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von Andreas Janitzki

 
 
Nicht umsonst zählt der Wels ...
 

zu den geheimnisvollsten Kreaturen unter unserem Flossenwild. Seine anmutig wirkende Größe und seine bizarr erscheinende Körperform tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, die abenteuerlichsten Geschichten aufleben zu lassen. Die Gattung Silurus Glanis führt ein Leben im Verborgenen und nur wenigen Petri Jüngern gelingt es, den Urianen erfolgreich nachzustellen. Meist liegt es aber nur daran, dass kaum ein Angler den Ehrgeiz und vor allem die Motivation aufbringen kann, gezielt auf den Waller zu angeln.

Alleine die Fragen, wo man aussichtsreiche Plätze findet und mit welchen Methoden man ihm zu Leibe rücken soll, sind oft unlösbare Probleme. In den letzten Jahren wurden Gewässer, wie der französische Fluss Saone und das in Spanien befindliche Ebro-Delta als Wallerparadies bekannt, worauf der weniger spezialisierte Angelfreund sein Augenmerk mit sehr guten Erfolgsaussichten richten kann. Zu den Top-Wallergewässern in unserem Lande zählen neben dem Neckar, der Main und der Oberlauf des Rheins.

Doch nützt einem diese Tatsache bekanntlich wenig, wenn man weit ab von diesen wohnt und außer bei einem Urlaubsausflug, keine Gelegenheit sieht, einen Kontakt zum Traumfisch zu bekommen. Die Aussicht, vielleicht eine ganze Saison mit vielen Angelversuchen am eigenen Gewässer zu fischen ist nicht sehr verlockend. Meist ist überhaupt nichts über das Vorkommen von Welsen bekannt oder es gibt nur vage Gerüchte. Die Befürchtung nicht einen Fisch zu fangen, lässt die praktische Ausführung das sein was sie, nämlich nichts weiter als ein Gedanke daran.
 

Mir erging es sehr viele Jahre nicht anders ...
 

Außer in den Traumbildern hatte der Waller keinerlei Bedeutung in meiner Angelei. Weite Reisen wollte ich nicht in Kauf nehmen, da mir nach meiner Auffassung das theoretische Wissen und vor allem die praktische Erfahrung fehlten, um den Wallern bei einem Gastspiel in fernen Ländern näher zu kommen. Mit der Zeit festigte sich jedoch der Wunsch, einmal einen Wels zu fangen und dies, wenn möglich, in meinen Hausgewässer. Ein paar Jahre lang beobachtete ich das Treiben der vielen Raubfischangler, die ihr Glück auf Hecht und Zander versuchten. Durch die unzähligen Gespräche mit diesen konnte ich an die ersten interessanten Infos gelangen.

Ab und an berichteten mir die Leute von kraftvollen Bissen, die letztendlich mit Schnurbruch endeten und nur auf kapitale Räuber zurück zu führen waren. Einige erzählten von kleinen Welsen, die sie selbst als Beifang erwischt hatten, oder halt von Welsfängen, die ihnen durch andere Kollegen zu Ohren kamen. Die glaubhafte Bestätigung der vielen Erzählungen stand zwar weiterhin im Raum, doch zumindest hatte ich die ersten Anhaltspunkte gesammelt, an welchen Stellen ich mit einem Wallerbiss rechnen konnte.
 


Heute weiß ich, dass es in Deutschland ...
 

viel mehr gute Wallergewässer gibt, als sich erahnen lässt. Die Bestände sind oftmals besser, als man glaubt, nur muss man eben den Angelversuch wagen und darf sich nicht von ein paar Schneidersitzungen von seinem Vorhaben abhalten lassen. Gerade am Niederrhein, wo ich zuhause bin, war das Wallerangeln nie ein wesentlicher Bestandteil unserer Angler. Doch ich bin sicher, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Ich habe mich auf das Angeln im Fluss spezialisiert, da zwei grundlegende Dinge dafür sprechen. Der Hauptaspekt liegt für mich schlicht im bewegten Wasser, da dieses mir erlaubt, auf lebende Köderfische zu verzichten. Ein Umstand, der zum Angeln normalerweise eher negativ anzusehen ist, denn der Wels verfügt mit seinen Barteln über ein sehr sensibles Sinnesorgan. Mit dessen Hilfe nimmt er Schallwellen, die von Beutetieren erzeugt werden, wahr und spürt so seine Beute auf.

