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Der Wels, lateinisch Silurus Glanis ...
regional auch Waller genannt, ist ein Süßwasserfisch mit
einem breiten, flachen Kopf mit weitem Maul, zwei langen
Bartfäden (Barteln) am Oberkiefer und vier kürzeren
Barteln am Unterkiefer, einer langen und bis zur
Schwanzflosse reichenden Afterflosse und einer kleinen und
relativ weit vorne sitzenden Rückenflosse. Welse werden
bis zu 80 Jahre alt und haben zudem ein sehr gutes Gehör. |
| Die Welsartigen sind
entwicklungsgeschichtlich sehr alte Fische mit ungefähr
2.200 Arten, von denen ungefähr 1.200 in Südamerika
heimisch sind. Zwei Familien der Welse sind
Meeresbewohner; die anderen bestehen aus Süßwasserfischen.
Zu ihnen gehört die Familie der Siluriden, die in Europa
nur durch eine Gattung mit zwei Arten vertreten ist. Eine,
nämlich Silurus aristotelis, ist in ihrem Vorkommen sehr
eng auf ein Flusssystem in Griechenland begrenzt. Die
andere, hier gezeigte Art, ist Silurus glanis und wird als
Europäischer Wels schlechthin bezeichnet. Der Wels, auch
Waller, Schaden oder Scham genannt, ist ein in Mittel- und
Osteuropa beheimateter Raubfisch. Im Norden kommt er
häufig in den masurschen und auch baltischen Seen vor.
Begrenzte Populationen sind auch aus Südschweden bekannt.
In England war er ursprünglich nicht einheimisch. Dies
gilt ebenfalls für Frankreich, Italien und Spanien,
wenngleich dort durch Besatz mittlerweile Welse in
erheblichen Stückzahlen vorkommen. Die Heimat des Welses
erstreckt sich bis nach Westasien. Er lebt hier auch im
Schwarzen Meer. Welse stoßen dabei bis in
Brackwasserregionen vor. Als typische Welsflüsse gelten
Donau, Wolga und Dnjepr. Mittlerweile kommt er aber, teils
auch durch Besatzmaßnahmen von Teichbewirtschaftern und
Angelvereinen und auch durch das Abwandern von adulten
Tieren, in fast allen deutschen Flüssen und Seen vor. |
Der Wels hat in Europa nur
einen einzigen Verwandten ...
den in Griechenland beheimateten
Aristoteleswels (Silurus aristoteles). Er sieht ähnlich
aus wie der Waller, wird jedoch nicht so groß und hat nur
2 Barteln am Unterkiefer und 2 Barteln am Oberkiefer. Der
Körper des Aristoteleswelses ist langgestreckt,
schuppenlos und schleimig, sein Kopf ist breit und
abgeplattet. Im Unterschied zum Wels reichen seine 2
Bartfäden am Oberkiefer nicht über die Brustflossen hinaus
und er besitzt an der Kopfunterseite nur 2 kurze, halb so
lange Bartfäden. Die Seitenlinie ist vollständig
vorhanden. Seine Rückenflosse enthält 3 Strahlen, die
Afterflosse 67 bis 76, meist aber 72 Strahlen. Eine
Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse ist nicht
vorhanden. Der Rücken des Aristoteleswelses ist
dunkelbraun bis schwarz gefärbt, die Flanken sind heller
bräunlich oder grünlich. Seine Bauchseite ist silbrig mit
dunklen Marmorierungen. Am Ansatz der After- und
Schwanzflosse weist die Art eine Reihe dunkler, schwarzer
Flecken auf. Im Mittel wird der Aristoteleswels 100 bis
150 cm lang, selten auch bis 200 cm. Das natürliche
Verbreitungsgebiet des Aristoteleswelses liegt in
Westgriechenland im Einzugsgebiet des Ionischen Meeres im
Bereich des Aspropotamos (Acheloos) und seiner
Nebenflüsse. Hier besiedelt er ruhige Flussstellen und
stehende Gewässer mit Sand- oder Schlammgrund.
Welse haben an beiden
Seiten des Oberkiefers ...
und bei manchen Arten auch am
Unterkiefer Barteln. Die Rücken- und Brustflossen weisen
an den Rändern oftmals spitze Stacheln auf, die mitunter
auch giftig sind. Der Fisch benutzt sie u. a. zur
Verteidigung, und sie können ernsthafte Wunden
verursachen. Die Mitglieder einiger Welsfamilien in
Südamerika sind mit Knochenplatten bedeckt. Eine Welsart
mit verkümmerten Augen bewohnt im Osten von Pennsylvania
Hohlräume unter Wasser. Der Zitterwels, der im Nil und in
den tropischen Gebieten Zentralafrikas vorkommt, kann
einen elektrischen Schlag auslösen.
Eine andere bemerkenswerte
Welsart, der zu den Raubwelsen gehörende Froschwels (er
frisst Amphibien), kam ursprünglich aus Ostindien und
Südostasien und wurde im Jahre 1968 in Florida in der Nähe
von Boca Raton entdeckt. Er war von Händlern, die
tropische Fische importierten, eingeführt worden. Er wird
bis zu 60 Zentimeter lang und „wandert” in Trockenperioden
über Land, um tiefere Gewässer zu finden. Er bewegt sich
zwischen Gewässern vorwärts, indem er über den Boden
schlittert und dabei zugleich schlagende Bewegungen mit
dem Schwanz ausführt. Zusätzlich befindet sich an jeder
Brustflosse ein starker Stachel, den der Fisch im Boden
verankert, um die Balance zu halten und sich vorwärts
zuziehen. Er besitzt einen umgebildeten Kiemenbogen, der
eine Luftkammer formt, mit deren Hilfe er auch außerhalb
des Wassers atmen kann.
Der Harnröhrenwels (Tridensimilis
brevis) ist ein parasitisch lebender Fisch aus der Familie
der Schmerlenwelse. Er kommt im Amazonasbecken vor. Der
Harnröhrenwels ist bis zu 3 cm lang. Seine Lebensweise
ähnelt der des Candirú. Er sucht im Sand von flachen
Flüssen Unterschlupf und lebt parasitär von Blut in den
Kiemen größerer Welse. Er kann, vermutlich als
Fehlleitung, auch in die Harnröhre von Säugetieren (also
auch Menschen) eintreten, die unter Wasser urinieren,
woher sich der deutsche Name ableitet. In der Harnröhre
stirbt er zwar schnell ab, muss dann aber zumeist
chirurgisch, und unter großen Schmerzen entfernt werden.
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Der Gewöhnliche Katzenwels ...
ist von allen nordamerikanischen Welsarten der beliebteste
Speisefisch. Von besonderer Bedeutung sind dabei die
Fische, die im Flusstal des Mississippi und in den Staaten
am Golf von Mexiko gefangen werden. Sie können bis
70 Kilogramm wiegen. Der Blaue Katzenwels und der
Getüpfelte Gabelwels sind die häufigsten Fangfische, und
ihr Fleisch gilt als genauso hochwertig wie das von
Schwarzbarschen. Welse machen einen erheblichen Teil der
Fischzuchtproduktion in den Vereinigten Staaten aus, wo
sich riesige Fischzuchtfarmen für Welse befinden.
Systematische Einordnung:
Welse bilden die Ordnung Siluriformes. Die beiden
Familien, die im Meer leben, heißen Ariidae und Plotosidae.
Der einheimische Flusswels oder Waller wird als Silurus
glanis klassifiziert, der Zitterwels als Malapterurus
electricus und der Froschwels als Clarias batrachus. Der
Gewöhnliche Katzenwels gehört zur Familie der Ictaluridae.
Der Blaue Katzenwels heißt wissenschaftlich Ictalurus
furcatus und der Getüpfelte Gabelwels Ictalurus punctatus.
Etymologische
Namensfindung:
Der Wels ist neben den Störartigen unser größter,
heimischer Süßwasserfisch. Die Herkunft des Namens liegt
allerdings weitgehend im Dunkeln. Die Worte Wels und auch
Waller (Waler, Weller) stammen aus der selben sprachlichen
Wurzel wie Wal (Walfisch), welches aus dem germanischen
hwalis entstanden ist. Die wahrscheinlichste Herleitung
ist vom altpreußischen kalis, was Wels bedeutet.
Dieses Wort kommt möglicherweise wiederum vom
lateinischen squalus (Bezeichnung eines Meeresfisches),
welches heute der wissenschaftliche Gattungsname des
Dornhais (Squalus acanthias) ist und früher auch das Aitel
bezeichnete (Squalius cephalus; heute: Leuciscus cephalus).
