und Duplon identisch, lediglich ein paar
Kleinigkeiten sind zu beachten, die ich im Folgenden
erläutern möchte. Ich verwende für alle Klebearbeiten
einen Zweikomponentenkleber. Dieser muss im ausgehärteten
Zustand elastisch bleiben, damit er unter Belastung der
Rute nicht reißt. Wenn man sich darüber nicht sicher ist,
kann ein Test vorgenommen werden. Einfach ein wenig Kleber
anmischen und auf ein Blatt Papier geben. Nach der
Aushärtung sollte dieser sich biegen lassen, ohne dass
Risse entstehen. Um ganz sicher zu gehen, kann auf
speziellen Rutenbaukleber zurückgegriffen werden.
Meine Arbeitsreihenfolge ist
immer Abschlusskappe, Rückgriff, Rollenhalter und zuletzt
der Vorgriff. Da die Komponenten selten genau dem
Blankdurchmesser entsprechen, müssen Unterwicklungen
angelegt werden. Dafür verwende ich Malerkrepp in
unterschiedlicher Breite. Auf keinen Fall darf dafür
elastisches Malerkrepp verwendet werden, sondern immer die
feste Variante!!! Unterwicklungen sollten nebeneinander
und nicht spiralförmig gelegt werden, da man so die
Differenz zwischen Blankdurchmesser und Griffbohrung
genauer ausgleicht. So entstehen keine unliebsamen
Hohlräume. Früher habe ich immer spiralförmig gewickelt
aber das hat sich für mich als suboptimal herausgestellt.
Alle Teile sollten so weit unterwickelt werden, dass sie
sich stramm aber dennoch flüssig auf den Blank aufschieben
lassen. Aufgrund der Elastizität von Duplon kann hierbei
etwas mehr unterwickelt werden, als bei Kork.
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Besondere Beachtung gilt der
Montage des RollenhaltersDieser muss
zunächst entgratet werden. Dafür breche ich mit einem
Messer die untere Kante (welche zuerst auf den Kleber beim
Aufschieben trifft). Das ist wichtig, damit der Kleber
auch unter den Rollenhalter gelangt und man ihn nicht nur
vor dem Rollenhalter herschiebt. Die Unterwicklung des
Rollenhalters sollte so gelegt werden, dass beide
Rollenfüße unterwickelt und somit stabilisiert sind.
Bleibt dabei in der Mitte es Rollenhalters ein kleiner
Spalt, ist dies nicht weiter tragisch. Das Band muss sehr
fest gelegt werden, weil dadurch maximale Stabilität
gewährleistet wird und man ein Verdrehen unter Belastung
verhindert. Der Schraubrollenhalter ist nach dem Overlap
auszurichten. Der Rollenhalter sollte so viel unterwickelt
werden, dass sich beim Kontrollaufschub (ohne Kleber) die
Struktur des Rollenhalters auf dem Tape abzeichnet.
Bei den Klebearbeiten ist darauf zu achten dass alle
Klebeflächen mit Kleber bedeckt sind. Bei der
Unterwicklung des Rollenhalters sind auch die Tapekanten
und evtl. entstandene Lücken zwischen den Tapelagen mit
Kleber zu bestreichen, da so unter dem Rollenhalter eine
feste Einheit entsteht. Diese gewährleistet dauerhaften
Halt. Zu dick darf die Kleberschicht allerdings nicht
sein, da zu viel aufgetragener Kleber lediglich beim
Aufschieben der Teile nach unten geschoben wird und sehr
lästig die Teile verschmutzt. Ganz wichtig ist es, alle
Klebereste im flüssigen Zustand zu entfernen, da dies nach
der Aushärtung nicht mehr möglich ist, ohne unschöne
Stellen zu hinterlassen. Zum Entfernen haben sich
Wattestäbchen getränkt in wenig Universalverdünnung
bestens bewährt. Damit kommt man überall hin. Eine
Besonderheit gilt für die Montage von Duplon. Ist dieser
so stark unterwickelt, dass er sich sehr schwer auf den
Blank schieben lässt (was bei Duplon durchaus Sinn macht)
sollte der Kleber ein paar Zentimeter vor der eigentlichen
Endposition des Griffes aufgetragen werden. So wird sich
ausreichend Kleber unter dem Duplon verteilen.
