ÜBERSICHT
Home
Linkliste
Werbepartner
Kontakt
Gästebuch
Impressum
  CLAN SILURE
Brothers
Friends
  BERICHTE
Clanberichte
Gästeberichte
Interviews
Clantalk
  METHODEN
Montagen
Knoten
  TACKLE
Tackle Tests
Gäste Tackle
Clan Tackle
  MEDIEN
Publikationen
Vorträge
  MULTIMEDIA
Fotogalerien
Freunde
Videoshows

  NETWORKS

Facebook

Weblog

YouTube

 

 

 


 

 

 

 
Dieses Interview entstand im Jahre 2001 ...

 

 

Hallo Kalle, zunächst mal herzlichen Dank ...

dass Du Dir deine wertvolle Zeit genommen hast, um uns dieses Interview noch kurz vor deinem Umzug nach Italien zu ermöglichen.


Würdest Du uns bitte etwas zu Deiner Person erzählen ?
 

Mein Name ist Karl-Heinz Hörr, ich bin 42 Jahre alt, noch verheiratet und habe eine 6 jährige Tochter. Meine bisherigen beruflichen Tätigkeiten: Maschinenschlosser, Zeitsoldat, Fachlehrer.
 

Seit wann angelst Du gezielt auf Waller und wie bist Du dazu gekommen .... wir haben festgestellt, dass z.B. viele Wallerangler aus dem Karpfenlager zum Wallerfischen gewechselt sind, war das bei Dir ähnlich?
 

Als 6 jähriger fischte ich noch mit der bloßen Hand auf Forellen in einem kleinen Bach. Sehr zum Leidwesen unseres Försters. Mit ca. 10 Jahren buddelte ich meinen ersten eigenen kleinen Forellenteich. Durch den Verkauf an Gaststädten besserte ich mein Taschengeld auf und legte mir eine Angelausrüstung zu. Zuerst fischte ich an Forellenteichen und meinen ersten Jahresfischereischein beantragte ich 1974. Nun angelte ich auf Karpfen u. Hechte im Neckar. 1978 fing ich dort meinen ersten kapitalen Karpfen mit 29 Pfund. Köder war eine Kartoffel. Schon damals hatte mich das Karpfenfieber voll im Griff. In den 80er Jahren konnte man die ersten Artikel über das moderne englische Karpfenfischen lesen. Ich experimentierte schon damals mit diesen Ködern, und Montagen. Machte anfänglich aber gewaltige Fehler wie z. B. eine Haarlänge von 12 cm. (So stands damals im Blinker) Was passierte kann sich heute sicher jeder vorstellen. Doch ein paar Jahre später, so um 1987 hatten wir diese Techniken voll im Griff und konnten damit erstmalig Karpfen über 30 Pfund, fast an jedem Wochenende im Neckar fangen. Karpfentrips nach Frankreich an den Cassien, und an den Carme folgten.
 

Im Mai 1989 fing ich meine ersten 9 Waller im Neckar ...

alle beim Spinnfischen und damit begann auch ein völlig neuer Abschnitt in meiner Angelei. Waller und Karpfen hatten ab sofort den gleichen Stellenwert. So etwa im Jahr 1993 hatte ich als erster Karpfenangler am Neckar begriffen, dass unsere Anglergruppe schon alle großen Karpfen gefangen hatte. Dadurch fehlte mir ein wesentlicher Antrieb in meiner persönlichen Karpfenanglermotivation. Was mir damals noch niemand glaubte. „Big Ben“ war der Größte. Die erhofften weiteren 50 Pfünder gab es damals noch nicht. Bei 4 Fängen des legendären Big Ben war ich persönlich dabei, ohne jedoch das Glück zu haben, ihn einmal selbst zu fangen. Sein schwerstes Gewicht brachte er, ich glaube es war im März 1995 mit 30,2 kg. Im gleichen Maße stieg meine Motivation zum Wallerfischen.

Beim Wallerangeln gab es keine englischen Vorreiter die man kopierte. Lediglich die leider nicht mehr aktive Wallerstudiengruppe um Jürgen Paul und Bernd Bauer befasste sich intensiver um diesen Fisch. Aus diesem Kreise kamen auch meine ersten Denkanstöße. Dennoch war das Wallerangeln ein fast brach liegendes Gebiet mit der zweifellos größten heimischen Fischart.