Die Gebrüder Grimm gehen trotz der Übereinstimmung mit dem
Preußischen nicht davon aus, dass Wels die Grundbedeutung
der Formen sei. Sie nehmen an, dass der Wels als größter
Süßwasserfisch der Germanen mit dem Wal verglichen wurde
und so der Name von diesem herzuleiten ist. Dafür würde
sprechen, dass üblicherweise eher kleinere Tiere nach
größeren benannt werden und nicht umgekehrt und bereits
Decimus Magnus Ausonius (römischer Dichter des 4.
Jahrhunderts) den silurus als "unseren zahmen Walfisch der
Mosel" (nostrae mitis balaena Mosellae) bezeichnete. Im
Heldengedicht eines Tegernseer Mönchs, das um das Jahr
1030 entstand, ist vom Wels als vualra die Rede. Auch
Gesner knüpfte an den Wal an, indem er über den Wels
schrieb: "Diß scheußliche Thier könnte wegen seiner
Gestalt ein teutscher Wallfisch genennet werden." Heute
noch heißt der Wels in Holland meerval.
Die Bezeichnung Schaiden (Scheiden, Schaidfisch,
Schaden) tritt im Althochdeutschen als sceida auf. Der
Ursprung des Wortes kann nicht mit Sicherheit abgeleitet
werden. Der Wortstamm bedeutet trennen, abgrenzen
("scheiden"). Als mögliche Erklärung findet sich bei den
Gebrüdern Grimm, dass die Gestalt dieses Fisches der
Scheide eines Reiterschwertes gleiche – eine Deutung, die
keine Zufriedenheit aufkommen lässt. Aber ich kann leider
derzeit auch keine Bessere anbieten. Eine Verwechslung mit
dem Schied (im Donaugebiet übliche Bezeichnung des Rapfens)
dürfte nicht gegeben sein. In Ostösterreich wird der Wels
auch Scharn oder Scharl (ausgesprochen: 'schorl') genannt
wird (möglicherweise von Scheidl als Verkleinerungsform).
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass im
englischsprachigen Raum (v.a. USA) der Name sheatfish für
den Wels vorkommt. Sheath bedeutet im Englischen Scheide
(Schwertscheide). Auch über den Ursprung des Namens Salut
(Salutschaid) konnte ich nichts in Erfahrung bringen.
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Die wissenschaftliche
Gattungsbezeichnung Silurus ist lateinisch ...
und kommt vom griechischen siluros, was ebenfalls "Wels"
bedeutet. Der Name ist noch in einigen romanischen
Sprachen erhalten: So heißt der Wels im Französischen
silure und im Italienischen und Spanischen siluro. Auch
der Artname glanis ist lateinisch; er bedeutet ebenfalls
Wels und findet sich bereits bei Plinius.
Ein weiterer Vertreter der Ordnung der Welse (Siluriformes)
ist der aus Nordamerika stammende, kleinwüchsigere
Zwergwels (Ameiurus nebulosus), der auch in einige
heimische Gewässer eingeschleppt wurde. Die deutsche
Bezeichnung Katzenwels oder Katzenfisch rührt daher, dass
einige Vertreter dieser Familie (Ictaluridae) in
englischsprachigen Ländern catfish genannt werden. Der
Zwergwels heißt im Englischen aber brown bullhead, was
übersetzt soviel wie 'brauner Stierkopf' bedeutet. Die
Verbindung zum Stier ist nicht nur wegen des großen Kopfes
naheliegend, sondern auch, weil ein Bartelpaar wie
Stierhörner gebogen nach oben ragt.
Der wissenschaftliche Gattungsname Ameiurus kommt aus
dem Griechischen und bedeutet "abgestumpfter Schwanz". Der
Artname nebulosus ist lateinisch und heißt "rauchgrau,
neblig". Der bis vor wenigen Jahren verwendete
Gattungsname Ictalurus (Familie Ictaluridae) setzt sich
aus griechisch ichthys (Fisch) und ailouros (Katze)
zusammen, bedeutet also wie die englische Bezeichnung
Katzenfisch. Die Endung -urus in Ameiurus und Ictalurus
hat also eine unterschiedliche sprachliche Herkunft.
Der größte Wels ist der
einheimische Flusswels oder Waller ...
der 300 Kilogramm Gewicht und eine Länge von bis zu
vier Metern erreichen kann. Diese bei uns vielerorts von
Anglern ausgesetzte Fischart besiedelt Flüsse und Seen in
Mittel- und Osteuropa. Der Flusswels ernährt sich von
Fischen, Wasservögeln, Fröschen und Kleinsäugern.
Konstanzer Biologen berichteten 2001 in den "Proceedings
of the National Academy of Sciences" über die Beutesuche
des Flusswelses. Dieser ist offensichtlich in der Lage,
einer bis zehn Sekunden alten Wirbelspur von Fischen zu
folgen und diese aufzuspüren, ohne sie sehen zu können.
Tiere von mehr als zwei Metern Länge sind ausgesprochen
selten. Nur ausnahmsweise erreicht der Wels bei optimalen
Lebensbedingungen Längen von deutlich mehr als zwei
Metern, etwa wie der Kiebinger Rekordwels mit einer Länge
von 2,49 Metern und einer Masse von 89 Kilogramm.
Übertroffen wurde dieser Riese von einigen noch etwas
größeren Exemplaren aus Frankreich, Spanien (Ebro),
Italien (Po) und Griechenland (Polifito-See), wo dieser
Fisch vor einigen Jahrzehnten ausgesetzt wurde, und dank
des günstigen Klimas, mangelnder Konkurrenz und guter
Nahrungsversorgung extrem gut wächst. Am Po wurde auch der
derzeitige Rekordwels mit 2,78 Metern Länge und 144
Kilogramm Gewicht gefangen. Das Bild zeigt das Präparat
der Fa. Hofinger, der Fänger wollte damals nicht
namentlich genannt werden.
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Im rumänischen Donaudelta ...wurden in
den 80er Jahren große Welse von über 100 kg gefangen. In
Ungarn sind es der Plattensee, die Theiß, Körös, Raab und
Donau, welche durch Fänge von kapitalen Welsen Aufsehen
erregten. In Kasachstan (Syr Daria), Armenien, Georgien,
Russland, der Ukraine und Usbekistan gibt es die größten
Welse, allerdings ist die natürliche Population durch
Umweltverschmutzung, Raubbau, Berufs- und Schwarzfischerei
sehr stark zurückgegangen, so dass das gezielte Beangeln
von Großwelsen dort nur noch in Einzelfällen lohnend ist.
Es wurden im Dnjepr Exemplare um 320 kg gefangen, in der
Theiß welche von 3,5 m Länge. Genaue Altersbestimmungen
liegen für Waller bis 25 Jahre vor, die in verschiedenen
Gewässern eine Länge von 1,65 bis 2,27 m erreichten.
Einer der deutschen
Rekordwaller der Neuzeit wurde 1998 ...
von Mario Caruso im Rhein bei Großrohrheim in der Nähe
des Kraftwerkes Biblis gefangen. Er maß 2,37 m und wog
stolze 85kg. Der ehemalige Amateurboxer, 185 m groß und in
zahlreichen Kämpfen erfolgreich, war am Ende seiner
Kräfte, als er den "Riesen vom Rhein" landete. Überlistet
wurde der Gigant durch ein Stück Aal, nachweislich die
Leibspeise großer Welse und deshalb einer der fängigsten
Köder für diese Fischart. In den Kärntner Seen, im
Bodensee und in der Donau werden Welse mit ähnlichen Maßen
vermutet, eventuell noch größer und schwerer. Ein 1946
gelandeter Riese aus dem Wörthersee war 2,3 m lang, wog
aber eigenartigerweise nur 65 Kg. Österreichs Superwaller
wurde laut historischer Unterlagen 1616 in der Drau bei
Hollenburg überwältigt. Länge 2,5 m und 76 Kg schwer.
In den Erbhuldigungen aus
dem Jahre 1666 ...
findet sich noch eine Eintragung über einen 2,4 m
langen Waller, dessen Gewicht aber nicht eindeutig
verbürgt ist. Kolossale Exemplare soll es in den Donauauen
bei Wien geben. Gesichtet wurden Einzelexemplare mit
gigantischen Körpermaßen, größer als die Taucher. Unter
Wallerexperten gilt insbesondere Norditalien als Hochburg
der Giganten. Am 8. April 2002 ging der Österreicherin
Edeltraud Pfeiffermann in einem Nebenarm des italienischen
Fluß Po ein Waller mit 238 cm und 113 Kg an den Haken. Der
gierige Fisch verschluckte einen ausgelegten Aal. Das
Fischmonster geht in die Geschichte ein als einer der
größten, jemals mit der Angel gefangenen Welses. Und
definitiv als der gewaltigste Wels, der je von einer Frau
gefangen wurde. Solche Fische werden von
verantwortungsbewußten Petrijüngern aber nicht getötet.