Ein toter, bewegungsloser Köder erzeugt keine Vibrationen und somit gehen von ihm auch keine Reize aus. Da die Verwendung von lebenden Köderfischen hierzulande gesetzlich verboten ist und ich diese Eingrenzung der Angelei billige, kommen also nur leblose Köder in Betracht. Die Strömung im Fluss haucht solchen Ködern sozusagen Leben ein. Das Wasser versetzt sie in Bewegung und es entstehen Schallwellen, welche die Waller zum Anbiss animieren. Im Vergleich zum Lebendköder eine zwar schlechte Alternative, aber durchaus fängig.
 

Auf das klassische Tauwurmbündel als Welsköder ...
 

verzichte ich weitestgehend, da bei dessen Verwendung eine häufige Kontrolle notwenig ist, denn Brassen, Rotaugen und Aalen mundet die Wurmkost ebenfalls. Ständig muss man mit Zupfern und Fehlbissen rechnen, im schlimmsten Fall wird der Haken sogar von den Kleinfischen kahlgefressen, ohne dass man davon etwas mitbekommt. Die Überraschung wird erst sichtbar, wenn es zu spät ist und somit ist der Ärger vorprogrammiert. Bevor ich aber weiter auf Köder und Angeltechnik eingehe, möchte ich den weitaus wichtigeren Aspekt der Angelplatzwahl erörtern. Wie bei jeder anderen Fischart, der man gezielt nachstellen möchte, ist es wichtig, deren Lebensgewohnheiten und Vorlieben zu berücksichtigen.
 

Dabei werden meiner Meinung nach von vielen ...
 

zwei entscheidende Fehler gemacht. Zum einen wählen Angler am Fluss möglichst schwach strömende, also möglichst stille Bereiche aus. Zum anderen wird dem Waller im Allgemeinen eine vermehrte Nachtaktivität nachgesagt und demnach wird das Angeln meist ausnahmslos in dieser Zeit ausgeübt. In Flussabschnitten mit schwacher Strömung ist nur dann ein guter Aufenthaltsort für den Wels zu finden, wenn versunkene Bäume oder andere Möglichkeiten den Fischen Schutz und Deckung zugleich bieten. Solche Stellen ausfindig zu machen, an denen sich auch tatsächlich Welse aufhalten, ist nicht ganz einfach und setzt eine Menge Zeit beim Suchen und Angeln voraus. Um einiges vielversprechender ist es, wenn man sich die Strömung zu nutze macht. Selbst bei extremer Strömung im geraden Flussverlauf, wo oberflächlich betrachtet keine idealen Angelbedingungen herrschen, wird man am ehesten die Top-Stellen finden, denn durch die Wasserumwälzung entstehen am Bodengrund Mulden. Solche Ausspülungen sind häufig recht tief. Die Waller legen sich mit Vorliebe in diese Mulden, um dort auf Beute zu lauern.

Der Angler sieht nur die Strömung des Flusses und wird sich denken, dass sich dort aller Wahrscheinlichkeit nach keine Waller aufhalten werden. Doch diese großen Fische haben keine Probleme damit, gegen den Sog anzukommen bzw. dort zu jagen. Die Löcher am Boden sind zwar für den Angler nicht sichtbar, doch in ihnen lauern die Waller auf ihre Beute. Die Wassermassen rauschen über die in Ruhestellung befindlichen Körper hinweg, ohne dass die Fische auch nur einen Flossenschlag leisten müssen, um sich der Strömung zu widersetzen. Annehmlicher können sie es im Grunde gar nicht haben. Ständig werden Beutefische mit dem Strom zu den Mulden geführt. In einem günstigen Moment braucht der Räuber nur zuzuschnappen, um seinen Appetit zu befriedigen und dies ohne dabei viel hinter den Fischen herzujagen. Man findet die Uriane also dort, wo es die wenigsten Angler vermuten, nämlich in der stärksten Strömung. Mit dieser Tatsache kommen aber auch die Probleme.
 

Der Strömungsdruck ...
 

der auf die ausgelegten Köder und Schnüre einwirkt, ist häufig so stark. So sind Bleigewichte von weiter über 100 Gramm erforderlich, um die Montagen am Platz zu halten. Mit der Strömung wird vor allem bei Hochwasser außerdem jede Menge Unrat angetrieben, der sich in den ausgelegten Schnüren verfängt und zusätzlich das Angeln erschwert. Um den Wasserdruck auf die Schnur und ein Verfangen von Unrat möglichst zu vermeiden, werden die Ruten wie beim Brandungsangeln aufgebaut. Ein solides Dreibein-Rod-Pod leistet hierbei gute Dienste.

