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Nicht umsonst zählt der Wels ...
zu den geheimnisvollsten Kreaturen unter unserem
Flossenwild. Seine anmutig wirkende Größe und seine bizarr
erscheinende Körperform tragen einen wesentlichen Teil
dazu bei, die abenteuerlichsten Geschichten aufleben zu
lassen. Die Gattung Silurus Glanis führt ein Leben im
Verborgenen und nur wenigen Petri Jüngern gelingt es, den
Urianen erfolgreich nachzustellen. Meist liegt es aber nur
daran, dass kaum ein Angler den Ehrgeiz und vor allem die
Motivation aufbringen kann, gezielt auf den Waller zu
angeln. |
| Alleine die Fragen, wo
man aussichtsreiche Plätze findet und mit welchen Methoden
man ihm zu Leibe rücken soll, sind oft unlösbare Probleme.
In den letzten Jahren wurden Gewässer, wie der
französische Fluss Saone und das in Spanien befindliche
Ebro-Delta als Wallerparadies bekannt, worauf der weniger
spezialisierte Angelfreund sein Augenmerk mit sehr guten
Erfolgsaussichten richten kann. Zu den Top-Wallergewässern
in unserem Lande zählen neben dem Neckar, der Main und der
Oberlauf des Rheins.
Doch nützt einem diese Tatsache bekanntlich wenig, wenn
man weit ab von diesen wohnt und außer bei einem
Urlaubsausflug, keine Gelegenheit sieht, einen Kontakt zum
Traumfisch zu bekommen. Die Aussicht, vielleicht eine
ganze Saison mit vielen Angelversuchen am eigenen Gewässer
zu fischen ist nicht sehr verlockend. Meist ist überhaupt
nichts über das Vorkommen von Welsen bekannt oder es gibt
nur vage Gerüchte. Die Befürchtung nicht einen Fisch zu
fangen, lässt die praktische Ausführung das sein was sie,
nämlich nichts weiter als ein Gedanke daran.
Mir erging es sehr viele
Jahre nicht anders ...
Außer in den Traumbildern hatte der Waller keinerlei
Bedeutung in meiner Angelei. Weite Reisen wollte ich nicht
in Kauf nehmen, da mir nach meiner Auffassung das
theoretische Wissen und vor allem die praktische Erfahrung
fehlten, um den Wallern bei einem Gastspiel in fernen
Ländern näher zu kommen. Mit der Zeit festigte sich jedoch
der Wunsch, einmal einen Wels zu fangen und dies, wenn
möglich, in meinen Hausgewässer. Ein paar Jahre lang
beobachtete ich das Treiben der vielen Raubfischangler,
die ihr Glück auf Hecht und Zander versuchten. Durch die
unzähligen Gespräche mit diesen konnte ich an die ersten
interessanten Infos gelangen.
Ab und an berichteten mir die Leute von kraftvollen
Bissen, die letztendlich mit Schnurbruch endeten und nur
auf kapitale Räuber zurück zu führen waren. Einige
erzählten von kleinen Welsen, die sie selbst als Beifang
erwischt hatten, oder halt von Welsfängen, die ihnen durch
andere Kollegen zu Ohren kamen. Die glaubhafte Bestätigung
der vielen Erzählungen stand zwar weiterhin im Raum, doch
zumindest hatte ich die ersten Anhaltspunkte gesammelt, an
welchen Stellen ich mit einem Wallerbiss rechnen konnte.
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Heute weiß ich, dass es in
Deutschland ...
viel mehr gute Wallergewässer gibt, als sich erahnen
lässt. Die Bestände sind oftmals besser, als man glaubt,
nur muss man eben den Angelversuch wagen und darf sich
nicht von ein paar Schneidersitzungen von seinem Vorhaben
abhalten lassen. Gerade am Niederrhein, wo ich zuhause
bin, war das Wallerangeln nie ein wesentlicher Bestandteil
unserer Angler. Doch ich bin sicher, dass sich dies in
absehbarer Zeit ändern wird. Ich habe mich auf das Angeln
im Fluss spezialisiert, da zwei grundlegende Dinge dafür
sprechen. Der Hauptaspekt liegt für mich schlicht im
bewegten Wasser, da dieses mir erlaubt, auf lebende
Köderfische zu verzichten. Ein Umstand, der zum Angeln
normalerweise eher negativ anzusehen ist, denn der Wels
verfügt mit seinen Barteln über ein sehr sensibles
Sinnesorgan. Mit dessen Hilfe nimmt er Schallwellen, die
von Beutetieren erzeugt werden, wahr und spürt so seine
Beute auf.