Auch Sportfischerin Pfeiffermann entließ den riesigen
Fisch nach einigen Erinnerungsfotos wieder in die
Freiheit. Erstaunlicherweise sind die meisten gefangenen
Riesenwaller gemessen an ihrer Größe recht schlank. Nur
wenn sie sehr alt sind und sich das Längenwachstum
verlangsamt, nimmt die Körperfülle entsprechend zu. Über
100 Kg wiegt ein Waller nur, wenn das Wasser warm und das
Nahrungsangebot groß ist und er außerdem ein Alter von 50
Jahren deutlich überschritten hat. Als größter und
schwerster Riesenwels aller Zeiten gilt ein mit Netzen
1761 in der Oder gefangener Koloß. Der gewaltige Fisch wog
ohne Eingeweide 375 Kg.
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Als wallerträchtige deutsche Gewässer ...
sind hier die Donau mit ihren bekannten bayrischen
Nebenflüssen wie Altmühl, Naab und Regen zu nennen, die
alljährlich Fische jenseits der 2m Marke liefern. Aber
auch Rhein, Neckar, Weser und auch der Main, sowie deren
Zu- und Nebenflüsse zählen ebenso zu den Toprevieren in
Deutschland in Punkto Wallerbestand. Die Liste der In- und
ausländischen Flüsse in Deutschland, Frankreich, Italien,
Spanien und diversen Ostblockländern könnte an dieser
Stelle unendlich fortgesetzt werden. Der Po in Italien,
Ebro in Spanien, Saone in Frankreich, sowie diverse Seen
und Stauseen im In- und Ausland, um nur formhalber ein
paar davon zu nennen. |
| Insider des Wallerangelns
greifen hier neben der Tschechei, Polen, Rumänien,
Usbekistan, Kasachstan und auch Griechenland schon noch
etwas tiefer in ihre Trickkiste und es wird mit Sicherheit
auch nicht mehr lange dauern, bis wir wieder von neuen,
spektakulären Rekordfischen hören werden. |
Anatomie und Lebensraum ...Die
Körperform des Welses ist so typisch, dass Verwechslungen
mit anderen europäischen Fischarten ausgeschlossen sind.
Der Körper ist lang gestreckt und im vorderen Drittel an
der Bauchseite abgeplattet (sog. Bodenform). Dominierend
wirkt der kräftige Kopf mit dem breiten, leicht
oberständigen Maul. Die beiden kräftigen Kiefer sowie
Gaumen und Pflugscharbein sind mit kleinen, scharfen
Hechelzähnen bestückt. Auffälligste Organe am Kopf sind
die Barteln. Zwei sehr lange, nach allen Richtungen
bewegliche Bartfäden sitzen am Oberkiefer, vier kürzere am
Unterkiefer. Was die Beflossung angeht, so fällt die
vergleichsweise winzige Rückenflosse im vorderen
Rückenbereich sowie die außerordentlich lange Afterflosse
auf. Die Augen des Fisches sind im Vergleich zur
Körpergröße sehr klein - ein Hinweis darauf, dass für den
Waller der Gesichtssinn im Vergleich zu anderen
Sinnesorganen von eher untergeordneter Bedeutung ist.
Tast- und Geruchsinn spielen sowohl bei der Nahrungssuche
als auch für das Erkennen von Artgenossen, beispielsweise
während der Laichzeit (Mai, Juni, je nach
Wassertemperatur), eine wichtigere Rolle. Gleiches gilt
für das Gehör der Fische. Auf Grund einer Verbindung
zwischen Schwimmblase und Innenohr (Webersche Organ) hören
Welse ausgezeichnet. Die Haut ist glatt und schuppenlos.
Wie bei allen Fischen ohne Schuppen wird besonders viel
Hautschleim abgesondert. Zu erwähnen ist, dass Welse, wie
viele Cyprinidenarten in bestimmten Zellen der Oberhaut
einen Schreckstoff speichern, der bei Verletzung
freigesetzt wird und Artgenossen zur Flucht veranlassen.
Bei Sauerstoffmangel im Wasser können bis zu 25% des
benötigten Sauerstoffes über so genannte Hautatmung
aufgenommen werden. Welse weisen in der Regel eine sehr
dunkle Körperfärbung auf. Schwarz-, Braun- und Grüntöne
überwiegen. Meist sind die Körperseiten marmoriert, die
Bauchseite weißlich gefärbt. Albinismus tritt bei Welsen,
vergleichsweise mit anderen Fischarten, häufig auf. Dieser
auffallende Wandel des Körperquerschnittes vom Maul bis
zum Schwanz wird noch betont durch die extreme Proportion
von Kopf, Rumpf und Schwanz. Ihre Längen verhalten sich
wie 5:7:18. Der bauchseitige Rand des Schwanzes wird
nahezu vollständig von der Afterflosse gesäumt. Schwanz
und Afterflosse bilden somit eine gewaltige
Antriebseinheit, mit deren Hilfe der Wels blitzschnelle
Vorwärts- und Seitwärtsbewegungen vollführen kann. Der
Wels ist allerdings kein ausdauernder Schwimmer.
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Der Waller ist ein bodennah lebender dämmerungs- und
nachtaktiver Raubfisch ...Die Haut ist
schuppenlos, und seine Färbung ist der Umwelt angepasst,
und variiert daher sehr. Nicht nur die Körperform, sondern
auch die Ausmaße und die Lage der Flossen deuten darauf
hin, das der Waller überwiegend in Bodennähe lebt. Das
breite, mit Hechelzähnen bewehrte Maul und der
hervorstehende Unterkiefer sind deutliche Anzeichen für
eine räuberische Lebensweise. Die kurzen, nach hinten
gerichteten Hechelzähne befinden sich in vier bis fünf
Zahnreihen auf dem Unterkiefer, und in zwei Reihen auf dem
Oberkiefer. Am Oberkiefer sitzen auch zwei extrem lange
Bartfäden. Der Waller kann diese im Gegensatz zu den vier
kürzeren am Unterkiefer, zielgerichtet bewegen, um seine
nähere Umgebung zu erforschen. Alle sechs Barteln tragen
als Geschmacksorgane Sinnesknospen, die sich zur Spitze
hin häufen. Die kleinen, wenig funktionstüchtigen Augen
liegen seitlich über den Mundwinkeln. Obwohl das Auge wie
bei den meisten anderen Fischarten konstruiert ist, sind
die Sehleistungen des Wallers sehr gering. Dies
kompensiert der Waller durch den hervorragend
ausgebildeten Tastsinn und die für Fische
aussergewöhnlichen Geruchs- und Gehörleistungen. Dafür
sprechen auch die Erfahrungen der Angler mit dem
Wallerholz.
Er bewegt sich schlängelnd über dem Gewässerboden und
legt sich dort bald wieder ab. Seine großen Brustflossen
dienen ihm zu Kurskorrekturen und zu langsamem,
vorsichtigem Ortswechsel. Die Bauchflossen, Schwanz- und
Rückenflosse hingegen sind sehr klein und haben fast
rudimentären Charakter. Der Wels ist ein überwiegend
dämmerungs- und nachtaktiver Raubfisch. Bei ihm ist daher
der Gesichtssinn, im Gegensatz zum Hecht und Zander, von
untergeordneter Bedeutung. Seine Augen sind sehr klein.
Der Tastsinn hingegen ist beim Wels stark ausgeprägt. Er
besitzt hierzu am Unterkiefer vier kleinere Barteln, die
relativ weich sind und nicht bewegt werden können. Am
Oberkiefer sitzen zwei lange Barteln, mit denen der Wels
seine Umgebung gezielt abtasten kann. Beim Schwimmen
streckt er sie wie Fühler bogenförmig nach vorne aus. In
unmittelbarer Nähe dieser Barteln liegen auch die beiden
gut ausgebildeten Riechgruben. Bewegungen von Beutetieren,
aber auch eventueller Feinde nimmt der Wels als
Druckwellen mittels seiner Seitenlinien wahr. In diesen
Seitenlinien befinden sich mit Schleim gefüllte
Sinneszellen, die über kleine Kanäle Veränderungen des
Wasserdrucks aufnehmen und an das Gehirn weitermelden.
Geräusche, also Schallwellen, werden von der Schwimmblase
aufgenommen und dort wie von einem Resonanzkörper
verstärkt. Über den Weberschen Apparat werden diese
Signale an das eigentliche Gehör- und Gleichgewichtsorgan,
das so genannte Labyrinth, weitergegeben. Welse leben in
vielen Seen und größeren Teichen. Wir finden sie auch in
träge fließenden Flüssen und deren Altwässern. Fast
ausschließlich hält sich der Wels in Nähe des
Gewässerbodens auf. Er bevorzugt weiche, schlammige Gründe
und versteckt sich gerne zwischen Wurzeln, versunkenen
Bäumen und Wasserpflanzen.