Die schweren Blei-Gewichte, die erforderlich sind und die Köder verlangen nach einer kräftigen Rute, um die nötigen Wurfweiten zu erreichen. Einfacher wäre es, wenn man direkt vom Boot aus angelt, doch an vielen heimischen Flüssen ist das Bootsangeln verboten. So ist man auf das Ufer angewiesen. Leider erreicht man beim Uferangeln nur einen begrenzten Teil der guten Angelzonen, was aber niemanden davon abhalten sollte, das Glück herauszufordern. An vielen Flüssen gibt es Buhnenfelder, die zum Schutz des Ufers vor Erosion errichtet wurden. Zum Wallerangeln sind solche Steinschüttungen ideal.

Von deren Spitze aus kann man direkt an der Strömungskante den Bodengrund nach Mulden ausloten. Nicht selten kann man dann in Pendelwurfentfernung die Köder auslegen. Auch hier stelle ich die Ruten in einem steilen Winkel auf, um so viel Schnur wie möglich aus dem Wasser zu bekommen. Natürlich verbirgt sich nicht in jeder ausfindig gemachten Bodenvertiefung ein Waller. Dies wäre ja auch zu schön. Als Angler muss man sich flexibel zeigen und verschiedene Vertiefungen in unterschiedlichen Flussabschnitten beangeln, bis man die Lieblingsbereiche der Waller gefunden hat.


Waller sind im Gegensatz zu anderen Räubern ...
 

wie beispielsweise dem Hecht, sehr gesellige Tiere. Häufig halten sie sich in kleinen Trupps auf, so dass man, wenn man sie erst einmal ausfindig gemacht hat, mit mehreren Bissen rechnen kann. Der Hang zur Geselligkeit gilt auch bei den großen Wallern. Es ist eine Eigenschaft, die sich nicht beim Heranwachsen verliert. Diese Tatsache macht das Wallerangeln sehr interessant, da man mit diesem Wissen im Grunde nicht dem einzelnen Fisch nachjagt, sondern gegebenenfalls immer mehrere Fänge möglich sind. Die zu Anfang angesprochenen Beißzeiten sind ein weiteres Problem. Welse sind keineswegs reine Nachträuber. Ganz im Gegenteil, denn wenn ich eine ungefähre Bilanz ziehen würde, würde ich sagen, dass von etwa zehn Bissen neun bei Tageslicht erfolgten. Die meisten Bisse kamen in den frühen Morgen- sowie in den späten Nachmittagsstunden, bis in die Abenddämmerung hinein.
 


Aber schon oft wurden meine Köder in der Mittagszeit ...
 

selbst bei strahlendem Sonnenschein und übermäßiger Hitze, attackiert. Vermutlich übt das Licht eine besondere Funktion auf die Beißlaune der Fische aus. Mit ihren kleinen Augen können die Welse nicht besonders gut sehen, so dass die Barteln ihr wichtigstes Instrument zum Beutefang sind. Während die Uriane am Gewässergrund lauern, zeigen sich herannahende Beutefische als dunkle Silhouette im hellen Sonnenlicht zur Oberfläche des Wassers hin. Wahrscheinlich reicht die Sehfähigkeit gerade aus, um solche Schatten im Gegenlicht zu erkennen und sie als Beute in Betracht zu ziehen. Zumindest wäre es eine Erklärung für die freudige Beißlaune bei Tageslicht. Dafür spricht auch, dass bei hellen Vollmondnächten eine vermehrte Aktivität zu verzeichnen ist. Im fahlen Mondlicht werden die Köder gleichermaßen gut wie am Tag attackiert. Die Bisse weisen meist eine merkwürdige Charakteristik auf.

Wenn man die Rutenspitzen beobachtet, werden diese unter der Einwirkung von Strömung leicht auf und ab wippen. Diese Regelmäßigkeit wird dann noch vor dem eigentlichen Biss von einem Vorbiss unterbrochen. Die Rutenspitze fängt an zu zittern, als ob ein paar leichte Attacken hintereinander erfolgen. Danach setzt eine kleine Pause ein, die manchmal bis zu zwei Minuten andauert. Dann aber wird der Köder mit einem kräftigen Ruck gepackt und die Rute krümmt sich auf das Extremste. Jetzt sollte ein kräftiger Anhieb gesetzt werden und der Drill kann beginnen.
 