Ein toter, bewegungsloser Köder erzeugt keine
Vibrationen und somit gehen von ihm auch keine Reize aus.
Da die Verwendung von lebenden Köderfischen hierzulande
gesetzlich verboten ist und ich diese Eingrenzung der
Angelei billige, kommen also nur leblose Köder in
Betracht. Die Strömung im Fluss haucht solchen Ködern
sozusagen Leben ein. Das Wasser versetzt sie in Bewegung
und es entstehen Schallwellen, welche die Waller zum
Anbiss animieren. Im Vergleich zum Lebendköder eine zwar
schlechte Alternative, aber durchaus fängig.
Auf das klassische
Tauwurmbündel als Welsköder ...
verzichte ich weitestgehend, da bei dessen Verwendung
eine häufige Kontrolle notwenig ist, denn Brassen,
Rotaugen und Aalen mundet die Wurmkost ebenfalls. Ständig
muss man mit Zupfern und Fehlbissen rechnen, im
schlimmsten Fall wird der Haken sogar von den Kleinfischen
kahlgefressen, ohne dass man davon etwas mitbekommt. Die
Überraschung wird erst sichtbar, wenn es zu spät ist und
somit ist der Ärger vorprogrammiert. Bevor ich aber weiter
auf Köder und Angeltechnik eingehe, möchte ich den weitaus
wichtigeren Aspekt der Angelplatzwahl erörtern. Wie bei
jeder anderen Fischart, der man gezielt nachstellen
möchte, ist es wichtig, deren Lebensgewohnheiten und
Vorlieben zu berücksichtigen.
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Dabei werden meiner Meinung nach von vielen ...
zwei entscheidende Fehler gemacht. Zum einen wählen
Angler am Fluss möglichst schwach strömende, also
möglichst stille Bereiche aus. Zum anderen wird dem Waller
im Allgemeinen eine vermehrte Nachtaktivität nachgesagt
und demnach wird das Angeln meist ausnahmslos in dieser
Zeit ausgeübt. In Flussabschnitten mit schwacher Strömung
ist nur dann ein guter Aufenthaltsort für den Wels zu
finden, wenn versunkene Bäume oder andere Möglichkeiten
den Fischen Schutz und Deckung zugleich bieten. Solche
Stellen ausfindig zu machen, an denen sich auch
tatsächlich Welse aufhalten, ist nicht ganz einfach und
setzt eine Menge Zeit beim Suchen und Angeln voraus. Um
einiges vielversprechender ist es, wenn man sich die
Strömung zu nutze macht. Selbst bei extremer Strömung im
geraden Flussverlauf, wo oberflächlich betrachtet keine
idealen Angelbedingungen herrschen, wird man am ehesten
die Top-Stellen finden, denn durch die Wasserumwälzung
entstehen am Bodengrund Mulden. Solche Ausspülungen sind
häufig recht tief. Die Waller legen sich mit Vorliebe in
diese Mulden, um dort auf Beute zu lauern.
Der Angler sieht nur die Strömung des Flusses und wird
sich denken, dass sich dort aller Wahrscheinlichkeit nach
keine Waller aufhalten werden. Doch diese großen Fische
haben keine Probleme damit, gegen den Sog anzukommen bzw.
dort zu jagen. Die Löcher am Boden sind zwar für den
Angler nicht sichtbar, doch in ihnen lauern die Waller auf
ihre Beute. Die Wassermassen rauschen über die in
Ruhestellung befindlichen Körper hinweg, ohne dass die
Fische auch nur einen Flossenschlag leisten müssen, um
sich der Strömung zu widersetzen. Annehmlicher können sie
es im Grunde gar nicht haben. Ständig werden Beutefische
mit dem Strom zu den Mulden geführt. In einem günstigen
Moment braucht der Räuber nur zuzuschnappen, um seinen
Appetit zu befriedigen und dies ohne dabei viel hinter den
Fischen herzujagen. Man findet die Uriane also dort, wo es
die wenigsten Angler vermuten, nämlich in der stärksten
Strömung. Mit dieser Tatsache kommen aber auch die
Probleme.
Der Strömungsdruck ...
der auf die ausgelegten Köder und Schnüre einwirkt, ist
häufig so stark. So sind Bleigewichte von weiter über 100
Gramm erforderlich, um die Montagen am Platz zu halten.