Motiviert durch die bevorstehende Pionierarbeit und durch die nicht vorhandene biologisch festgelegte Größengrenze verlagerte sich meine Angelei ab dem Jahr 1994 nun ausschließlich auf das Wallerfischen. In den Jahren von 1994 und 1995 verbrachte ich fast 350 Angeltage am Neckar (und natürlich auch Nächte) Das Fischen mit dem Belly Boot in der Verbindung mit dem Wallerholz brachte mir in den heißen Sommermonaten fast täglich mehr als einen Neckarwaller. Im Frühjahr fing ich unterhalb der Schleusen jährlich bis zu 26 Waller mit dem Löffelblinker. Im Herbst fischte ich fast jeden Abend (Nacht) mit Luftballonmontagen im tiefen Wasser oberhalb der Schleusen.

Den Tausenden von Angelstunden die ich in dieser Zeit den Neckarwallern gewidmet hatte verdanke ich mein breites Basiswissen um den Waller und die dazugehörigen Angelmethoden. Bei meinen Diavorträgen in den folgenden Jahren in fast allen Teilen Deutschlands sog ich die Infos der örtlichen Angler auf und war damit in der glücklichen Lage relativ gute Kenntnisse über Gewässer zu bekommen die ich selbst gar nicht befischt hatte. Ich verbreitete also bei diesen Vorträgen nicht nur mein Wissen sondern ich lernte selbst dazu.
 

Dass Du unter anderem Po-Experte bist ...

ist ja nicht unbekannt. Dass Du über die Firma Sänger sehr gute Produkte auf den Markt gebracht hast wissen wir ebenfalls ..... was uns aber interessieren würde, ist Dein neues Vorhaben ein Wallercamp am Po zu errichten!! Als versierter Welsspezialist, weißt Du natürlich genau wie der Hase läuft, unsere Frage: Durch welche Merkmale wird sich Dein Camp von den anderen unterscheiden ??

Bereits vor meiner Zusammenarbeit mit der Firma Sänger TTS war ich von 1994 – 1996 als Testangler für Jürgen Paul tätig. 1996 wechselte ich zur Firma Mosella und seit 1998 arbeite ich mit der Firma Sänger TTS zusammen. Nun mein aktuelles Vorhaben: Ab Feb. 2003 werde ich ein Waller- Camp in Italien am Po zusammen mit Franco u. Elvio betreiben. Dies war schon seit meinen ersten Potrips ein Traum. Aber in der damaligen privaten Situation nicht durchführbar. Doch nun werde ich mir diesen Traum verwirklichen. Das Wallerfischen in Italien wird weit mehr Zukunftsweisend sein als das Wallerfischen in Spanien. Noch liegen die größten Waller aus Spanien und die Größten aus Italien in der Länge dicht beieinander.

Doch die Italiener bringen bereits jetzt schon ca. 15 kg bei 2,30 Meter mehr auf die Waage. Dieser Abstand wird sich jedes Jahr um ca. 2-3 kg zu Gunsten der italienischen Waller vergrößern und auch in der Länge werden die Italiener die Spanier überholen. Lediglich die Ebrowaller die im Fluss unterhalb des Riba- Rojastausees leben, wachsen etwa gleich schnell wie die Po-Waller. So ist für mich auch die Art und Weise, wie man die Waller in Italien am Po befischt interessanter als das Bojenfischen in Spanien. Der kürzere Anfahrtsweg (Österreicher haben oft nur 300 km zum Po) dürfte bei den immer teureren Spritpreisen und Autobahngebühren in der Zukunft ein gewichtiges Argument für Wallerurlauber sein, um lieber nach Italien an den Po zu fahren.

Unserem neuen Waller-Kalle-Silure-Camp ...

in Italien möchte ich eine persönliche Note einverleiben. Der Kunde ist König und soll bei uns auch so behandelt werden. Dazu gehört eine gewisse herzliche Note genauso wie eine perfekte Betreuung und bestes Bootsmaterial. Verschiedene Köderfische sind für den Fangerfolg in den verschiedenen Jahreszeiten unbedingt erforderlich, genauso wie ein vernünftiges Boot und ein zuverlässiger Bootsmotor. Deshalb haben wir auch nicht die Kosten gescheut unseren Gästen die neuesten und modernsten Viertaktmotoren der Welt zur Verfügung zu stellen. Unsere Boote sind mit nagelneuen 25 PS Viertakter von Suzuki ausgestattet. 4 Rutenhalter, 6 kg Anker mit 25 m Ankerseil, eine Wallerplane gehören natürlich zur Bootsausstattung. Unsere nagelneuen Lowrance X- 87 Echolote haben 320 x 320 Pixel, also fast 100% mehr als die älteren Modelle X- 75, X- 85, X- 71 und X- 91.