Das leichte Zittern, also der Vorbiss ...
 

wird vermutlich durch die Barteln der Welse hervorgerufen. Im Aquarium konnte ich beobachten, wie Froschlöffelwelse – eine amerikanische Art, die vom äußeren Erscheinungsbild unserem Waller gleicht, nur aber viel kleiner bleibt – beim Einwerfen von Futtertabletten ins Becken aus ihren Verstecken unter Steinen und Wurzeln hervorkamen. Ihre Barteln stellten sich in Richtung der absinkenden Tabletten auf und fingen an zu zucken. Dann schossen die Fische auf das Futter zu, um es mit den zwei langen Barteln in schneller Folge anzuschubsen, bevor sie gänzlich zuschnappten. Vielleicht kann man dieses Verhalten als Prüfung der Fressbarkeit einer möglichen Beute deuten. Auf jeden Fall ist es wichtig, falls man ein Zittern in der Rutenspitze spürt, mit dem Anhieb so lange zu warten, bis der eindeutige und kraftvolle Biss erfolgt.

Waller sind starke Fische, die dem Angler und dem Gerät so einiges abverlangen. Aus diesem Grund üben sie wohl auch eine solche Faszination auf uns aus. Die ersten Fluchten sind meist schon eindeutig. Die Fische legen sich immer wieder auf den Grund, so dass man das Gefühl hat, einen Hänger zu haben. Damit sich der gehakte Fisch nicht in einem Hindernis festsetzen kann, sollte der Drill mit voller Härte vorgenommen werden. Mit vorsichtigem Vorgehen erreicht man meist nicht viel. Es sei denn, man möchte gerne stundenlang drillen und so riskieren, dass der Haken aus dem Maul herausarbeitet und dem Fisch frühzeitig wieder die Freiheit schenkt.
 


Was die Köderwahl betrifft so muss ich gestehen ...
 

dass ich bequem veranlagt bin. Köderfische selbst zu fangen ist mir zu aufwändig, allein schon deshalb, weil ich vor langer Zeit mein gesamtes Angelgerät, welches zum Fang von kleinen Friedfischen ausgelegt war, verkauft habe. Meine Köder besorge ich mir, ganz nach dem Motto „gut und billig“, aus den Tiefkühltruhen unserer Verbrauchermärkte. Je nach Angebot sind es mal gefrorene Forellen, Makrelen oder kleine Aale. Meistens greife ich jedoch auf Sardinen zurück, die zu etwa zehn Stück verpackt mit nur zwei Euro recht erschwinglich sind und von den Wallern gerne genommen werden.

Neben der Fischkost haben sich aber auch Flusskrebse als gute Wahl erwiesen. Die gepanzerten Tiere sind ein Hauptbestandteil
der natürlichen Wallernahrung. Beim Abstreifen gefangener Welse ist es normal, dass die Panzerreste von Flusskrebsen durch die Afteröffnung hervortreten. Durch das vorsichtige Abstreifen kann man sich anhand der ausgeschiedenen Nahrungsreste einen Überblick über die Hauptnahrung verschaffen und seine bevorzugte Köderwahl danach richten.
 

Die Köder direkt am Grund anzubieten ...
 

halte ich für wenig sinnvoll. Schon gar nicht, wenn es sich um tote Fische handelt. Leicht könnten sie sich zwischen Steinen festsetzen, oder sie werden von der Strömung einfach platt auf den Grund gepresst. Lässt man sie jedoch an einem Seitenarm einen halben Meter über dem Grund schweben, können sie sich durch den Strom auf und ab bewegen und eine kranke bzw. verletzte Beute vortäuschen, die nicht so leicht zu übersehen ist. Andere Tiefen zu beangeln, kann allerdings auch zum Erfolg führen. Den Köder mal einen oder zwei Meter über dem Bodengrund anzubieten, oder sogar kurz unter der Oberfläche zu präsentieren, lohnt einen Versuch.

