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Gestern Morgen am 22.08.2010 ...
wachte ich um ca. 7:00 Uhr in meinem Shelter auf. „So
ein Mist“, dachte ich nur, „die Nacht war erschreckend
ruhig“. Der Schlaf tat mir zwar, nach den zahllosen
Nächten, die ich mir wegen der Fertigstellung meines
Filmes halb um die Ohren geschlagen hatte, recht gut, aber
beim Welsfischen sind mir schlaflose Nächte eigentlich
viel lieber. Unter Kollegen verabschieden wir uns beim
Angeln immer mit einem optimistischen „bis gleich“, bevor
wir uns in die Schafsäcke verziehen. Dieses Mal wurde aus
dem „bis gleich“ aber leider ein „bis morgen früh“. |
Mein Freund und
Namensvetter Carsten konnte seinen Zielfisch Karpfen
übrigens in dieser Nacht auch nicht betören. Egal,
Hauptsache am Wasser. 2010 hatte ich an meinem
Hausgewässer Saar sowieso noch nicht so viel Glück. Aus
Zeitmangel konnte ich in den letzten Wochen keine
Kurztrips ins Ausland unternehmen. Also musste die Saar am
Wochenende ab und an zur Vorbeugung von
Entzugserscheinungen her halten. Neben vielen schönen
Abenden mit guten Freunden, konnten wir bei den letzten
Touren allerdings nur kleinere Kameraden bis etwa 1,35m
überlisten. Viele fragen mich, warum ich mir das antue.
Ich stelle dann üblicherweise die Gegenfrage: „Warum
nicht?“
Mich reizt es einfach in der
Heimat zu fischen
Ich hatte mir dieses Jahr, was das Welsfischen
betrifft, fünf feste Ziele gesetzt. Eines war der Fang
eines Wallers über 180cm in der Saar. Gerüchte über
2m-Welse hört man öfter mal. Ich will nicht ausschließen,
dass schon einmal einer gefangen wurde, aber Bilder bekam
man nach anfänglichen Zusagen nie zu Gesicht. Aus
verlässlichen Quellen meiner Freunde weiß ich von fünf
Fischen über 180cm, alle mit glaubhaften Bildern belegt.
Man kann getrost sagen, dass solche Waller mit zu den
Größten in diesem Gewässer (auf die deutsche Saar bezogen)
gehören. Und so einen wollte ich!
Nach meiner erfolgslosen
Nacht, fuhr ich schnell nach Hause
Ich musste mittags noch auf eine Hausmesse in einem
nahe gelegenen Angelladen. Dort kam nachmittags auch
Hannes vorbei. Da ich noch mein ganzes Tackle im Auto
hatte und ich die Schmach der vergangenen erfolgslosen
Nacht nicht auf mir sitzen lassen wollte, fragte ich ihn,
ob er kommende Nacht mit mir zusammen an der Saar fischen
wollte. Wer Hannes kennt, kennt wahrscheinlich auch schon
die Antwort. Also fanden wir uns gegen 20:00 Uhr an der
Saar wieder. Wir wollten bis 5:00 Uhr morgens fischen, da
Hannes in die Berufsschule und ich auf die Arbeit musste.
Die Ruten waren schnell gelegt und dann hieß es warten.
Das Wetter passte: Wir standen kurz vor einem Gewitter. Da
muss doch was laufen! Hinzu kam noch, dass Vollmond war.
Von vielen gehasst, liebe ich dieses kugelrunde,
lichtspendende Gesicht. Ich konnte schon viele gute Waller
bei Vollmond fangen.
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Der Abend verging und wir
waren in guten Gesprächen vertieft
Einen Biss konnten wir, bevor wir uns um etwa 01:30
endlich in die „Night-Warrior“ verzogen, aber nicht
verzeichnen. Eine halbe Stunde später ertönte dann aber
das Signal, von dem man am liebsten geweckt wird. Das
Glöckchen meldete Fisch. Die Rute wurde brachial herunter
gerissen und mein Anschlag mit einer sofortigen Flucht
quittiert. Na so was, genau eine solche Situation hat mir
in diesem Jahr an der Saar noch gefehlt. – Endlich!
Nach mehreren kraftvollen Fluchten zeigte sich ein richtig
guter Waller. Sofort war mir klar – Saar PB. Hannes
landete den Fisch und als er vor uns auf der Plane lag,
fragten wir uns gegenseitig, ob wir gerade wirklich an der
Saar sind. Vom Kopf bis zum Schwanz war dieser Fisch ganz
und gar nicht Saar typisch – und am meisten beunruhigte
mich die Länge. Der kratzt doch an der … ich wollte es gar
nicht aussprechen. Also neuer Ansatz: „1,90m hat der!“ Und
tatsächlich, ich konnte vom Maßband knapp 1,96m (1mm hat
gefehlt) ablesen. Da nicht aufgerundet wird, lag also ein
1,95m Waller aus der Saar vor uns – Wahnsinn. Die Freude
war riesengroß und auch Hannes war ganz aus dem Häuschen –
perfekt, Ziel erreicht!
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Wir legten uns also noch Mal
zweieinhalb Stunden hin ...
packten dann unser Zeug zusammen und schossen noch
schnell ein paar Fotos von der Saar-Granate. Hannes musste
sich spurten. Er war schon viel zu spät dran. Als ich den
Fisch releaste, gab es noch schnell einen Händeschlag und
hurtig waren beide verschwunden. Ich saß danach noch einen
Moment im schon etwas abgekühlten Wasser der Saar und
musste das Geschehene nochmals Revue passieren lassen,
bevor ich mich dann auch aufmachte, um rechtzeitig auf der
Arbeit zu erscheinen.
Heute Morgen saß ich relativ müde, mit zerbissenen Händen
und schmerzenden Füßen, barfuss auf der Steinpackung zu
drillen ist nicht sehr prickelnd, auf der Arbeit. Einen
schöneren Wochenstart kann ich mir trotzdem nicht
vorstellen. Ich bin gespannt, mit welchen Überraschungen
mein Heimatflüsschen dieses Jahr noch so aufwartet.
Ich wünsche euch ebenfalls
geile Erlebnisse in der Heimat. Egal wie der Fluss heißt,
Deutschland hat einiges zu bieten …
Viele Grüße
Carsten
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