Nach der Griffmontage klebe ich ein Alu- oder Titan-
Winding Check immer mit an. Bei einem Gummi- Winding Check
kann auf das Ankleben verzichtet werden. Dieser bekommt
auch ohne Kleber Halt, wenn der Durchmesser etwas geringer
gewählt wurde als der Blankdurchmesser. Sind alle Teile
(AK, Griff und SRH) aufgeklebt, sollten diese unbedingt
auf den korrekten Sitz überprüft werden. Entstanden Lücken
zwischen den einzelnen Teilen müssen geschlossen werden.
Alle Teile müssen lückenlos gegeneinander sitzen. Einfach
den Blank mit der Abschlusskappe auf den Boden stellen und
alle Teile fest nach unten drücken. Diese Korrektur muss
vor der Aushärtung des Klebers erfolgen! Auf die
Grifflänge gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Sie hängt
immer von der Armlänge und den individuellen Vorstellungen
des Fischers ab.
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Ringmontage
Abschlusskappe, Griff, Rollenhalter
und Winding Check sind nun montiert und der Kleber ist
ausgehärtet. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Ringe
angebracht. Ich beginne mit dem Spitzenring. Dafür gibt es
zwei Möglichkeiten. Entweder verwendet man Heißkleber oder
einen Zweikomponentenkleber. Erfahrungsgemäß muss bei der
Verwendung von Heißkleber ein wenig mehr Platz zwischen
Tubendurchmesser (am Ring) und der Blankspitze sein, da
der Kleber sonst keinen Halt bekommt.
Ich verwende mittlerweile
ausschließlich Zweikomponentenkleber zum Befestigen des
Spitzenringes, da die Variante mit dem Heißkleber zu
häufig lose Ringe zur Folge hat. Ein Spitzenring, den man
zusätzlich noch anwickeln kann, gibt doppelte Sicherheit
und ist eine perfekte Lösung. Gerade bei schweren
(Waller-) Ruten macht diese Variante Sinn. Bei zu großer
Differenz zwischen Tube und Blank kann eine Wicklung
Bindegarn ausgleichend wirken. Diese wird mit Kleber
überzogen und der Ring wird dann einfach aufgeschoben. Der
Spitzenring ist nach dem Springpunkt auszurichten, welcher
im Bereich der Steckverbindung ermittelt wurde. Hierbei
kann bei der Heißklebervariante auch nachträglich
korrigiert werden. Einfach mit dem Feuerzeug den
Ringrahmen erhitzen und den Ring in die gewünschte
Position drehen. Bevor die Laufringe angewickelt werden,
sind diese im Bereich der Ringfüße anzuschleifen, um einen
sauberen und lückenlosen Verlauf des Bindefadens zu
gewährleisten. Nach dem Schleifen ist der entstandene Grat
an der Unterseite der Ringfüße zu entfernen, da dieser den
Blank verkratzt. Vor der Montage setze ich nun noch jeden
Ring auf den Blank. Dabei müssen die Füße sauber und ohne
Lücken am Blank anliegen. Ist das nicht der Fall, gibt es
Schwierigkeiten beim Anbinden und die Stabilität wird
negativ beeinträchtigt. Fehlstellungen können durch
vorsichtiges Biegen von Hand behoben werden.
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Hat man diese Vorbereitungen
getroffen ...kann mit dem eigentlichen
Anbinden der Ringe begonnen werden. Zunächst muss der Ring
an der gewünschten Stelle auf dem Blank fixiert werden.
Dafür verwende ich ebenfalls Malerkrepp. Ob man hierbei
beide Ringfüße fixiert oder nur einen, macht keinen
Unterschied. Ich wähle immer die Variante mit einer Seite.
Außerdem schleife ich den Blank unter jedem Ring mit
feinem Sandpapier an. Dadurch verbindet sich der
Bindungslack besser mit dem Blanklack und ein lästiges
Knacken der Ringe wird vermieden. Es gibt Rutenbauer, die
zunächst alle Ringe an der gewünschten Position fixieren,
bevor sie mit dem Anbinden beginnen. Ich mache das etwas
anders, d.h. ich fixiere erst dann einen neuen Ring, wenn
ich seinen Vorgänger angewickelt habe. Dadurch sind keine
störenden Ringe am Blank und außerdem fällt das Ausrichten
nach dem Spitzenring leichter.