Mit der Strömung wird vor allem bei Hochwasser außerdem
jede Menge Unrat angetrieben, der sich in den ausgelegten
Schnüren verfängt und zusätzlich das Angeln erschwert. Um
den Wasserdruck auf die Schnur und ein Verfangen von Unrat
möglichst zu vermeiden, werden die Ruten wie beim
Brandungsangeln aufgebaut. Ein solides Dreibein-Rod-Pod
leistet hierbei gute Dienste.
Die schweren Blei-Gewichte, die erforderlich sind und
die Köder verlangen nach einer kräftigen Rute, um die
nötigen Wurfweiten zu erreichen. Einfacher wäre es, wenn
man direkt vom Boot aus angelt, doch an vielen heimischen
Flüssen ist das Bootsangeln verboten. So ist man auf das
Ufer angewiesen. Leider erreicht man beim Uferangeln nur
einen begrenzten Teil der guten Angelzonen, was aber
niemanden davon abhalten sollte, das Glück
herauszufordern. An vielen Flüssen gibt es Buhnenfelder,
die zum Schutz des Ufers vor Erosion errichtet wurden. Zum
Wallerangeln sind solche Steinschüttungen ideal.
Von deren Spitze aus kann man direkt an der
Strömungskante den Bodengrund nach Mulden ausloten. Nicht
selten kann man dann in Pendelwurfentfernung die Köder
auslegen. Auch hier stelle ich die Ruten in einem steilen
Winkel auf, um so viel Schnur wie möglich aus dem Wasser
zu bekommen. Natürlich verbirgt sich nicht in jeder
ausfindig gemachten Bodenvertiefung ein Waller. Dies wäre
ja auch zu schön. Als Angler muss man sich flexibel zeigen
und verschiedene Vertiefungen in unterschiedlichen
Flussabschnitten beangeln, bis man die Lieblingsbereiche
der Waller gefunden hat. |
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Waller sind im Gegensatz zu
anderen Räubern ...
wie beispielsweise dem Hecht, sehr gesellige Tiere.
Häufig halten sie sich in kleinen Trupps auf, so dass man,
wenn man sie erst einmal ausfindig gemacht hat, mit
mehreren Bissen rechnen kann. Der Hang zur Geselligkeit
gilt auch bei den großen Wallern. Es ist eine Eigenschaft,
die sich nicht beim Heranwachsen verliert. Diese Tatsache
macht das Wallerangeln sehr interessant, da man mit diesem
Wissen im Grunde nicht dem einzelnen Fisch nachjagt,
sondern gegebenenfalls immer mehrere Fänge möglich sind.
Die zu Anfang angesprochenen Beißzeiten sind ein weiteres
Problem. Welse sind keineswegs reine Nachträuber. Ganz im
Gegenteil, denn wenn ich eine ungefähre Bilanz ziehen
würde, würde ich sagen, dass von etwa zehn Bissen neun bei
Tageslicht erfolgten. Die meisten Bisse kamen in den
frühen Morgen- sowie in den späten Nachmittagsstunden, bis
in die Abenddämmerung hinein.
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Aber schon oft wurden meine
Köder in der Mittagszeit ...
selbst bei strahlendem Sonnenschein und
übermäßiger Hitze, attackiert. Vermutlich übt das Licht
eine besondere Funktion auf die Beißlaune der Fische aus.
Mit ihren kleinen Augen können die Welse nicht besonders
gut sehen, so dass die Barteln ihr wichtigstes Instrument
zum Beutefang sind. Während die Uriane am Gewässergrund
lauern, zeigen sich herannahende Beutefische als dunkle
Silhouette im hellen Sonnenlicht zur Oberfläche des
Wassers hin. Wahrscheinlich reicht die Sehfähigkeit gerade
aus, um solche Schatten im Gegenlicht zu erkennen und sie
als Beute in Betracht zu ziehen. Zumindest wäre es eine
Erklärung für die freudige Beißlaune bei Tageslicht. Dafür
spricht auch, dass bei hellen Vollmondnächten eine
vermehrte Aktivität zu verzeichnen ist. Im fahlen
Mondlicht werden die Köder gleichermaßen gut wie am Tag
attackiert. Die Bisse weisen meist eine merkwürdige
Charakteristik auf.
Wenn man die Rutenspitzen beobachtet, werden diese
unter der Einwirkung von Strömung leicht auf und ab
wippen. Diese Regelmäßigkeit wird dann noch vor dem
eigentlichen Biss von einem Vorbiss unterbrochen. Die
Rutenspitze fängt an zu zittern, als ob ein paar leichte
Attacken hintereinander erfolgen. Danach setzt eine kleine
Pause ein, die manchmal bis zu zwei Minuten andauert. Dann
aber wird der Köder mit einem kräftigen Ruck gepackt und
die Rute krümmt sich auf das Extremste. Jetzt sollte ein
kräftiger Anhieb gesetzt werden und der Drill kann
beginnen.