Die Topplätze in unserem Camp liegen in relativ kurzer Entfernung. Nur 300 m vom Camp entfernt liegt ein 3 – 4 km langer Altarm mit Wassertiefen von bis zu 14 Meter. Hier kann ohne Strömung gefischt werden. Auch bei höherem Powasserstand. In weniger als 10 km Entfernung liegen mindestens 40 Topplätze die auch mit Bojenmontagen beangelt werden können. Die Mincomündung ist nur wenige km von uns entfernt. Somit haben wir die kürzesten Entfernungen aller Camps zu weiteren 40 km allerbestem Wallerrevier. Gerade im Frühjahr ( höhere Wassertemperaturen ) und bei einem Pohochwasser bietet der Minco allerbeste Chancen. Im Bereich der Minco- Mündung wurden die ersten Waller im Po vor ca. 30 Jahren ausgesetzt. Somit liegt in unserem Camp das Ursprungsgebiet aller Po-Waller. All diese Faktoren haben bei unserer Platzwahl eine sehr wesentliche Rolle gespielt. Spezial Sandrutenhalter mit Bissanzeigerhalterung fürs Bojenfischen und spezielle Strömungs- Pobojen können in unserem Camp ausgeliehen werden. Wir haben in den letzten Wochen gerade neue sanitäre Anlagen, in unserem festen Gebäude, nur 20 m vom Bootssteg entfernt, installiert. Ein großer, auch im Sommer kühler Aufenthaltsraum mit Küche und Geschirr, und einem offenen Kamin befindet sich ebenfalls in diesem Gebäude.
 
Wie siehst Du grundsätzlich die Möglichkeiten am Po, trotz zunehmendem Angeldruck, große Fische zu fangen ?
 

Man muss ständig auf dem laufenden sein, das heisst, wenn der Waller mehr am Tage raubt dürfen die Gäste nicht zu dieser Zeit im Camp sein, wenn Sie Fische fangen wollen. Wenn die Waller gerade auf Karauschen oder Brachsen stehen, dürfen die Gäste nicht mit Aal fischen. Wenn der Waller im sehr flachen Wasser frisst dürfen die Gäste nicht im tiefen Wasser angeln. Aus diesen Gründen sind Gäste eines guten Camps durch die Beratung auch gegenüber fachlich guten Selbstfahrern von vorn herein zwei bis drei Tage im Vorsprung. Ich sehe immer noch einige Selbstfahrer die fast ausschließlich mit dem Wallerholz arbeiten.

An diesen Leuten ist die Entwicklung der letzten 5 Jahre, durch den fehlenden Erfahrungsaustausch, der in einem guten Camp vorhanden ist, vorbeigegangen. Auch ich habe in all den Jahren viel durch Guides in einem Camp dazugelernt. Mit Grausen lese ich immer noch die Internetseiten eines Mitbewerbers, darin wird angegeben das die Gäste ihres Camps täglich bis zu 12 Waller mit dem Wallerholz fangen. Entweder sind wir alle zu blöd dazu und die Guides dieses Camps uns meilenweit überlegen oder es wird dort noch von Erfahrungen der Jahre 1994 – 1997 berichtet. Das wichtigste Verhalten des Anglers am Po um weiterhin große und noch größere Waller zu fangen, ist eine sehr große Flexibilität in Bezug auf Angelstellen und Methoden. Zur Zeit ist in keinem anderen Revier der Welt die Chance größer einen Waller über 80 kg zu fangen.
 

Welche Angeltechniken empfiehlst Du uns, z. B. Bojenfischen, oder das Klopfen vom Boot ?
 

Das Klopfen vom Boot im herkömmlichen Sinne ist die am wenigsten erfolgreiche Methode. Lediglich das Abbremsen des treibenden Bootes (mit einem E- Motor) und der daraus resultierenden Möglichkeit die Schwimmer 20 – 50 Meter vor dem Boot hertreiben zu lassen ermöglichen auch in der heutigen Zeit akzeptable Fangerfolge. Bisher war es der Waller gewohnt, dass beim Klopfen immer ein Boot über Ihm steht. Mit dieser Methode nehmen wir die Komponente Boot, die der Waller aus der Gefahrenkombination beim Klopfen kennen lernte heraus. Und es funktioniert wieder.

Ideal hierzu ist der neue Min–Kota Autopilot E-Motor mit Bugmontage. Die Bojenmontage ist derzeit weitaus erfolgreicher. Mit der Gefahr, das man dadurch Stationär gebunden ist und nicht schnell genug auf ein wechselndes Raubgebiet reagieren kann. Erst am nächsten Tag kann man dann dort seine Bojenmontagen neu ausbringen, oftmals mit dem Erfolg dass sich das Raubgebiet erneut verlagert hat.