Der Vorgang des Bindens ist der einschlägigen Literatur
zu entnehmen. Wichtig ist, dass die einzelnen Windungen
sauber und eng nebeneinander liegen. Je sauberer bei der
Wicklung gearbeitet wird, desto leichter fällt das
Lackieren. Ein kleiner Tipp für das Anbinden von
Einstegringen: Hat man die Windung sauber gelegt, sollten
noch zwei- drei Windungen hinter den Ring gelegt werden,
um diesen zu sichern. Ob man eine Unterwicklung anlegt,
hängt vom Einsatzzweck der Rute ab. Bei schweren Ruten ist
dies sicher eine sinnvolle Hilfe, um den Blank vor zu
großem Druck durch die Ringfüße zu schützen. Bei leichten
Ruten ist eine Unterwicklung überflüssig, bringt
zusätzliches Gewicht und macht die Aktion langsamer.
Für Mario`s Rute lege ich eine Unterwicklung im Farbton
der Ringbindung an. Diese schützt den Blank unter
Belastung, wenn z.B. ein Waller bei harter Bremse mit
seinem Schwanz in die Schnur schlägt. Will man noch mehr
Sicherheit, kann man außerdem noch eine Doppelwicklung
legen. Diese fällt bei mir weg, da ich lieber einen
stärkeren Bindefaden verwende. Sind alle Ringe angebracht,
muss noch die Feinausrichtung erfolgen. Ich verlasse mich
auf mein Augenmaß und orientiere mich am Spitzenring und
am Overlap. Beim Handteil ist die Position des
Rollenhalters maßgeblich. Um sicher zu gehen, ob die Ringe
am Handteil richtig sitzen, montiere ich eine Rolle und
orientiere mich dann am Rollenfuß.
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FinishNun folgt der letzte
Arbeitsschritt, welcher für die spätere Haltbarkeit und
Optik der Rute entscheidend ist. Zum Lackieren der
Bindungen verwende ich einen Zweikomponentenlack. Dieser
ist leicht zu verarbeiten und bringt gute Ergebnisse.
Produkte der Firma Flex Coat bzw. Rod Coat haben sich
bewährt. Der Lack ist möglichst blasenfrei anzurühren. Es
hat sich gezeigt, dass dies besser gelingt, wenn man
zunächst den Teil B und danach den Teil A (in gleicher
Menge) in das Mischgefäß gibt. Danach beginnt das langsame
und gleichmäßige Rühren. Das Gefäß sollte beim Mischen
etwas schräg gehalten werden, um die Mischung zu
unterstützen. Ich halte mich dabei nicht an Zeitvorgaben
von Zwei bis drei Minuten, sondern ich rühre solange, bis
der Lack klar wird. Zu Beginn des Mischens wird er immer
etwas trübe. Um die Abtropfzeit zu verlängern, gebe ich
den angerührten Lack auf Alufolie. Außerdem vergehen
dadurch viele von den, beim Mischen entstandene Blasen.
Nun ist die Bindung mit Lack zu überziehen. Ich beginne
immer im Bereich der Ringfüße von innen nach außen. Dieser
Bereich ist besonders intensiv mit Lack zu tränken, da
sich dadurch die Hohlräume zwischen Ringfuß und Blank
ausfüllen und den Faden komplett versiegeln. Der Faden
sollte gänzlich mit Lack bedeckt sein. Beim ersten
Durchgang vermeide ich, dass Lack über die Wicklung hinaus
auf den Blank kommt. Wurde eine Unterwicklung gelegt, muss
auch der Ringzwischenraum mit Lack bestrichen werden. Um
zu vermeiden, dass dabei Lack auf den Ringrahmen kommt,
arbeite ich dabei bei den kleineren Ringen nicht mit dem
Pinsel, sondern mit einem dünnen Plastikstäbchen. Damit
kann der Lack kontrolliert in allen Ecken rund um die
Ringfüße gestrichen werden.
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Nach 7-10 min wird der Lack
nochmals glatt gestrichen ...und ich
entferne zuviel aufgetragen Lack, um Nasen zu vermeiden.
Der Zweite Durchgang erfolgt sofort im Anschluss, d.h. ich
lackiere nass in nass. Dadurch verbinden sich die erste
und die zweite Lackschicht optimal. Für den zweiten
Durchgang mische ich neuen Lack an und überstreiche die
erste Lackschicht. Auch hierbei kommt kein Lack auf den
Blank. Ist die zweite Schicht gleichmäßig verteilt, können
entstandene Blasen mit einem Feuerzeug beseitigt werden
und die Rute muss zum Trocknen für zwei Stunden gedreht
werden, damit eine gleichmäßig, glatte Lackoberfläche
entsteht.