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Das leichte Zittern, also der
Vorbiss ...
wird vermutlich durch die Barteln der Welse
hervorgerufen. Im Aquarium konnte ich beobachten, wie
Froschlöffelwelse – eine amerikanische Art, die vom
äußeren Erscheinungsbild unserem Waller gleicht, nur aber
viel kleiner bleibt – beim Einwerfen von Futtertabletten
ins Becken aus ihren Verstecken unter Steinen und Wurzeln
hervorkamen. Ihre Barteln stellten sich in Richtung der
absinkenden Tabletten auf und fingen an zu zucken. Dann
schossen die Fische auf das Futter zu, um es mit den zwei
langen Barteln in schneller Folge anzuschubsen, bevor sie
gänzlich zuschnappten. Vielleicht kann man dieses
Verhalten als Prüfung der Fressbarkeit einer möglichen
Beute deuten. Auf jeden Fall ist es wichtig, falls man ein
Zittern in der Rutenspitze spürt, mit dem Anhieb so lange
zu warten, bis der eindeutige und kraftvolle Biss erfolgt.
Waller sind starke Fische, die dem Angler und dem Gerät
so einiges abverlangen. Aus diesem Grund üben sie wohl
auch eine solche Faszination auf uns aus. Die ersten
Fluchten sind meist schon eindeutig. Die Fische legen sich
immer wieder auf den Grund, so dass man das Gefühl hat,
einen Hänger zu haben. Damit sich der gehakte Fisch nicht
in einem Hindernis festsetzen kann, sollte der Drill mit
voller Härte vorgenommen werden. Mit vorsichtigem Vorgehen
erreicht man meist nicht viel. Es sei denn, man möchte
gerne stundenlang drillen und so riskieren, dass der Haken
aus dem Maul herausarbeitet und dem Fisch frühzeitig
wieder die Freiheit schenkt.
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Was die Köderwahl betrifft so
muss ich gestehen ...
dass ich bequem veranlagt bin. Köderfische selbst zu
fangen ist mir zu aufwändig, allein schon deshalb, weil
ich vor langer Zeit mein gesamtes Angelgerät, welches zum
Fang von kleinen Friedfischen ausgelegt war, verkauft
habe. Meine Köder besorge ich mir, ganz nach dem Motto
„gut und billig“, aus den Tiefkühltruhen unserer
Verbrauchermärkte. Je nach Angebot sind es mal gefrorene
Forellen, Makrelen oder kleine Aale. Meistens greife ich
jedoch auf Sardinen zurück, die zu etwa zehn Stück
verpackt mit nur zwei Euro recht erschwinglich sind und
von den Wallern gerne genommen werden.
Neben der Fischkost haben sich aber auch Flusskrebse
als gute Wahl erwiesen. Die gepanzerten Tiere sind ein
Hauptbestandteil
der natürlichen Wallernahrung. Beim Abstreifen gefangener
Welse ist es normal, dass die Panzerreste von Flusskrebsen
durch die Afteröffnung hervortreten. Durch das vorsichtige
Abstreifen kann man sich anhand der ausgeschiedenen
Nahrungsreste einen Überblick über die Hauptnahrung
verschaffen und seine bevorzugte Köderwahl danach richten.
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Die Köder direkt am Grund anzubieten ...
halte ich für wenig sinnvoll. Schon gar nicht, wenn es
sich um tote Fische handelt. Leicht könnten sie sich
zwischen Steinen festsetzen, oder sie werden von der
Strömung einfach platt auf den Grund gepresst. Lässt man
sie jedoch an einem Seitenarm einen halben Meter über dem
Grund schweben, können sie sich durch den Strom auf und ab
bewegen und eine kranke bzw. verletzte Beute vortäuschen,
die nicht so leicht zu übersehen ist. Andere Tiefen zu
beangeln, kann allerdings auch zum Erfolg führen. Den
Köder mal einen oder zwei Meter über dem Bodengrund
anzubieten, oder sogar kurz unter der Oberfläche zu
präsentieren, lohnt einen Versuch. |
| Angeln bedeutet immer, die Aufmerksamkeit
des Zielfisches auf den Köder zu lenken und beim
Wallerfischen setzt dies Experimentieren voraus. Während
man beim Grundangeln auf einen Biss wartet, lohnt es sich,
die Zeit mit Spinnangeln zu überbrücken. Dabei können
viele verdächtige Bereiche, die beim Standardangeln nur
sehr zeitaufwändig unter die Lupe genommen werden können,
intensiv abgefischt werden. Ich hatte sehr gute Erfolge
mit Gummifischen und Twistern. Deren Farbe spielt aufgrund
der eingeschränkten Sehfähigkeiten der Waller keine große
Rolle. Entscheidend ist nur, dass sie beim Auswerfen laut
ins Wasser klatschen und beim Führen durch ihre Formgebung
ausreichend Vibrationen erzeugen.