Die erfolgt hauptsächlich in den Sommermonaten wenn viele Meeräschen im Po ziehen. Der derzeitige Aufenthalt der Meeräschen lässt die Raubgebiet vom einen auf den anderen Tag wechseln. Oft sogar mehrere Kilometer weit. In dieser Phase ist die größte Flexibilität erforderlich. Man fährt ca. 10 km flussaufwärts und lässt sich treiben. Dann hört man in der Nacht die Waller auf mehrere 100 Meter Entfernung rauben. Nun liegt es am Geschick der Angler möglichst ohne Motor und Paddel diese Stellen so geräuschlos wie möglich anzusteuern. Man setzt mindestens 50 Meter entfernt den Anker. Seit neuestem benutze ich hierzu eine elektrische Ankerwinde. Dann sollte man Schwimmermontagen oder noch besser Unterwasserposen oder Wasserkugelmontagen ohne Blei, flussabwärts ins Raubgebiet treiben lassen.

Diese Montagen müssen total an der Oberfläche angeboten werden. Verschiedene Köder müssen hierbei getestet werden. Große Rotaugen, sind mein Geheimtipp. Aktiv geführte Köder sind besser als stationäre Schwimmer. Spinnfischen ist eine weitere bisher gerade im Frühjahr zu wenig angewendete Angelmethode. Löffelblinker und Gummifische sind gleichermaßen erfolgreich. Sie sollten an der Oberfläche geführt werden.

Welche Grundausstattung sollte man verwenden ? (Ruten, Rollen, Schnüre, Haken )
 

Eine universelle Wallerrute hat eine Länge von 3 Meter und ein Wurfgewicht von 150 – 400 g. Steckruten sind unbedingt erforderlich. Für das Bojenfischen, das Grundfischen vom Ufer, aber mittlerweile auch für das aktive Schwimmerfischen vom verankerten Boot, benutze ich gerne etwas längere Ruten mit einer Länge von 3,4 Meter. Hierzu wird in kürze die Waller – Kalle Dream Fish Boje auf den Markt kommen. Zum Spinnfischen vom Boot benutze ich gerne leichtere kürzere Kohlefaserruten mit Stationärrollenberingung. Auch hierzu wird eine neue Waller- Kalle Spinnrute von der Firma Sänger noch vor der ANSPO 2003 erscheinen.

Zum Spinnfischen benötigt man dünnere eng geflochtene Dyneema Schnüre. Durchmesser 0,3 od. 0,4 mm ist ideal. Eine Stationärrolle zum Spinnfischen muss Kreuzwicklung und eine fein justierbare Kopfbremse haben. Verschiedene Daiwa und Shimanorollen sind die besten dazu. Die preisgünstigste und dennoch hervorragende Stationärrolle zum Wallerfischen ist die Medalist von Shakespeare. Sie ist für fast alle Arten des Wallerfischens geeignete. Für Bojenmontagen und Abspannmontagen ist sehr oft eine größere Schnurkapazität erforderlich.

Die einzige Stationärrolle die hierfür geeignet ist, ist die SS 9500 von Penn. Überhaupt möchte ich diese Rolle speziell fürs Wallerangeln, als die beste Stationärrolle der Welt bezeichnen. Hervorragende Multirollen sind bei Penn, (GTI- Serie,) Shimano sowie die ABU 10 000 die in Kürze wieder erhältlich sein wird. Dyneemaschnüre sind fürs Wallerfischen erforderlich. Lediglich beim Fischen auf sehr kurze Distanzen wären auch eine dicke Monofile denkbar und eventuell sogar Aufgrund ihrer Dehnung besser.Aber auf mehr als 40 Meter Entfernung kommen wir an den Dyneemaschnüren nicht vorbei. Ich bevorzuge in aller Regel die Waller-Kalle Power Line. Nur in einer einzigen folgenden Situation muss ich von der Waller-Kalle Power Line abraten:

Beim Bojenfischen mit sehr starker Spannung, bei steil gestellten und sehr straf gespannten Ruten mit starkem Wind und daraus resultierenden Wellenschlag. Da die Waller-Kalle Power Line sehr eng und auf kurzer Entfernung vielfach miteinander verflochten ist scheren sich die Einzelfasern durch jeden Wellenschlag der sich durch die Boje über die Schnur überträgt ab. Man muss in dieser Situation die Ruten deutlich flacher legen und die Spannung etwas wegnehmen. Billigere Dyneemaschnüre haben in dieser speziellen Situation, und nur in dieser , Vorteile. Bei großen Köderfischen bevorzuge ich ein System mit zwei oder drei Drillingen. Die Waller- Kalle Power Drillinge haben eine nach innen gebogene Spitze und fassen deutlich besser wie Drillinge mit geraden Spitzen.

