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von Marcel Schlösser

 
 
Dieses sagte mir mal ein Freund ...
 

als ich ihm erzählte, dass ein Waller an einer Spinnrute bestimmt riesen Bock macht. Ich sagte ihm, dass ich gerne mal mit relativ leichtem aber hochwertigen Gerät den Wallern nachstellen möchte. Er erklärte mich für bekloppt, aber für mich stand fest, es auf jedenfall mal zu versuchen. Ich hielt Ausschau nach einer vernünftigen Rute, nur wusste ich bis dato nicht, was ich für eine Rute nehmen sollte.

Sollte es eine normale Rute mit Stationärrolle sein oder doch lieber eine Baitcasterrute mit Multi? Der Faktor Geld spielt natürlich auch immer eine rolle aber dennoch sollte es was vernünftiges sein. Ich brauchte natürlich etwas mit hartem Rückgrat aber dennoch mit einer weicheren Spitze, damit der Waller den Köder vernünftig einsaugen kann. Also hieß es natürlich ab vor dem Computer und dann erst mal ein bisschen Input einholen. Danach ging ich ins Geschäft und holte mir ein paar zusätzliche Informationen ein und verglich diese dann mit den Infos aus dem Internet und letztendlich legte ich mir von beidem etwas zu. Eine Baitcasterrute ca. 2,70m lang und einem Wurfgewicht von 30-150 gr. und eine normale Rute jedoch einteilig in einer Länge von 2,10m und einem Wurfgewicht von 50-200gr.

Dazu eine Multirolle (Abu Garcia Jerkbait 5601 wegen dem starken Getriebe und der guten Wurfeigenschaft) und eine Penn Sargus 6000er, weil sie sehr robust ist aber trotzdem noch sehr leicht und auch nicht sehr teuer ist. Als Schnur verwende ich eine Spiderwire Stealth in 0,40mm, die ich dann mit einem doppelten Grinnerknoten oder Schlagschnurknoten an ein 1m langes und 1,2mm dickes Monovorfach knote. Zwecks Spinnvorfach was ich persönlich besser finde als ein Spinnvorfach mit Schlauch, weil ich auch schon mal knapp über dem Kraut fische und mir da nicht das Kraut an einem Schlauch hängen bleibt.
 



Der Vorteil des Spinnfischens gegenüber dem Ansitzangeln ist ...
 

dass man den Waller großflächig in jedem Gewässerabschnitt eines Gewässers beangeln kann und die Fangaussichten dadurch weitaus höher sind. Für größere Waller sind große Löffelblinker sehr interessant, da sie durch unregelmäßigen Dreh- und Taumelbewegungen den Beutefisch nahezu perfekt imitieren. Schon beim Auftreffen des Köders auf die Wasseroberfläche wird ein Geräusch erzeugt, was einem springenden oder raubenden Fisch ähnelt, dass den Waller neugierig aus seinem Versteck lockt und zum Anbiss verleiten kann. Der Waller kann das Aufschlagen eines Köders selbst noch aus größerer Entfernung wahrnehmen.

 



Zu den besten Stellen im Frühjahr und Frühsommer ...
 

zählen für mich, verkrautete Flachbereiche die ich dann mit schwimmenden Wobblern oder Gummifischen bearbeite. Ebenfalls weit überhängende Äste, Bäume oder Büsche im Uferbereich sind gute Hotspots. Diese bearbeite ich mit Löffel, Spinner, Twin Fin oder Twister. Man muss natürlich versuchen auch sehr nah an Ufer / Büsche ran zu schmeißen um einen gewünschten Erfolg zu erzielen. Für mich zählen der Twin Fin und Wobbler wie die Spro BBZ1 zu den bevorzugtesten Spinnködern weil diese Dinger einfach der Hit sind.

Der Twin Fin wegen seines Twisterschwanzes der richtig gut Druck macht, und die BBZ1 weil sie so einen naturgetreuen Lauf hat und zusätzlich noch eine gute Rassel. Aber Vorsicht, es sollte natürlich bei jedem Kunstköder nur robustes Material verwendet werden sprich Sprengringe und Haken gegebenenfalls austauschen. Wenn man daran spart, spart man am falschen Ende.

 



Die Bisse kann man in der Absinkphase ...
 

und auf den ersten Metern des Einholens erwarten, sie kommen meist sehr hart und unerwartet. Dies muss dann natürlich mit ein bis zwei heftigen Anschlägen quittiert werden. Wichtig ist noch, dass der Köder nicht senkrecht ins Wasser plumpst, sondern an gestraffter Schnur und der flachen Seite des Köders auf der Wasseroberfläche aufklatscht, so das ein lautes Platschen oder Ploppen erfolgt. Dieses kann man jedoch üben, indem man kurz vor dem Auftreffen des Köders auf dem Wasser schnell den Schnurfangbügel der Stationärrolle umklappt oder den Daumen auf die Multirolle hält.

Die Spinnköder oder Löffelblinker sollte man mit unterschiedlich geformten Löffeln anbieten, um verschiedene Töne zu erzeugen. Die Modelle zwischen 40 – 60 Gramm Gewicht ähneln durch die Aufplatschgeräusche den Beutefischen eher, da in fast jedem Gewässer kleinere bis mittelgroße Rotaugen oder Brassen vorkommen. Beim Spinnfischen in Flüssen bevorzugt der Waller schräg mit der Strömung geführte Blinker, weil das dem Kunstköder nochmal zusätzlich Druck verleiht. Aber am wichtigsten finde ich ist halt dieses laute Aufklatschen auf die Wasseroberfläche, weil es manchmal einem Plopp mit dem Wallerholz ähnelt.

 



Die Beisszeiten fallen je nach den Jahreszeiten ...
 

zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten aus. Im Frühjahr stehen die Chancen gut, dass die Waller an flachen Plätzen den Blinker schon am Spätnachmittag bis in die Nacht hinein annehmen, weil die Sonne während des Tages das Flachwasser erwärmt hat und der Waller dort Beutefische vorfindet. Gerade nach der Winterzeit und vor der Laichzeit sind die Waller sehr aktiv. In den Sommermonaten rauben sie in immer kürzeren Zeiten, jedoch macht es dann sehr viel Spaß ihnen Nachts mit der Spinnrute auf die Pelle zu rücken, besonders wenn man am Wochenende nicht die Zeit für einen Ansitz hat, weil man arbeiten muss.

Erfahrungsgemäß sind gute Beisszeiten dann von Anfang 21:00 Uhr bis ca. 01:00 - 02:00 Uhr Nachts. Dann kann es passieren, dass ein heftiger Wallerbiss erfolgt und nach erfolgreichen Anhieb mit unvergesslichen Drill einem ein schöner Waller in den Armen liegt.

 

 

 

Es lohnt auch, einmal mit dem Wallerholz den Wallern nachzustellen, gerade an jungfräulichen Gewässern. Ich hoffe ich konnte euch einen guten Einblick in das Spinnfischen verschaffen.
 

 
 

 

 

 
     
 

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