Nach dem zweiten Durchgang lasse ich den Lack
mindestens 12, besser 24 Stunden trocknen. Jetzt können
kleine Unebenheiten (verursacht durch Staub oder Blasen)
mit einem Skalpell oder einer Rasierklinge beseitigt
werden. Bevor ich die dritte Lackschicht auftrage,
präpariere ich jeden Ring wie folgt: Um einen
gleichmäßigen, sauberen Lackrand zu erhalten, lege ich
eine Lage Tesafilm genau dorthin, wo der Lack hinter der
Windung enden soll. Dies mache ich natürlich beim
Zweistegring an beiden Seiten.
Nun muss neuer Lack gemischt werden (s.o.). Dieser wird
gleichmäßig auf jede Bindung aufgetragen und nun auch über
den Bindungsrand hinaus, bis über das Tesafilm gezogen.
Außerdem bekommt nun auch der Bereich zwischen den beiden
Ringfüßen eine Lackschicht, auch wenn keine Unterwicklung
angelegt wurde. Dadurch entsteht eine sauber versiegelte
Einheit und der Ring ist haltbar und sicher angebracht.
Blasen werden wieder mit dem Feuerzeug beseitigt. Bevor
ich die Rute nun trocknen lasse, entferne ich den
Tesastreifen und es entsteht eine saubere Kante. Wichtig
ist, dass das Tesafilm unbedingt im nassen Lackzustand
entfernt wird, später hinterlässt es sonst eine unschöne
Kante. Bei allen Lackarbeiten muss darauf geachtet werden,
dass kein Lack auf dem Blank oder am Ringrahmen
zurückbleibt. Dies sieht nach der Aushärtung sehr unschön
aus und schmälert das Finish.
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Nach weiteren 12 – 24 Stunden
...kann eine vierte Lackschicht
aufgetragen werden. Das macht bei schweren Ruten Sinn, bei
leichten Ruten lasse ich den vierten Gang immer weg. Da
die Wicklung bei Mario´s Wallerspinnrute bereits nach dem
dritten Durchgang sauber versiegelt war, habe ich auch
hier den vierten Gang weggelassen. Grundsätzlich gilt,
niemals den Lack zu dick auftragen. Ich versuche immer nur
soviel Lack zu nehmen, dass dieser sich auf der Wicklung
verbindet und die vorhergehende Schicht bedeckt. Lieber
einen Gang mehr, als zu dick auftragen, denn dieser, dicke
Lack trocknet immer unkontrolliert mit unschönen Nasen und
Hügeln. Eine "custom made" Rute braucht natürlich auch
eine Beschriftung von Hand des Rutenbauers. Hierfür
bestreiche ich die Stelle auf dem Blank, auf die
geschrieben werden soll dünn mit Lack (eine Schicht). Ist
dieser trocken kann mit Tusche oder auch mit einem
Lackstift geschrieben werden. Die Beschriftung wird dann
überlackiert und somit versiegelt.
Nach dem letzten Lackierdurchgang bleibt die Rute
mindestens 2 Tage liegen, bevor ich sie letztmalig
reinige, dann kann damit gefischt werden. Es ist normal,
dass eine neue Rute bei den ersten Handgriffen knackt. Das
vergeht normalerweise nach ein paar Würfen.
Anruf ...
„Hallo Mario, deine Rute ist fertig!“. Es dauert keine
halbe Stunde und wir stehen zusammen an der Lahn. Mario
mit einem breiten Grinsen mit Blick auf sein neues
Arbeitsgerät. Ich zwinker ihm zu mit den Worten „sie ist
ganz gut geworden.“ Inzwischen hat er seine neue Spinnrute
auch bei unserem Sommertrip nach Südfrankreich ausgiebig
getestet und seine aufkommende Frage ist berechtigt.
„Warum haben wir nicht schon viel früher eine Rute selbst
gebaut?“ Und nun wartet schon das nächste Projekt auf
mich. Mein Clanbruder Steppo (Knirps) hat drei honiggelbe
Sportex-Blanks geschossen und möchte daraus Bootsruten für
den Waller- Cup gebaut haben….ich freue mich drauf!
Ich hoffe, dass ich etwas Licht ins Dunkle bringen konnte
und dass diejenigen, die bisher unschlüssig und unsicher
waren, sich nun endlich auf den Weg zur perfekten Rute
machen. Es lohnt sich.
Für Fragen, Kritik und Anregungen könnt ihr mich
jederzeit unter
sven@clansilure.com erreichen.
In diesem Sinne ...
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