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An jenem verdammten Sonntag
...
planten wir den Wallern mit der Spinnrute an einem
in unserer Nähe fließenden Fluss, vom Boot aus
nachzustellen. Da ich ja zuvor meine neue Welsspinnrute von
Kai bekommen habe, eine XZOGA Takadum Si 5814, musste diese
natürlich auch direkt mit eingepackt werden. Als ich die
Rute das erste mal sah, dachte ich wie soll ich mit einer
solchen Spinnrute, mit so einem dünnen aber dennoch
dickwandigem Blank einen Waller von 1,70m geschweige denn
Exemplare von 2,00m und mehr bezwingen ? |
| Ich wusste im ersten Moment
gar nicht was ich denken sollte. Jedoch beim genaueren
hinsehen, fielen mir natürlich schon der Fuji Rollenhalter
und die Fuji Beringung auf. Ebenfalls war ich überrascht,
als ich das eigentliche Einsatzgebiet der Rute genannt
bekam. Ich wollte sie an diesem Tag natürlich direkt
ausprobieren, denn schließlich muss ja auch ein spannender
Drill dabei heraus springen. Will ja schließlich keiner mit
einer Rute angeln die hart ist wie ein Besenstiel oder weich
wie Gummi.
Also die Xzogarute geschnappt, die Tacklebox mit Blinker,
Gummis, Wobbler etc. alles aufs Boot und ab ans Wasser und
schauen was das gute Stück auf dem Kasten hat. Jedoch musste
ich mich morgens schon motivieren, um aus dem Bett zu
kommen, weil mich eine leichte Grippe quälte. Der Tag fing
eigentlich schon beschissen an. Bei der Abfahrt zog dann
auch noch ein Gewitter auf und es goss in Strömen, was uns
aber auch nicht weiter störte, weil wir ja trocken im Auto
saßen. Dort angekommen machten wir das Boot slippfertig. Was
uns durch den Kopf ging, war eigentlich nur. "Hoffentlich
sind die Waller nicht in der Laiche, wie es bei uns am
Hausgewässer schon seit drei Wochen der Fall war ".
Nach dem wir dann geslippt
hatten, klarte das Wetter auf ...
Es wurde richtig warm, was uns dann auch teilweise zu
schaffen machte. Sonnenmilch? brauchen wir nicht es ist eh
trübes Wetter ! Die Folge war natürlich ein klassischer Fall
von Sonnenbrand. Früher wurde mir mal gesagt im Juni, bzw.
Juli brauchst du nicht auf Waller fischen, da fängst du eh
keinen. Ich muss sagen, das diese Zeit für mich hier in
unserer Umgebung, aber mittlerweile eine große Rolle spielt.
Gerade um diese Zeit habe ich in unseren Breitengraden schon
einige Waller Tags oder auch Nachts mit der Spinnrute
gefangen bzw. geklopft. Doch an diesem Tag wollte einfach
nichts klappen, waren die Waller doch schon in der Laiche?
Wir fuhren mit dem Boot einige Punkte an die ich kannte,
wo ich schon zuvor einige gute Waller gefangen habe. Jedoch
wollte bis dato an diesem verdammten Sonntag einfach kein
Waller beißen. Wir probierten es mit Klopfen, Vertikal- und
auch Spinnfischen doch nichts hatte Lust, noch nicht mal ein
Hecht! Beim Klopfen stiegen zwar einige Waller an, aber so
schnell wie sie auf tauchten, so schnell tauchten sie auch
wieder ab. Aber wir wollten natürlich noch um jeden Preis
einen Waller erwischen, und deswegen arbeiteten wir weiter,
um dem Fluss dennoch vielleicht einen kleinen Waller zu
entlocken.
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Mittlerweile hatten wir schon 15
Uhr ...
und uns überkam ein leichtes Hungergefühl, denn
schließlich waren wir ja auch schon seit 6 Uhr auf den
Beinen. Also mussten wir erst einmal eine Essenspause
einlegen. Während wir einen geeigneten Platz suchten um ein
wenig zu entspannen bzw. zu essen, schleppten wir die
Wobbler hinterm Boot her. Plötzlich gab es einen knallharten
Ruck, und mein Schwager rief Biss, Biss ich habe Biss. Die
Pause war vergessen. Sofort ging ich natürlich vom Gas und
drehte das Boot bei, worauf dann ein spannender Drill mit
klassischen Fluchten begann.
Der Fisch machte an der Spinnrute natürlich viel Druck,
und die Multi meines Schwagers musste fürs erste auch viel
Schnur lassen, die er sich aber regelrecht zurück erkämpfte.
Der Fisch blieb lange Zeit unten was allerdings auf einen
Waller, oder einen großen Hecht schließen lassen könnte.
Doch plötzlich tat sich bei mir und Jens ein Grinsen auf,
denn die harten Kopfstöße die der Fisch der Spinnrute
versetzte, ließen auf einen Waller schließen.
Als der Fisch dann endlich hoch kam, unter der
Wasseroberfläche kreiste und sie letztendlich durchbrach
ging ein Freudengeschrei durchs Boot. Es war ein Waller,
wenn auch nur einer von 1,13m aber es war ein Waller.
Nachdem ich den Waller sicher landete und wir den Fisch zum
Fototermin baten, setzten wir den Waller wohlbehütet in sein
nasses Element zurück. Dann fuhren wir zur Slippanlage wo
wir dann das Boot slippten und uns auf dem Heimweg machten.
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Als ich zuhause ankam ...
und nach dem Duschen etwas zur Ruhe kommen wollte,
ereilte mich noch ein Anruf von meinem Kumpel Rolf. Er
berichtete mir vom tragischen Tod unseres Angelfreundes
Benjamin.
Da war dieser verdammte Sonntag für mich natürlich gelaufen.
Dies ließ mich dann auch die ganzen Strapazen des Tages
vergessen, und ich war mit den Gedanken nur noch bei ihm ...
Euer
Marcel Schlösser |
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