Im Gegensatz zum Hechtangeln hole ich die Köder recht
schnell ein. Dabei pumpe ich sie im Grunde zu mir heran.
Nachdem der Köder bis zum Grund abgesunken ist, ziehe ich
die Rutenspitze bis zu einem Winkel von ca. 12 Uhr rasch
nach oben, senke sie wieder zur Wasseroberfläche und hole
dabei ein paar Meter Schnur ein. Der Kunstköder schießt
dann wie ein Blitz vom Gewässergrund in Richtung
Oberfläche. Manchmal, je nach Wassertiefe, durchbricht er
sie dabei sogar, was durchaus zweckmäßig ist. Schließlich
sinkt er dann in flatternden Bewegungen langsam zum Boden
zu.
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Da die meisten Bisse während
des schnellen Anhebens der Rute erfolgten ...
spricht dies für eine schnelle Köderführung. Egal, ob
man das Grund- oder Spinnfischen bevorzugt, als
unerlässlich sollte ein ausgesprochen stabiler und vor
allem scharfer Haken angesehen werden. Auf zu kleine Haken
würde ich verzichten, denn nur die großen Modelle
gewährleisten einen sicheren Halt unter diesen extremen
Belastungen. Mit einem feinkörnigen Schleifpapier wird
jeder Haken vor seinem Einsatz abgezogen, um somit die
maximale Schärfe zu erreichen. Gut geeignet sind stabile
Meereshaken, die je nach Ausführung, in den Größen 3/0 bis
8/0 bei mir Verwendung finden.
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Zum Schluss möchte ich erwähnen ...
dass Wallerangeln am effektivsten ist, wenn man zu
zweit zu Werke geht. Die Hilfestellung beim Landen eines
starken Fisches ist Gold wert. Große Welse zu keschern ist
ein Akt, der im Fluss ohnehin kaum durchführbar ist. Vom
Gaff en halte ich nicht viel, da ich allen meinen Fischen
die Freiheit wieder schenke und sie mit Respekt behandle.
Den Wallergriff anzuwenden und dabei noch die Rute zu
führen ist aber beinahe schwerer, als einen Fisch an den
Haken zu bekommen. |
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Schon einige Male habe ich einen strammen Waller im Wasser
abgehakt und in Freiheit entlassen, ohne ihn wiegen und
vermessen zu können. Dies nur deshalb, weil ich alleine
der Fischwaid nachging. Glauben Sie mir, Fische über 40 kg
trägt man nicht mal eben so an Land, dafür sind die Riesen
im Körperbau zu unhandlich und vor allem zu glitschig.
Einen guten Partner zu finden, der sich für ein
konzentriertes Welsangeln begeistern lässt, ist nicht
einfach.
Wenn die kurzfristigen Erfolge ausbleiben, trennen sich
meist auch schon wieder die Wege. Mir jedenfalls
widerstrebt der Gedanke, einen stattlichen Wels um jeden
Preis an seinem Kopf aus dem Wasser zu ziehen, nur um
seine Anmut in Zahlen festhalten zu können und ihm kaum
wieder gutzumachende Verletzungen zuzufügen.
Legen Sie die Fische schonend auf Abhakmatten! Da sich
Waller an Land kaum noch bewegen, reicht eine große
Zeltplane aus, um die dünne Haut vor allem am Unterbauch,
vor scharfkantigen Gegenständen zu schützen. An Land
müssen die Fische ständig mit Wasser übergossen werden, da
ihre Schleimhaut sehr schnell austrocknet. Erst recht,
wenn die Sonne scheint! Wasser hilft, dieses zu vermeiden
und ist kein erheblicher Aufwand.
Ich kann nur jedem
empfehlen, wenigstens einmal eine Saison lang gezielt auf
die Giganten unserer Gewässer zu angeln, vielleicht werden
dann auch Sie angenehm überrascht sein, um wie viel besser
der Bestand an Wallern in unseren Landen ist.
In diesem Sinne ...
Ihr Andreas Janitzki |
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