Diese geraden Spitzen sind richtige „Schlitzer“ und verletzten die Waller unnötig. Ein System mit mehreren Drillingen hakt den Waller in aller Regel schon beim Einsaugen des Köders. Eine der Drillingsspitzen fast im vorderen Maulbereich des Wallers. Somit kommt es bei Drillingssystemen weniger zu geschluckten Haken als beim Fischen mit einem Einzelhaken. Beim Wallerfischen mit Aal bevorzuge ich kurzschenklige sehr stabile Einzelhaken der Größe 8/0 bis 10/0. Der Waller – Kalle Power Hook Einzelhaken hat leider einen Nachteil. Die Spitze ist extrem lang. Gerde wenn sich ein kleinerer Waller an unserem Köder vergreift, kann diese lange Spitze in Umbringen. Gleiches gilt für den Leitnerhaken. Aus diesem Grund werden wir in Kürze einen besseren auf den Markt bringen.
 

Welche Köder kannst Du allgemein und speziell am Po empfehlen ?
 

Im Frühjahr wir es mit dem Aal sicherlich wieder ganz gut funktionieren. Ich bevorzuge jedoch bei einer Wasser-temperatur von unter 16°C Regenbogenforellen. Auch Gummifische und Löffelblinker sowie größere Oberflächen-spinnköder werden im Frühjahr wieder viele große Po-Waller ans Tageslicht befördern. Spätestens im Mai werden Rotaugen, Brachsen und Karauschen gegenüber dem Aal die bessere Wahl sein. Barben kann man auch benutzen. Ich musste jedoch feststellen, dass man Barben deutlich mehr Fehlbisse erhält als mit anderen Köderfischen.

Auch bin ich der Meinung dass oftmals am Po mit zu kleinen Köderfischen gefischt wird. Natürlich wäre die Meeräsche am Po im Sommer der absolute Kracher. Nur ist diese Fischart mit der Angel im Po fast nicht zu erwischen. Meeräschen sind sehr empfindlich und deshalb als Köderfische schwer zu Hältern. Mit Netzen gefangene Meeräschen sind als Köderfische nur noch bedingt tauglich.
 
Wie sind am Po die Beißzeiten? Zu welcher Jahreszeit hat man die besten Chancen ?

 

Mitte Februar - Ende April

In dieser Zeitspanne werden jedes Jahr besonders viele große Waller im Po gefangen. Die Hochwassergefahr ist sehr gering und die Futterfische sind noch nicht so zahlreich. Einige Wanderfische die vom Meer kommen sind noch nicht vorhanden. Bereits jetzt beginnt der Waller mit dem Laichaufbau und frisst ca. 25 % von der Nahrung die er das ganze Jahr über zu sich nimmt. In dieser Zeit besteht die Nahrung des Wallers fast ausschließlich aus größeren Fischen. In keiner anderen Jahreszeit erhält man mehr Bisse bei Tageslicht als jetzt. Bereits um 21 Uhr ist in aller Regel der Spuk vorbei.
 

Anfang Mai – Mitte Juni

Immer noch befindet sich der Waller in der Laichaufbauphase. Die Bisse verlagern sich jetzt zunehmend in die Abendstunden und bis Mitternacht. Jetzt besteht eine erhöhte Hochwassergefahr im Po. Immer bei einem solchen Wasseranstieg beginnt eine Fressorgie der Waller. Die Futterfische ziehen auf die Überflutungsgebiete und dorthin auch auf Wassertiefen von 50 cm folgen selbst die allergrößten Po-Waller. Zu keiner Jahreszeit sind die Powaller dicker und fetter als jetzt. Allerdings hat sich nun auch das natürliche Futterangebot deutlich erhöht. Das Fischen in dieser Zeit ist besonders spannend und interessant, aber auch schon etwas schwieriger als in den vorangegangenen Monaten. Wenn der Wasserstand nun nach einem höheren Wasserstand fällt legt der Waller auch die ersten Fresspausen ein. Jetzt beginnen auch die ersten Stechmücken zu schlüpfen. Deshalb ist ab Mai Autan erforderlich.
 

Ende Juni

Unter normalen Umständen befinden sich die Po- Waller jetzt in der Laichzeit. Deshalb ist jetzt eine schwierigere Zeit im Po Waller zu fangen. Jedoch ist dies nicht an allen Plätzen zur gleichen Zeit. Gerade in unserem Altarm und im wärmeren Wasser des Mincos haben die großen Waller bereits die Laichzeit abgeschlossen. Ist dies der Fall stürzen sie sich etwa 2 – 3 Wochen lang besonders gierig auf jeden angebotenen Köder. Beißzeiten sind auch am Tage möglich in aller Regel jedoch von 19 – 02 Uhr.
 