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In stehenden Gewässern ...
ruhen die Welse, anders als in Flüssen, am Tage häufig in
Ufernähe auf weiten, ungeschützten Sand- bzw.
Schlammflächen. Manchmal kaum 4-6 m tief und in
regelrechten Kolonien nur unweit der großen Strandbäder,
stumm und starr wie Baumstämme. Kein Mensch würde sie dort
vermuten, schon gar nicht die Badenden. Dieses abnorme
Verhalten hängt allerdings von der Uferstruktur und der
Größe des Fisches ab. Begünstigt wird es durch flache
Uferzonen ohne Deckungsmöglichkeit. Auch machen das
normalerweise nur Waller ab etwa 1,5 m Länge, die nichts
mehr zu befürchten haben. Als Taucher kann man die
Schlafkuhlen gut erkennen und auch anhand ihrer Tiefe und
Länge die ungefähre Größe des darin gelegenen Wallers
abschätzen.
Bis zur Dämmerung liegen die Riesenfische fast
unbeweglich am Grund, dann aber kommt Bewegung in die
schuppenlosen, schleimigen Körper. Die abgeplatteten Köpfe
heben sich aus dem Mulm und die langen Afterflossen
peitschen den Untergrund. Kleine, schwarze Knopfaugen
schauen munter und gierig in die Runde. Es zwickt in den
Eingeweiden. Eine todbringende Armada rüstet zum Feldzug.
Gegner ist der Hunger. Und der kann nur mit Unmengen von
Beutefischen gestillt werden. Einer nach dem anderen
verlässt seine Schlafstätte. Wie Wesen aus einer anderen
Welt streben sie der schwarzen Weite zu, Schlammfontänen
hinter sich herziehend. Die langen Barteln tasten nach
Beute, mit den kleinen Seeorganen suchen sie ruhelos die
Umgebung ab. So durchstreifen sie kilometerlang Seen und
Flüsse, alles verschlingend, dessen sie habhaft werden
können. Gegen Morgen kehren sie zielsicher zu ihrem
Schlafplatz zurück, egal wie weit sie geschwommen sind.
Welse sind also keine Nomaden, die ziellos rauben und sich
jeden Tag eine neue Unterkunft suchen. Ortstreu finden sie
sich immer an denselben Stellen ein. Wo diese liegen und
wie tief, weiß man nur sehr ungenau, denn Welse unter
Wasser zu finden gleicht einem Glücksspiel zu dem man
außerdem noch viel Erfahrung mitbringen muss. Als sicher
kann gelten, dass die meisten Waller nicht wesentlich
tiefer als 30 m rauben, denn nur unweit einer dem Autor
bekannten Wallerwohnsiedlung lag in 45 m Tiefe 3 Jahre
lang die Leiche eines Ertrunkenen, der von der Kälte
konserviert keinerlei Fraßspuren aufwies. Was die
walzenförmigen Riesenfische im Freiwasser treiben,
entzieht sich allen Nachforschungen. Vermutlich folgen sie
aber gelegentlich den großen Reinanken - Schwärmen, um
sich einige Leckerbissen zu genehmigen.
Wird das Gewässer von
Schwingrasen umsäumt ...
erwühlen sich Welse darunter regelrechte Höhlensysteme,
in denen sie den Tag verbringen. In dieser unheimlichen
und lichtlosen Welt begegnet man auch den sagenumwobenen
Speisekammern der Waller. In ihnen werden dichte Schwärme
von Rotaugen, Lauben und Karauschen quasi als Lebendfutter
gehalten. Instinktiv schaffen die gierigen Räuber beim
Wühlen mit ihren gewaltigen Körpern auch Raum für
schutzsuchende Friedfische, die sich zu Tausenden in der
Finsternis einfinden und den Wallern als pulsierender
Vorrat dienen. Wie im Schlaraffenland müssen sie sich
fühlen, wenn ihnen das Fressen sozusagen von alleine ins
riesige Maul schwimmt. Ein Mysterium bleibt, was Welse im
Winter machen. Etwa ab Mitte Oktober verlassen sie ihre
Schlafstätten und verschwinden im Niemandsland ihrer
Gewässer. Nie gelang es einem Taucher oder UW-Fotografen
diese Lebensperiode zu sehen bzw. zu fotografieren. Graben
sie sich im Schlamm ein? Verstecken sie sich im Schilf?
Liegen sie auf uferfernen Untiefen? Tarnen sie sich
zwischen versunkenen Bäumen? Warum überhaupt verlassen sie
ihre Sommer-Ruhestätten? Ein Rätsel, das noch seiner
Auflösung bedarf. Ebenfalls ungeklärt ist, wie gut oder
wie schlecht der Wels sehen kann. Manche Wissenschaftler
glauben, dass sein Sehvermögen schlecht sein muß, weil die
Augen so klein sind und er sie ohnehin bei Nacht nicht
benötigt. Andere Experten wiederum bescheinigen ihm gerade
deshalb gute bis sehr gute Sehkräfte in der Dämmerung.
Niemand kennt die Wahrheit. Ebenso ist unbekannt, ob der
Waller Farben sehen kann oder nicht. Tatsache ist: Wenn
der Waller nicht will, dass man ihn sieht, besteht keine
Chance. Er registriert mit seinem empfindlichen
Seitenlinienorgan die Nähe von Schwimmern, Schnorchlern
und Tauchern lange bevor diese ahnen, daß unser größter
Raubfisch in der Nähe liegt.
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Laichverhalten - Entwicklung
vom Ei bis zum Jungfisch ...Welse sind
Einzelgänger. Lediglich zur Laichzeit, etwa von April bis
Juli, finden sie sich paarweise in den pflanzenreichen
Flachwasserzonen. Das Männchen (Milchner) bereitet durch
Flossenschläge ein Nest in den Wasserpflanzen vor. Während
des nun folgenden Laichspiels preßt das Weibchen (Rogner)
die Eier aus dem Geschlechtsporus aus. Sie werden sofort
vom Milchner besamt und kleben an den Pflanzenteilen. Pro
kg Körpergewicht sind von einem Rogner etwa 10 000 der
hellbeigen, 2 bis 3 mm großen Eier zu erwarten. Dieses
Nest wird vom Milchner bis zum Schlüpfen der Embryonen
bewacht und durch Flossenschläge mit Frischwasser
versorgt. Nach etwa drei Tagen schlüpfen die pigmentlosen,
weißen, etwa 6 mm großen Larven. Sie sind ausgesprochen
lichtscheu und haften sich zunächst an Wasserpflanzen an.
Erst nach weiteren drei Tagen besitzen sie eine
Schwimmblase und können schwimmen und Nahrung suchen. Bis
zu diesem Zeitpunkt haben sie sich vom eigenen Dottersack
ernährt. Nun stellen sie bereits kleineren Zooplanktern (Rotatorien,
kleineren Cladoceren) nach. Besonders im ersten Lebensjahr
ist die Zahl der Feinde des Welses groß. Nahezu sämtliche
Fischarten ernähren sich von frischgeschlüpften Embryonen.
Daneben stellen Frösche, Wassergeflügel und Insekten den
Jungfischen nach. Insbesondere die Libellenlarven, der
Gelbrandkäfer und seine Larve sind als Räuber der
Fischbrut anzusprechen. Am Ende des ersten Jahres ist der
Wels 10 bis 20 cm groß. Er stellt nun seinerseits
Tubificiden oder kleineren Fischen nach.
Während sich junge Welse
...
oft zu losen Verbänden zusammenschließen, sind alte
Tiere dagegen Einzelgänger. Welse liegen tagsüber in ihren
Schlupfwinkeln. Mit Einbruch der Dämmerung und nachts
gehen sie auf Beutejagd, oftmals bis in ganz seichtes
Wasser hinaus. Es gibt im übrigen kaum ein aufregenderes
Erlebnis für den Angler, als während eines warmen
Sommerabends an einem guten Welsgewässer (Neckar, Rhein,
Mosel, Po, Saone, Rhone, Ebro) zu sitzen und die Jagd der
Welse zu beobachten. Für den Fang des Fisches während des
Tages ist die Methode des Anlockens mit dem Wallerholz und
vor allem das Spinnfischen mit großen Kunstködern die
beste Lösung. Begründet wird dies mit den akustischen
Signalen die diese Methoden auslösen und die große
Wasserfläche die man dabei absucht. Geräusche lösen beim
Waller Neugierde aus, die ihn dazu veranlasst seine
Unterschlüpfe zu verlassen und sich auf die Suche zu
begeben. Bei der Jagd entstehen laute Schlürf-, Schmatz-
und Schlaggeräusche und so ist er für den Angler dabei
leicht auszumachen.