Angeln bedeutet immer, die Aufmerksamkeit des Zielfisches auf den Köder zu lenken und beim Wallerfischen setzt dies Experimentieren voraus. Während man beim Grundangeln auf einen Biss wartet, lohnt es sich, die Zeit mit Spinnangeln zu überbrücken. Dabei können viele verdächtige Bereiche, die beim Standardangeln nur sehr zeitaufwändig unter die Lupe genommen werden können, intensiv abgefischt werden. Ich hatte sehr gute Erfolge mit Gummifischen und Twistern. Deren Farbe spielt aufgrund der eingeschränkten Sehfähigkeiten der Waller keine große Rolle. Entscheidend ist nur, dass sie beim Auswerfen laut ins Wasser klatschen und beim Führen durch ihre Formgebung ausreichend Vibrationen erzeugen.

Im Gegensatz zum Hechtangeln hole ich die Köder recht schnell ein. Dabei pumpe ich sie im Grunde zu mir heran. Nachdem der Köder bis zum Grund abgesunken ist, ziehe ich die Rutenspitze bis zu einem Winkel von ca. 12 Uhr rasch nach oben, senke sie wieder zur Wasseroberfläche und hole dabei ein paar Meter Schnur ein. Der Kunstköder schießt dann wie ein Blitz vom Gewässergrund in Richtung Oberfläche. Manchmal, je nach Wassertiefe, durchbricht er sie dabei sogar, was durchaus zweckmäßig ist. Schließlich sinkt er dann in flatternden Bewegungen langsam zum Boden zu.
 


Da die meisten Bisse während des schnellen Anhebens der Rute erfolgten ...
 

spricht dies für eine schnelle Köderführung. Egal, ob man das Grund- oder Spinnfischen bevorzugt, als unerlässlich sollte ein ausgesprochen stabiler und vor allem scharfer Haken angesehen werden. Auf zu kleine Haken würde ich verzichten, denn nur die großen Modelle gewährleisten einen sicheren Halt unter diesen extremen Belastungen. Mit einem feinkörnigen Schleifpapier wird jeder Haken vor seinem Einsatz abgezogen, um somit die maximale Schärfe zu erreichen. Gut geeignet sind stabile Meereshaken, die je nach Ausführung, in den Größen 3/0 bis 8/0 bei mir Verwendung finden.
 

Zum Schluss möchte ich erwähnen ...
 

dass Wallerangeln am effektivsten ist, wenn man zu zweit zu Werke geht. Die Hilfestellung beim Landen eines starken Fisches ist Gold wert. Große Welse zu keschern ist ein Akt, der im Fluss ohnehin kaum durchführbar ist. Vom Gaff en halte ich nicht viel, da ich allen meinen Fischen die Freiheit wieder schenke und sie mit Respekt behandle. Den Wallergriff anzuwenden und dabei noch die Rute zu führen ist aber beinahe schwerer, als einen Fisch an den Haken zu bekommen.


Schon einige Male habe ich einen strammen Waller im Wasser abgehakt und in Freiheit entlassen, ohne ihn wiegen und vermessen zu können. Dies nur deshalb, weil ich alleine der Fischwaid nachging. Glauben Sie mir, Fische über 40 kg trägt man nicht mal eben so an Land, dafür sind die Riesen im Körperbau zu unhandlich und vor allem zu glitschig. Einen guten Partner zu finden, der sich für ein konzentriertes Welsangeln begeistern lässt, ist nicht einfach.

Wenn die kurzfristigen Erfolge ausbleiben, trennen sich meist auch schon wieder die Wege. Mir jedenfalls widerstrebt der Gedanke, einen stattlichen Wels um jeden Preis an seinem Kopf aus dem Wasser zu ziehen, nur um seine Anmut in Zahlen festhalten zu können und ihm kaum wieder gutzumachende Verletzungen zuzufügen.

Legen Sie die Fische schonend auf Abhakmatten! Da sich Waller an Land kaum noch bewegen, reicht eine große Zeltplane aus, um die dünne Haut vor allem am Unterbauch, vor scharfkantigen Gegenständen zu schützen. An Land müssen die Fische ständig mit Wasser übergossen werden, da ihre Schleimhaut sehr schnell austrocknet. Erst recht, wenn die Sonne scheint! Wasser hilft, dieses zu vermeiden und ist kein erheblicher Aufwand.

 

Ich kann nur jedem empfehlen, wenigstens einmal eine Saison lang gezielt auf die Giganten unserer Gewässer zu angeln, vielleicht werden dann auch Sie angenehm überrascht sein, um wie viel besser der Bestand an Wallern in unseren Landen ist.

 

 


In diesem Sinne ...

 

Ihr Andreas Janitzki

 
 
 
 

 

 

 
     
 

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