Anfang Juli – Ende August

Jetzt ist die Laichzeit vorbei. Das Nahrungsangebot ist sehr groß. Die Rauborgien der Waller sind ein besonderes Schauspiel wenn sie einen Meeräschenschwarm auf einer Sandbank eingekreist haben. Der Aal funktioniert an manchen Tagen überhaupt nicht.. Der Waller bevorzugt bei diesen hohen Wassertemperaturen leichter verdauliche Kost. Mit großen Rotaugen und Brachsen aber auch mit Karauschen fängt man jetzt die kampfstärksten Waller deutlich besser. Aber es gibt in diesem Zeitraum auch durchaus einmal eine Fresspause für ein paar Tage. Achtung: Überraschende Beißzeiten am Tage dürfen nicht versäumt werden. Bei sehr hohen Wassertemperaturen fressen die Waller oft an Steinpackungen oder in der sehr schnellen Strömung.
 

Anfang September - Mitte Oktober

Jetzt sinken bereits die Wassertemperaturen und der Waller frisst relativ gut Bisse ausschließlich nach Einbruch der Dunkelheit. Abrisskanten auf Sandbänke sind der Renner.
 

Mitte Oktober – Mitte November

Die Wassertemperatur ist jetzt auf Werte um etwa 15 ° C gesunken und lässt damit die letzte heiße Phase des Jahres beginnen. Der Waller baut nun Fettreserven für den Winter auf. Oft fängt man jetzt in ruhigeren tieferen Flussabschnitten oder Angelstellen besser als im Flachwasser. Mit Ausnahme bei einem Wasseranstieg. Unter solchen Bedingungen frisst der Waller immer und immer im flachen Wasser, sogar im Winter bei Wassertemperaturen von nur 5° C. Wir in unserem neuen Waller- Kalle- Silure- Camp führen jetzt unseren Waller - Kalle Cup vom 18.10.- 26.10. durch. Anschließend können alle Teilnehmer noch vier Tage kostenlos weiterfischen. Tolle Preise winken den Fängern der schwersten Einzelfische (Reisen, Echolote, E- Motoren usw.) Gefischt wird in zweier oder Dreier- Teams.
 


Wie ist Deine Einstellung zu Catch & Release ?
 

In unserem Waller- Kalle- Silure- Camp dulden wir ausnahmslos nur das schonende Zurücksetzen der Waller. Um einen gefangenen Waller schonend zu behandeln ist eine frisch gewässerte Wallerplane dringend notwendig. Längere Bootstransporte sind zu vermeiden. Deshalb fotografiere ich unsere Gäste mit Ihren Fängen möglichst am Angelplatz. Diese Ausführungen entsprechen auch meine Einstellung zum Thema Catch & Release.
 

Gesetze am Po, was ist und was ist nicht erlaubt ?
 

Eine Angellizenz ist erforderlich. Die meisten Selbstfahrer organisieren sich lediglich einen Antrag auf eine Angellizenz, im Glauben eine gültige Lizenz zu besitzen. Gerade in letzter Zeit gab es hier einige Probleme. Eine drei Monate gültige Angellizenzen für den Po erhalten Sie in allen Angelcamps. Wildes Campieren am Ufer oder auf Sandbänken ist nicht erlaubt und wird nur in Verbindung mit einem nachweisbaren Aufenthalt in einem Wallercamp oder Hotel geduldet. Nachtangeln ist in Italien generell verboten. Eine Ausnahmeregel wurde hier für das Wallerfischen geschaffen. Der Einsatz von Drillingen ist in Italien verboten. Auch hierzu gibt es für das Wallerfischen eine Ausnahmeregelung. Für Boote mit deutscher Zulassung ist ein Bootsführerschein ab 6 PS erforderlich. Für Boote mit italienischem Liegeplatz sind Boote bis 40 PS zur Zeit noch Führerscheinfrei. Härtere Bestimmungen bestehen für die Gewässer der FIPS. Diese sind der Minco und die Kanäle für die auch zudem eine extra Lizenz (deutlich teurer) erforderlich ist.
 


Du warst einer der ersten, der am Polifito- Stausee in Griechenland gefischt hat. Wie ist die Situation tatsächlich vor Ort, ist er eine Reise Wert ???
 