Welse reagieren auf
Luftdruckschwankungen ...
die sie über ihre Schwimmblase registrieren, und auf
Veränderungen des Wasserstandes empfindlich. Wobei sich
allgemein fallendes Wasser negativ und steigendes Wasser
positiv auswirkt und auch ein niedriger Luftdruck von
Vorteil ist. Naturgemäß wird das Fressverhalten der Welse
stark von der Wassertemperatur beeinflusst. Den größten
Appetit zeigt er vor und nach der Laichzeit und im Herbst
wo er sich eine dicke Fettschicht anfrisst. Sobald die
Wassertemperaturen unter 10°C absinken, reduziert der
Fisch die Nahrungsaufnahme erheblich und stellt sie unter
4°C ein. Die Welsbrut beginnt, sobald die Reserven des
Dottersackes abgebaut sind, ein gefräßiges Dasein. Die
Fischchen versuchen sowohl in Bodennähe als auch an der
Wasseroberfläche Planktonorganismen zu erbeuten. Sie
wachsen sehr schnell und stellen sich bald auf größere
Nahrung (Schnecken, Zuckmückenlarven, Würmer) ein. Ab
einer Körperlänge von 2 bis 3cm bleibt die Brut anderer
Fischarten ebenso wenig verschont wie die eigenen
Artgenossen- letztere vor allem wenn die Nahrung insgesamt
knapp wird. Bis zum ersten Lebensjahr überwiegen jedoch
wirbellose Kleintiere.
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Lebensweise und Beutefang ...Der Wels
wurde bereits als nachtaktiver Jäger der Bodenzone
beschrieben, der tagsüber in der Regel ruht. Während der
Dunkelheit streift der Wels langsam über den Gewässerboden
oder liegt lauernd auf dem Grund. Die Färbung seiner
marmorierten Haut passt sich dem jeweiligen Lebensraum an
und reicht von schwarz/grau bis braun/grün. Es gibt auch
Albino- und Goldformen. Welse haben eine schuppenlose Haut
und sind daher empfindlich gegen Hauterkrankungen. Etwa
25% der gesamten Sauerstoffaufnahme kann beim Wels über
die Haut erfolgen. Mit Hilfe seiner Tarnfarbe ist der Wels
am Gewässerboden nur schwer zu erkennen. Die Bauchseite
hingegen ist hell, häufig weiß. Damit hebt er sich, von
unten betrachtet, kaum von der schillernden
Wasseroberfläche ab. Solchermaßen getarnt erwartet der
Wels seine Beute. Oder er schiebt sich mit den großen
Barteln vorsichtig tastend an sie heran. Die Distanz, aus
der er zuschlägt, ist stets sehr gering. Ein plötzlicher
Schlag seiner mächtigen Schwanzflosse muss genügen, um ihn
an die Beute zu bringen. Fast immer schlägt der Wels durch
eine Seitwärtsbewegung des Maules. Dabei entsteht durch
das schnelle Auseinanderreißen der Kiefer ein Sog, der
kleinere Beutetiere direkt ins Maul zieht. Ober- und
Unterkiefer sind bewehrt mit einer Vielzahl kleiner
Hechelzähne, die sehr spitz und nach innen gebogen sind.
Die ergriffene Beute hat keine Chance zu entkommen. Welse
ernähren sich in der Jugend von Zooplankton,
Chironomidenlarven und Tubificiden.
Es werden auch Würmer und
Schnecken angenommen ...
Mit weiterem Wachstum fängt der Wels auch andere Fische
aller Arten, bevorzugt jedoch Bodenbewohner wie z. B. die
Schleie oder den Aal. Daneben frisst der Wels auch Krebse,
Wirbeltiere wie die Wasserspitzmaus, Frösche und in
einigen Fällen auch Enten und Möwen. Allerdings werden
diese nur Beute sehr seltener, großer Welse. In
Deutschland erreichen Welse kaum eine Länge von über zwei
Metern. Trotzdem zählt Silurs glanis zu den größten
Süßwasserfischen der Erde. Aus russischen Flüssen und dem
Donaudelta sollen Welse mit 4 bis 5 Metern Länge und 300
kg Gewicht gefangen worden sein. Je nach Wassertemperatur
ist die Nahrungsaufnahme im Winter überwiegend
eingestellt. Angler schätzen den Wels als attraktiven
Raubfisch sehr, fürchten jedoch seinen zu großen Fraßdruck
auf andere Fischarten. Diese Sorge ist jedoch größtenteils
unbegründet, da ein Wels sein Revier durch Kannibalismus
von Artgenossen freihält. Das Revier nimmt flächenmäßig
mit dem Wachstum des Welses zu. Ein „Leerfressen" dieses
Gebietes durch den Wels ist daher nicht möglich. Darüber
hinaus ist der Wels als einheimischer Raubfisch seit
vielen Jahrtausenden Bestandteil des Ökosystems Gewässer.
Jäger und Beute stehen in einem ausgewogenen Verhältnis
zueinander.
Gehör und
Verstärkungseinrichtungen ...
Schallwellen sind Druckveränderungen, die ein Fisch mit
seinem Innenohr wahrnehmen kann. Obwohl die meisten Arten
nur über ein begrenztes Hörvermögen verfügen, können
Fische, deren Ohr mit der Schwimmblase verbunden ist,
ausserordentlich gut hören. Wenn Wasser mit einer Gasblase
in Verbindung steht, vibriert es nämlich mit grösserer
Amplitude, als wenn dies nicht der Fall wäre. Da nun die
Schwimmblase mit Gas gefüllt ist, wirkt sie wie ein
Schallverstärker und verbessert das Hörvermögen eines
Fisches. Salmer, Karpfen und Weissfische hören
ausgezeichnet. Mehrere kleine Knochen, die den sogenannten
Weberschen Apparat bilden, verbinden die Schwimmblase mit
dem Ohr. Fische mit einem Weberschen Apparat nehmen einen
weitern Frequenzbereich wahr, können schärfer hören und
verschiedene Tonhöhen genauer unterscheiden. Mit Hilfe
dieses scharfen Gehörs entdecken sie Feinde und
potentielle Beute und zudem kommunizieren sie
untereinander, indem sie verschiedene Laute hervorbringen.
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Weberscher Apparat
Der Webersche Apparat besteht aus 3-4 hintereinander
liegenden, von Wirbeln abstammenden Knochenpaaren (Stapes,
Claustrum, Incus, Malleus), von denen das letzte mit dem
vorderen Abschnitt der Schwimmblase Kontakt hat.
- 1. Sinus impar
- 2. Labyrinth
- 3. Claustrum
- 4. Stapes
- 5. Incus
- 6. Malleus
- 7. Wirbelkörper
- 8. Schwimmblase
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Elektrorezeptoren des Wallers ...Welse
besitzen die Fähigkeit schwache elektrische Ströme in
ihrer Umgebung wahrzunehmen. Großräumige elektrische
Felder werden zur Navigation genutzt, kleine Felder, wie
sie generell von Lebewesen im Wasser ausgehen, können vor
Feinden warnen, auf Beute hinweisen und der Kommunikation
dienen. Die Sinnesorgane für die elektrischen Ströme, die
sogenannten ampullären Elektrorezeptoren, befinden sich in
der Haut der Welse.
Ihre Anzahl und ihre Dichte innerhalb des
Verteilungsmusters, nimmt mit dem Alter zu. Jede Woche
senden zirka 10 neu gereifte primäre Neurone des
Lateralisganglions jeder Fischseite ihre zentrifugalen
Fortsätze (Nervenfasern) in den Rumpf der heranwachsenden
Tiere. Dort wo eine Faser in die Rumpfhaut einwächst,
induziert sie, mit Hilfe einer trophischen Substanz noch
unbekannter Natur, den Elektrorezeptor, dessen afferente
Faser sie dann darstellt. Eine wichtige Erkenntnis ist
nun, daß diese zentrifugalen Fasern nicht zielgerichtet zu
einer bestimmten Körperregion auswachsen, sondern daß alle
Fasern gleich programmiert sind. Der Zufall legt fest, ob
eine Faser zur Analflosse oder zum Rücken wächst, im
rostralen oder caudalen Rumpfbereich endet und jeweils
dort ihren Rezeptor induziert. Daß die Plazierung des
Rezeptors vom Zufall beim Auswachsen abhängt, schafft ein
Problem für unser Verständnis von der Arbeitsweise der
Wahrnehmungsfähigkeit des Welses. Da der Zufall bestimmt
hat wo ein Rezeptor auf dem Rumpf zu liegen kam, kann der
Fisch nicht "wissen" wo er liegt. Der Fisch muß aber
wissen, ob ein elektrisches Feld (z.B. Raubfisch) sich von
vorn oder von rückwärts nähert.