Mittlerweile war ich schon vier mal am Polifitostausee und ich werde vom 29. 08.- 28.09. 2003 erstmalig, jeweils Wochenweise geführte Guidingtouren anbieten. Der See hat etwa eine Größe von 50 – 70 qkm bei Vollstau. Es gibt insgesamt 8 Berufsfischer auf diesem See. Bei diesen vier Aufenthalten hatten wir keinen einzigen Kontakt mit einem Netz. Auch wenn man bei den ersten Walleranglern dabei ist die ein Gewässer mit dem Wallerholz bearbeiten, so müssen nicht zwangsläufig die gleichen Erfolge wie in den Anfangszeiten in Italien im Po oder in Spanien am Ebro erfolgen. Wenn in einem solchen Gewässer der Waller schon Gefahren kennen gelernt hat, so kann es sein, dass er beim ersten Ton des Wallerholzes schon sehr vorsichtig an den Köder steigt. Und genau diese Verhältnisse haben wir am Polifitostausee. Durch die 30 jährige Berufsfischerei mit Legeleinen wurde mindestens der vierfache Druck auf die Waller ausgeübt wie durch 15 Jahre Bojen – und Wallerholzfischerei am Riba- Roja Stausee in Spanien. Dadurch kennen die Waller bereits seit mind. 30 Jahren Köderfische an einem Haken mit einem Vorfach, das sich durch unsere Montagen nicht wesentlich unterscheidet. Weiterhin ist der Futterfischbestand in diesem See einzigartig und übertrifft alle mir bekannten Gewässer um ein vielfaches.

Eigentlich besteht der See aus einem 50 qkm großen Rotaugenschwarm. Der Waller ist in diesem Gewässer kein gieriger Räuber. Er ist viel mehr ein vorsichtiger Sammler der nur unter den Rotaugen umher schwimmen muss um dann angeschlagene abtaumelnde Rotaugen einzusammeln. Bojenmontagen haben weniger Wirkung, da der Waller hier nicht gewohnt ist Einzelfische zu jagen.

Meine erste Ankündigung ist ja bereits eingetroffen. Der Fang des 140 kg Riesen durch meinen griechischen Freund Paris. So kündige ich hiermit an, dass dies nicht der letzte Superfisch aus Griechenland war und dass noch deutlich schwerere in den nächsten Jahren folgen werden. Bei unserer Guidingtour im September werden mit Sicherheit alle Reiseteilnehmer die größte Chance Ihres Lebens haben, erstmalig einen Fisch über 100 kg zu fangen. Möglich sind in diesem Gewässer sogar Monster von mehr als 200 kg!! Auf dem Echolot haben wir sie schon mehrfach gesehen. Ich habe vier Trips benötigt um die Rätsel dieses Sees lösen zu können. Alles möchte ich hier nicht preisgeben. Aber wir werden mit Sicherheit zur erfolgreichsten Zeit des Jahres in Griechenland sein. Bewaffnet mit den richtigen Ködern, um an den besten Stellen des 50 qkm großen Stausees zu fischen.

Geplant ist auch noch ein Abstecher an einen weiteren See an dem keinerlei Berufsfischerei existiert. Wobei die 8 Berufsfischer des Polyfito Stausees in erster Linie auf Rotaugen, Karpfen und Barsche fischen. Mit diesen Fischarten verdienen Sie Ihre Brötchen. Legeleinen auf Waller werden nur wenige Wochen im Jahr ausgelegt. Das bestücken der etwa 200 Haken mit verkäuflichen Rotaugen ist nur in kurzen Zeiträumen effektiv. Damit werden dann in erster Linie kleine Waller unter einem Meter Länge erbeutet. Diese lassen sich auf dem Fischmarkt an den Mann bringen. Sehr große kapitale hingegen nur sehr schwer. Deshalb versuchen die Berufsfischer mit Ihren Legeleinen von vornherein gezielt kleine Waller zu fangen. Dennoch verenden jedes Jahr ca. 5 Waller über 100 kg an den Legeleinen. Die überwiegende Mehrheit der großen Waller reissen ab. Flüge nach Thesaloniki und zurück bietet ab sofort die Germanwings von Köln/Bonn für sensationelle 133 ,-€. Nur noch einige Angaben damit es für Selbstfahrer kein böses Erwachen gibt.

Ab 1.1.2002 ist eine Angellizenz und eine Extra Lizenz zum Fischen vom Boot aus nötig. Diese werden von der Fischereibehörde ausgestellt und müssen drei Wochen vorher beantragt werden. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird durch vier verschiedene Polizeiorganisationen überwacht. Ein Angelboot ist am gesamten See nicht erhältlich. Beim Hotel steht nur ein Boot des Wasserskiclubs von Saloniki, was jedoch nicht mietbar ist.
 

Wie schwer war Dein größter gefangener Waller bis dato, und was hältst Du grundsätzlich für möglich?
 