Er muß also wissen, ob der Rezeptor, vom dem die
Meldung kommt, rostral oder caudal liegt. Neuroanatomische
Untersuchungen der Faserverläufe vom zentrifugalen Ende
(Rezeptor) bis zum zentripetalen Ende (1. Umschaltstelle
des Lobus lateralis des Rhombencephalons) zeigen nun, daß
die zentripetalen Faserenden im Lobus lateralis
tatsächlich ortspezifisch einlaufen. Wie die somatotopisch
geordnete Projektion der Peripherie in den Lobus lateralis
in der Ontogenese hergestellt wird, trotz der
Zufallsbestimmten Unordnung der zentrifugalen Faserenden,
ist Gegenstand unserer momentanen und vermutlich
zukünftigen Forschung.
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Ventraler Rumpf des Welses mit 5 Reihen (I-V) von
Elektrorezeptoren (Punkte). Jede Woche werden in jeder
Reihe 1-2 neue Organe von neuausgewachsenen Nervenfasern
induziert. Die Organe der Reihe V liegen dorsal und
ventral über dem Seitenlinienkanal.
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6 Elektrorezeptoren mit ihren afferenten Nervenfasern.
(Rekonstruktion nach Serienschnitten). Jede Faser könnte
als letzte angekommen sein und ihren Rezeptor zwischen den
anderen Organen induziert haben. Nur das Grundmuster der
Rezeptorverteilung liegt fest (s.o.). Welche Faser an
welchen Ort gelangt und dort einen Rezeptor induziert, ist
vom Zufall bestimmt.
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Bei den Lorenzini-Ampullen ...handelt es
sich um Gruben, die sich an den Körperseiten und in der
Kopfregion von Fischen befinden können. Sie sind blind
geschlossene, gallertgefüllte Kanäle, die tief ins
Unterhautbindegewebe hineinragen und am Ende kolbenförmig
verdickt sind. Ein kleines Bündel von Nervenfasern tritt
ins Zentrum ein und verliert dort den Markmantel. Die
Ampullenorgane nehmen mehrere Modalitäten wahr:
Kälte, mechanische, chemische und elektrische Reize, für
die sie am empfindlichsten sind. Ihnen fehlt die Cupula.
Kleine Plattfische erzeugen bioelektrische
Gleichstromfelder, die von Haien in 10cm Entfernung, von
Rochen aus noch größerem Abstand wahrgenommen werden
können. Schirmt man die Gleichstromfelder ab, können die
Beutefische nicht mehr geortet werden. Die Haie zeigen
jedoch ein normales Verhalten, wenn man eine Batterie im
Sand vergräbt. Verantwortlich für die Rezeption der
elektrischen Reize sind die Lorenzini-Ampullen.
Beispiele:
- 1. Bei dem mexikanischen Höhlenfisch Astyanax, einer
adult augenlosen Fischart, hat man einen so genannten
Ferntastsinn festgestellt. In fremder Umgebung schwimmt
dieser Fisch zur Erkundung des Raumes ruhelos umher.
Gleitet er an Gegenständen vorbei, so neigt er sich zur
Seite, um seine Körperseite dem Objekt zuzuwenden. Es
wird angenommen, daß der Fisch dabei das von ihm selbst
beim Gleiten durchs Wasser erzeugte Strömungsfeld mit
Hilfe des Seitenliniensystems registriert.
- 2. Auch geblendete Aquariumsfische zeigen die
Eigenart eines Ferntastsinnes. Spätestens 1-2 cm vor der
Aquariumswand drehen sie ab und vermeiden eine Kollision
mit der Glaswand. Dies tun sie jedoch nur, wenn das
eigene Strömungsfeld nicht durch aktive
Schwimmbewegungen beeinträchtigt wird. Tiere, die aktive
Schwimmbewegungen ausführen, kollidieren unweigerlich
mit der Aquariumswand.
- 3. Haie beweisen immer wieder ihre Fähigkeit,
unsichtbare, im Sand verborgene Beutefische aufzuspüren.
Dabei schwimmen sie mehrmals über die selbe Bodenstelle,
um das Beutetier zu orten. Versuche mit im Sand
vergrabenen Batterien haben gezeigt, daß die erzeugten
elektrischen Felder der Beutefische für diese Fähigkeit
verantwortlich sind.
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Die hier dargestellten Vorgänge gelten
für die Lorenzini-Ampullen eines Welses. Die im Experiment
in Form von Spannungssprüngen erzeugten Reize werden
innerhalb der Ampullen abgerundet, d.h. die Ampulle dient
als Tiefpaßfilter, der die abrupte Spannungsänderung
abschwächt, die gleichbleibende Spannung aber durchlässt.
Der so modulierte Reiz erzeugt in der Haarzelle ein
Rezeptorpotential, welches die Transmitterausschüttung in
den Synapsen an den Nervenendigungen verändert und so für
eine Fortleitung des Reizes sorgt. Auffallend ist die
starke Ruheaktivität, die eine gleichermaßen exakte
Codierung von hemmenden wie erregenden Veränderungen
gestattet. |
Das eigentliche Seitenlinienorgan ...
besteht meistens aus einer Rinne, die im typischen Fall
auf beiden Seiten etwa in Rumpfmitte vom Hinterrand des
Kiemendeckels bis zum Schwanzstiel verläuft und bei
manchen Familien auch auf die Schwanzflosse übergeht. Man
erkennt die Seitenlinie an den durchlöcherten Schuppen.
Manche Fischarten verfügen über mehrere, unterschiedlich
verteilte Seitenlinien. Die Seitenlinie des Rumpfes teilt
sich am Kopf normalerweise in 3 Kopfkanäle, von denen der
Ramus supraorbitalis über dem Auge verläuft, während der
Ramus suborbitalis und der Ramus mandibularis unterhalb
des Auges verlaufen.
Die Sinnesorgane ...
dieses Systems sind Neuromasten, die sich
phylogenetisch vielleicht von allgemeinen
Mechanorezeptoren der Haut ableiten. Alle Neuromasten
bestehen aus sekundären Sinneszellen, die von markhaltigen
Nervenfasern versorgt werden. Sie sind zusammengesetzt aus
mehreren Haarzellen von zylindrischer Form, die jeweils
ein einzelnes langes Kinocilium sowie bis zu 30
Stereocilien (Mikrovilli) besitzen. Diese Cilien werden
von einer sehr zarten, gallertartigen, finger- oder
becherförmigen Gallerte umhüllt (Cupula), ragen ins freie
Wasser oder sind in einem Epidermiskanal eingeschlossen.
Das jeweilige Kinocilium ist bei den Fischen asymmetrisch
angeordnet , d.h. jeweils auf einer Seite der Mikrovilli.
Die Neuromasten stehen im Dienst der Strömungsrezeption
und der Lokalisation sich bewegender Objekte.
Neben den freien
Neuromasten ...
die an der Oberfläche stehen und an bei Tiefseefischen
sogar auf Papillen exponiert sein können, gibt es die
Kanalneuromasten, die sich in einer meist geschlossenen
Rinne befinden. Diese Rinne kann bis in die Unterhaut
versenkt sein und steht durch Poren mit der Oberfläche in
Kontakt. Die Kanäle sind mit Schleim gefüllt und können
mit einem U-Bahn-System verglichen werden. Durch die
starke Ruheaktivität reagieren die Kanalneuromasten
bidirektional, d.h. derselbe Neuromast entlädt, wenn der
Schwanz in die eine Richtung schlägt, und schweigt, wenn
er in die andere gebogen wird, entsprechend dem Hin- und
Herfließen der Kanalflüssigkeit.
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Dabei erfolgen die Entladungen
...in Bursts synchron zu den
Schwimmbewegungen, zu deren Koordination sie vielleicht
beitragen. Die in einer Gruppe vereinigten Sinneszellen
haben nicht die gleiche Richtungsempfindlichkeit. Die
Erregungen beider Rezeptortypen werden getrennt über
Nervenfasern fortgeleitet. Im Gegensatz zu den
Lorenzini-Ampullen werden die Neuromasten nicht nur
afferent versorgt, sondern auch efferent. Die Reizung der
efferenten Neurone, die nicht spontan tätig sind, hemmt
beim Katzenhai die Spontanaktivität der afferenten Fasern,
was vermutlich eine Überreizung bei schnellem Schwimmen
verhindern soll.