Mein bisher größter Waller: 2.28 cm u. 80.2 kg Juli 2002 im Po. Bisher konnte ich im Po 17 Waller über 100 Pfund fangen. In Spanien war ein nicht gewogener relativ dicker Waller mit 2,25 Meter vom Januar 2000 mein bisher Größter, von insgesamt 9 Wallern über 100 Pfund. Im Rhein konnte ich einen 136 Pfünder bei 2,16 Meter Länge fangen. Dort habe ich 6 Waller über 100 Pfund gefangen. Im Neckar war ein 1,99 Meter langer und 98 Pfünder aus dem Jahr 1997 mein Größter. Über 60 Pfund fing ich im Neckar bisher 31 Waller. Für den Po halte ich 150 kg für möglich.

Sicherlich wird in den Camps im Jahr 2003 mindestens ein Fisch mit 90 – 100 kg gefangen werden. Für Spanien erwarte ich eventuell den ersten Fisch der die 90 kg Marke knacken kann. Ein Ausnahmefisch hätte eventuell bis 120 kg. Für Griechenland würde ein solcher Ausnahmefisch schon an die 300 kg Marke heranreichen. Dies halte ich persönlich auch gleichzeitig für die absolute Obergrenze.
 

Aus der Szene habe ich erfahren, dass Du dieses Jahr bei Andrees Angelreisen den Waller-Cup mitmachst ?
 

Dies ist richtig. Ich werde zusammen mit Franco sofort nach Ende unseres eigenen Waller- Kalle Cup`s in Italien starten um mit Franco in Spanien bei Andree`s Wallercup in Spanien teilzunehmen. Franco soll dort vor allem andere gute Waller- Camps sehen, das Bojenfischen erleben und nicht zuletzt wollen wir uns in aller Ruhe einige Gedanken über die abgelaufene Saison in Italien machen, was wir eventuell 2004 verbessern können.
 

Wie siehst Du die Situation am Ebro und an den Stauseen ?
 

In keinem anderen Wallerrevier habe ich bisher mehr Zeit verbracht. Zusammengerechnet reicht ein Jahr nicht. Ich persönlich fische immer wieder gerne dort und auch wenn ich ein eigenes Camp in Italien eröffne so werde ich zur gegebenen Zeit immer mal wieder in Spanien fischen. In Spanien ist das stationäre Bojenfischen das Maß aller Dinge. Fleißiges und akribisches Erkunden des Angelplatzes ist hierzu erforderlich. Um anschließend die Ausdauer und das Sitzfleisch diesen Platz über einen längeren Zeitraum auszufischen. Ich persönlich bevorzuge mittlerweile lieber die flexibleren Methoden die ich in den vorangegangenen Fragen schon beantwortet habe, die man am Po benötigt. Aber das ist eine rein subjektive Sache. Sicherlich wird auch in Zukunft das Bojenfischen seine Anhänger haben und es werden jedes Jahr wieder einige tausend deutsche Angler nach Spanien pilgern und damit wunderschöne und große Waller zu fangen.

Auch die wunderschönen Goldwaller sind nur in Spanien zu fangen. Im Po ist mir nur ein einziger weißer Albino bekannt. Die schwereren Waller werden in Zukunft immer mehr in Italien am Po gefangen werden. Dafür hat der Angler in Spanien mehr Abwechslungsmöglichkeiten. Das Karpfenfischen ist dort weitaus einfacher als am Po, obwohl im Po sicherlich größere herumschwimmen, da auch Spiegelkarpfen vorhanden sind. Das Zanderfischen ist in Spanien gerade am oberen Stausee wohl einzigartig und eindeutig besser als bisher im Po.
 

Kalle, nochmals vielen Dank für Deine ehrlichen, offenen und ausführlichen Worte zu unseren Fragen. Wenn man berücksichtigt, dass Du ja eigentlich gerade dabei bist nach Italien umzusiedeln, gilt Dir natürlich ein besonderer Dank dafür.
 

Ich bedanke mich ebenfalls für die Möglichkeit mal so richtig und ohne Zensur durch Angelzeitungsredakteure vom Stapel lassen zu dürfen. Ich hoffe der Umfang meiner Beantwortungen sprengt nicht euren Rahmen. Ansonsten könnte ich mir auch eine kürzere Form vorstellen.

Grüssen möchte ich auch alle Besucher in eurem Forum, alle Wallerangler und solche, die es mal werden möchten, gleichzeitig wünsche ich allen, große Waller und tolle Angeltage.

 

 


 

 Mantikor Support

 

 

 
     
 

<<  Copyright © by Clan Silure 2010  >>

**  Layout & Webdesign by Steffen Reuther © SR-DESIGN  **