Das Lateralis- oder
Seitenlinienorgan ...
findet man bei allen primär wasserlebenden
Wirbeltieren, von primitiven Cyclostomen wie dem Neunauge
bis zu den Amphibien. Am Anfang stehen freie
Sinnesknospen, die in schlitzförmige Spalten versenkt
werden können und bei den Haien Spaltpapillen bilden. Es
folgen Sinneshügel in offenen Epidermisrinnen. Das nächste
Stadium stellen schleimgefüllte Kanäle dar, die sich durch
Poren oder Röhren nach außen öffnen. Zuerst liegen sie
subepithal, später tief ins Corium versenkt. Enge Kanäle
finden sich vorallem bei Fischen, die in schnellen
Gewässern leben, weite Kanäle hingegen bei Fischen, die in
ruhigen und/oder tiefen Gewässern leben. Ursprünglich war
es vermutlich ein System, das die ganze Oberfläche
durchzog, bis es sich später auf meistens 1 Seitenlinie
konzentrierte. Das Labyrinth kann als Endstadium der
Evolution versenkter Neuromastenorgane des
Seitenliniensystems angesehen werden. Ontogenetisch
gesehen geht das Labyrinth mit der Seitenlinie aus einer
gemeinsamen Plakode hervor. Das innere Ohr entwickelt sich
in genau derselben Weise wie ein einzelnes Sinnesorgan in
der Seitenlinie. Aber es sinkt tiefer in den Körper ein
und ist besonders vergrößert und verändert worden, um
feinere Schwingungen empfangen zu können als die
Sinneshügel.
Fehlfärbungen oder
Farbvariationen ...
Vielen ist der Begriff Goldwaller, Mandarin, Albino,
usw. mit Sicherheit bekannt, aber woher stammen eigentlich
diese Farbveränderungen bei Fischen. Hierbei gibt es
verschiedene Erscheinungsformen die man in folgende
Kategorien unterteilt:
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Xanthismus:Xanthismus beschreibt Tiere,
die wegen Melaninmangels eine gelbe oder rote Farbe haben.
Es handelt sich also um eine Form des Albinismus, bei dem
die durch die in Xantophoren vorhandene durch Carotine und
Pteridine hervorgerufene gelbe oder rote Farbe
unbeeinflusst bleibt, während die durch Melanophoren
verursachte schwarze oder braune Farbe der Melanine fehlt.
Wobei Gelbfärbung als dehnbarer Begriff aufgefasst werden
muß und dabei von weißlich und rosa bis hin zu orange
wechseln kann. Da bei Säugetieren Carotine und Pteridine
keine Rolle bei der Entstehung der Farben spielen, ist
Xanthismus in diesem Sinne bei ihnen nicht möglich. Nur
Fische, Amphibien, Reptilien und Vögel können Xanthismus
entwickeln.
Teil-Xanthismus:
Hier sind einige Partien des Körpers gelblich gefärbt,
andere Partien weisen dagegen Flecken in der eigentlichen
und ursprünglichen Färbung auf.
Albinismus:
Albinismus (von lateinisch albus „weiß“, ist eine
Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der
Biosynthese der Melanine (das sind Pigmente oder
Farbstoffe) und der daraus resultierenden helleren Haut-,
Haar- und Augenfarbe. Betroffene Tiere nennt man Albinos.
Außerdem sind ihre Sehschärfe und ihr räumliches Sehen
stark eingeschränkt. Typisches Merkmal sind ihre weiße
Haut und die roten Augen, da auch ihnen die Melanine
fehlen.
Bei Säugetieren entspricht die Farbstoffsynthese
weitgehend der des Menschen, so dass Albinismus mit
aufgehellter Augen-, Haut-, und Fellfarbe dort aus
denselben Gründen auftritt. Bei anderen Tiergruppen gibt
es neben den Melaninen noch andere Farbstoffe und die
Verwendung des Begriffes Albinismus ist dort
uneinheitlich. Bei Vögeln entstehen blaue und grüne
Farben, sowie schillernde Farbspiele durch Federstrukturen
in Verbindung mit Melanin. Gelbe, orange und rote Farben
gehen meist auf Carotine zurück. Bei Reptilien, Amphibien
und Fischen entstehen grüne und blaue Farben, ein
silbriger Schimmer oder metallischer Glanz durch Purine,
die Licht reflektieren. Gelbe, orange und rote Farben
gehen auf Carotine und Pteridine zurück. All diese
Farbstoffe können durch Mutationen ausfallen.
Melanismus:
Unter Melanismus (griechisch „Schwarzfärbung“, von
melos „schwarz“) versteht man im Tierreich eine übermäßige
Pigmentierung bzw. die zum Teil massenhafte Ablagerung von
Melaninen. Ein melanistisches Tier (auch Schwärzling
genannt) ist im Gegensatz zur üblichen Farbgebung seiner
Art komplett schwarz gefärbt. Man unterscheidet dabei.
- Abundismus: hier tauchen neue dunkle
Zeichnungselemente auf.
- Nigrismus: hier werden nur vorhandene
dunkle Zeichnungselemente größer.
- Skotasmus: hier besteht völlige
Verdunkelung.
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Vieles am Waller ist unbekannt
...denn Verhaltensforscher, Fotografen
und Biologen haben es schwer, dem gewaltigen Fleischberg
bei seinen Wanderungen durch die Unterwasserwelt auf der
Spur zu bleiben. Seine Lebensweise ist so düster wie seine
Umgebung. Dunkelheit und Schlamm, trübes Wasser und
versunkene Bäume, mörderische Kälte und gefährliche Tiefen
– die Welt des Wallers ist geheimnisvoll und rätselhaft.
Sagenumwoben haust er zwischen Wurzelwerk, in Höhlen und
im Schilf. Der Mythos, der diesen Fisch umgibt, lässt
Geschichten, Märchen und Legenden ranken. Oftmals
vermischen sich Dichtung und Wahrheit zu einem dichten
Netz, in dessen Maschen sich die Fabeln wie Schwarmfische
verfangen.
Vor einigen Jahren machte ein riesiger Waller aus dem
Bodensee in vielen süddeutschen Zeitungen Schlagzeilen.
Erstmals gelangten authentische UW-Aufnahmen des
mächtigsten und größten Süßwasser-Raubfisches Europas an
die Öffentlichkeit. Und allen Experten war wieder einmal
bewusst, wie wenig man bisher über dieses unheimliche
Lebewesen in Erfahrung gebracht hatte. Denn wo der Waller
wohnt, können ihm die Menschen nicht folgen.
Monster und Fabelwesen ...
Sogenannte Monsterwelse tauchen in schöner
Regelmäßigkeit alle Jahre in der Presse auf. Was an diesen
Geschichten Wahrheit oder Dichtung ist, lässt sich nur
schwer feststellen. Als Ungeheurer vom Zwischenahner Meer,
einem 565 Hektar großen deutschen Binnensee nahe der
niedersächsischen Stadt Oldenburg, sorgte im Frühjahr 1979
ein angeblich 3,5 Meter langer und über 200 Kg schwerer
Riesenwels für Schlagzeilen. Er fraß laut Angaben der
örtlichen Sportfischer den halben Fischbestand und
dezimierte das Vorkommen der Wasservögel. Ein Pudel und
ein Dackel verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Eltern
verboten ihren Sprößlingen das Baden. Der dortige
Angelverein setzte eine Fangprämie von 3000 Euro aus und
blies zur Hatz auf den Leviathan, Taucher stiegen mit
Harpunen und Kameras ins Wasser, Sensationsreporter aus
Presse, Funk und Fernsehen nisteten sich in den
umliegenden Gasthäusern ein. Zwei Gendarmen der örtlichen
Wasserschutzpolizei, die den Monsterfisch beim Rauben an
der Wasseroberfläche beobachteten, protokollierten im
Logbuch, daß der Fischgigant nur unwesentlich kürzer als
ihr 5 m langes Dienstboot gewesen sei. Moby Dick, wie
Touristen und Fischer das Monster tauften, wurde
allerdings nie gefangen und später auch nie mehr
gesichtet. Für einen Sommer lang wurde so das
Zwischenahner Meer zum deutschen Loch Ness. Jahre später
präsentierte der Hobbytaucher Hubertus Peus aus Papenburg
ein UW-Foto, auf dem ein Wels zu sehen war, der den
beschriebenen Riesenfisch darstellen sollte. Gemacht wurde
das Bild unter dem Bootssteg eines Hotels. Bernd Ergert,
der damalige Direktor des Deutschen Jagd- und
Fischereimuseums taxierte das Gewicht des Wallers auf
150-200 Kg. Eine echte Sensation. Vielleicht gibt es ihn
wirklich, den Big Boss vom Zwischenahner Meer.
Glück im Unglück hatte ein
Berufstaucher in Ostdeutschland ...
der unter Wasser einen Brückenpfeiler auf seine
Haltbarkeit untersuchen sollte und dabei einen Riesenwels
bei der Siesta störte. Der kapitale Fisch, vermutlich über
2,5 m lang und geschätzte 150 Kg schwer, attackierte den
Eindringling mit wilden Kopfstößen, so dass diesem mehrere
Rippen gebrochen wurden und er letztendlich in der
Strömung um sein Leben kämpfen musste. Selbst der Einsatz
des Tauchermessers konnte den wild gewordenen Waller nicht
bremsen. Letztendlich half nur noch die Flucht, wobei der
Unhold den Taucher bis ans Ufer verfolgte. Kollegen zogen
den Verletzten an Land, wo er im Krankenhaus versorgt
werden musste. Silurus glanis hatte sein Revier
erfolgreich verteidigt. Über die Kraft und die Ausdauer
von Welsen wurde schon viel geschrieben, vielleicht auch
etwas übertrieben.
Kein Märchen ist hingegen
das Abenteuer zweier Bodenseefischer ...
die am Wochenende in einem Ruderboot zum Angeln fuhren.
Kaum war die Rute mit einem Rotauge am Haken ausgelegt,
bog sie sich fast kreisförmig in Richtung Wasser. Ein
Wallergigant hatte angebissen. Doch die Freude über den
unerwarteten Fang währte nicht lange. Aus den Jägern
wurden alsbald Gejagte. Der Riesenfisch zog das Boot mit
Macht über den See. Die Höllenfahrt wollte kein Ende
nehmen, der Wels schien keine Müdigkeit zu verspüren. Mehr
als 11 Stunden wähnten sich die Sportfischer zwischen
Himmel und Hölle, waren mittlerweile so groggy, dass sie
in ihrer Verzweiflung die Schnur kappen wollten.
Zwischenzeitlich galten die beiden Angler auf dem Bodensee
als verschollen, die Familien hatten in Sorge um das Leben
der Männer die Wasserschutzpolizei alarmiert. Als man sie
fand war das Ruderboot noch in voller Fahrt. Erst mit
Unterstützung weiterer Helfer konnte der Gigant beigeholt
werden. Er war nach verlässlichen Angaben größer als das
Boot. Doch dann verfing sich die Schnur in einer
Ruderhalterung, der Fisch bäumte sich mit Urgewalt auf,
riß sich den Haken aus dem Maul und verschwand wie ein
Dämon in der Tiefe. Zurück blieben zwei erschöpfte
Sportfischer, mehrere ratlose Helfer und eine Menge
Fragen. War das einer der letzten Riesen im Bodensee ???
Weitere interessante Informationen rund um den Waller ...
- Weltweit gibt es mehr als 2200 verschiedene Arten,
von denen alleine ca. 1200, in Südamerika leben. Der
kleinste Verwandte ist gleichzeitig auch der
teuflischste. Nur zwei Zentimeter misst der Urinalwaller,
dessen eigenartiger Name mit seinem Verhalten
zusammenhängt. Geht man in den südamerikanischen Flüssen
des Minisatans baden, dringt dieser mit blitzartiger
Geschwindigkeit in den After oder den Penis ein und
verkeilt sich dort mit hochgestellten Rückenstacheln. Er
muss dann operativ entfernt werden, ansonsten droht der
Tod des Badenden unter bestialischen Schmerzen. Die
Eingeborenen baden dort wohlwissend nur mit sehr enger
und zugebundener Kleidung.
- Konstanzer Biologen berichteten 2001 in den "Proceedings
of the National Academy of Sciences" über die Beutesuche
des europäischen Flusswelses. Dieser ist offensichtlich
in der Lage, einer bis zu zehn Sekunden alten Wirbelspur
von Fischen zu folgen und diese aufzuspüren, ohne sie
sehen zu können !!!
- Unser heimischer Wels ist der größte und schwerste,
bereits mit 100 g Körpergewicht räubert er, was das Zeug
hält. Große Waller benutzen ihre Barteln als Lockmittel
für Fische. Sie imitieren damit Würmer und holen sich
das Fressen buchstäblich vors Maul.
- Untersuchungen haben ergeben, dass warmes Wasser die
Waller explosionsartig wachsen läßt. In der Nähe von
Kraftwerken mit Warmwasserausfluss bestehen gute Chancen
auf kapitale Exemplare zu treffen. Ein Anglermärchen
spielte sich beim Kraftwerk Groß-Krotzenburg ab. Auf dem
eingeholten Schmutzrechen lag ein Waller von 90 Kg
Lebendgewicht. Er wurde wie schon andere hier gefangene
Riesenfische in den auf dem Kraftwerksgelände liegenden
und der Öffentlichkeit nicht zugänglichen "Eden Lake"
eingesetzt.
- In 5° C kaltem Wasser dauert es über 200 h bis der
Wels eine ausgiebige Fischmahlzeit verdaut hat. Hat das
Wasser hingegen 25° C benötigt der Verdauungsvorgang nur
knapp 20 h. Wenn der Stoffwechsel auf vollen Touren
läuft (20° C bis 28° C), lässt er sich am besten fangen.
Dann auch in der Nacht und in größeren Tiefen.
Fresspause ist in den Monaten Dezember und Januar. 90%
aller gefangenen Waller hatten in dieser Zeit einen
leeren Magen.
- Wallermännchen bauen zur Fortpflanzung
(normalerweise Juni-Juli, manchmal aber auch Mai-Juni)
ein Nest. In dieser Zeit sollte man als verantwortlicher
Naturfreund kein Wallerfischen durchführen. Große
Wallerweibchen legen innerhalb von zwei Stunden über 1,2
Millionen Eier, die vom Männchen bis zum Schlüpfen der
Brut bewacht werden. Taucher und UW-Fotografen sind gut
beraten, während dieser Phase dem Milchner nicht zu nahe
zu kommen. Die grantigen Gesellen greifen unvermittelt
an. Rippen- und Armbrüche sind möglicherweise die Folge.
- Sind Welse stumm? Mitnichten! Waller stridulieren,
wie man die knarzenden und krächzenden Geräusche nennt,
die der Fisch durch Reiben zweier Teile seines Skeletts
(Knochenplättchen) oder der Flossenstrahlen erzeugt.
Manche Waller sollen sehr geschwätzig sein. Ob sich
Waller dadurch verständigen, ist ungeklärt. Aber
irgendeinen Sinn muss es haben. Jedenfalls hören sie
sehr gut. Über eine Knochenverbindung zum Kopf können
sie sogar mit der Schwimmblase Töne aufnehmen.
- Wallerexperten in Ungarn und Rußland locken neben
aromatischen Ködern die Fische zusätzlich mit einem
gebogenen Wallerholz, das von einem Boot aus rhythmisch
auf die Wasseroberfläche geschlagen wird. Die
Schallwellen ziehen hungrige Waller unwiderstehlich aus
der Tiefe an die Oberfläche. Niemand weiß, warum Waller
auf dieses Geräusch so bissig reagieren.
- Haben Waller neben dem Menschen noch andere Feinde?
In jungen Jahren sind es Zander und Hechte, hin und
wieder eine Aalrutte, die sich schon mal an der Brut und
dem halbstarken Nachwuchs vergehen. Der schlimmste Feind
des Wallers ist aber mikroskopisch klein. Es sind
Parasiten, die in Zuchtanlagen manchmal 80% des gesamten
Wallerbestandes (Eier, Brutfische, Jungfische)
vernichten.
- Wirtschaftsfaktor: Auf Fischmärkten gehört der Wels
zu den teuersten Speisefischen. Aus dem schmackhaften
Fleisch zaubern Küchenkünstler wahre Gaumenfreuden. In
der Hauptsache stammen die Angebote aus Zuchtteichen, wo
er sich ökonomisch besser verwerten lässt als beim Fang
mit Reusen, Schleppangeln oder Netzen. Viele der bei uns
angebotenen Waller stammen aus Ungarn, wo sich große
Zuchten etabliert haben. Wirtschaftlich bedeutend sind
auch Angelreisen zu Welsgewässern. Bekannt sind in
dieser Hinsicht der Ebro in Spanien, das Donaudelta, das
Wolgadelta, der Putterersee in der Steiermark, die Donau
mit ihren Nebenflüssen und alle bayerischen Seen. Hier
wallert es gewaltig. Im Norden von Deutschland und im
südlichen Schweden geht der Wels auch ins Brackwasser
der Ostsee. Dort jagt er Dorsche, Köhler, Meerforellen,
Steinbeißer und Krabben.
- Aquarienhaltung: Weitgehend problemlos, denn der
Wels verträgt auch warmes Wasser bis ca. 28 ° C. Auf
Dauer sollten aber 24° nicht überschritten werden, weil
sein Stoffwechsel sonst auf Hochtouren läuft. Waller
bevorzugen Lebendfutter. Mit Trockenflocken kann man sie
auf Dauer nicht durchbringen. Wenn das Becken
(mindestens dreifache Körperlänge) zu klein wird, muss
man Silurus glanis aussetzen, sonst artet die
Gefangenschaft in Tierquälerei aus. Gemeinschaftshaltung
mit anderen Fischen ist äußerst schwierig, weil er alles
frisst, was kleiner ist als er selbst.
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