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von Patrick Göbel und Dirk Schulze

 
 
Am 13. März 2011 war es endlich soweit ...
 

Dirk und ich machten uns mit Boot im Schlepptau auf den Weg an den großen Bach. Anlaufstation war das Camp Disi-Fishing in Polesella. Die ersten Eindrücke an diesem Abschnitt waren überwältigend und wir konnten es kaum erwarten endlich den Giganten des Flusses auf die Pelle zu rücken. Nach 12stündiger Fahrt, knurrenden Mägen, Bierdurst und Augenringen bis zu den Mundwinkeln setzten wir uns ans Ufer um Kofis zu fangen was auch sehr gut funktionierte. Am nächsten Morgen konnten wir nicht schnell genug auf‘s Wasser kommen.


Ruck Zuck war das Boot betankt und beladen, es konnte losgehen. Die Suche nach einem interessanten Uferplatz erwies sich als sehr schwierig, da das Gebiet von sehr vielen Naturufern geprägt ist. Doch einige Kilometer flussabwärts wurden wir schliesslich fündig und beschlossen eine sehr tiefe und strömungsstarke Stelle zu befischen. In den Abendstunden und in der Nacht konnten wir ein paar kleinere Exemplare landen und 2 größere Kaliber gingen uns leider verloren. Der nächste Morgen war komplett durchorganisiert doch es kam alles anders als geplant.



Zuerst sollte das Fangen von Köderfischen stattfinden ...
 

wozu wir versuchten ans andere Ufer zu kommen. Die Fahrt dorthin wurde leider auf halber Strecke durch einen zu leeren Tank unterbrochen.“ Hatten wir so viel Sprit verfahren? Das gibt’s doch nicht!! Wir kommen unmöglich zurück ins Camp mit den 2 Liter Benzin die noch im Tank sind!“ Wir beschlossen flussabwärts in Andys Wallercamp höflich nach Benzin zu fragen. Ich war sehr erstaunt über die Top Steganlage und über das sehr gut gepflegte Wallercamp mit sau geilen Wallerbooten denen es an nichts fehlte, einem Angelgeschäft und sehr netten Leuten denen ich dann von unserem Problem erzählte. Ohne zu zögern verkaufte mir ein Guide Benzin und Feeder Futter. DAS WAR UNSERE RETTUNG!!!
 



Das Feederfutter hatte es in sich ...
 

Wir feederten uns dumm und dämlich, eine Brasse nach der anderen, zwischendurch ein paar Rapfen und der Setzkescher war nach einer Stunde prallvoll. Wir beschlossen an dieser Uferseite auf Waller zu fischen und packten unser Zeug zusammen um auf die gegenüberliegende Sandbank zu fahren. Wir spannten das komplette Ufer hab und hatten ein gutes Gefühl, dass es genauso klappt wie beim Feedern. Scheiße war‘s… Es begann zu regnen und zu stürmen, so dass ich mein Zelt die ganze Nacht mit allen Vieren festhielt. Ein Blick auf‘s Wasser am nächsten Morgen und die Laune war am Boden: Wallerplane weg, Setzkescher weg, Rutenhalter weg, FMS Ausleger weggerissen, Wasser steigt , Sandbank wird kleiner und kleiner, meterhohe Wellen... KATASTROPHE!!!!

Das Fahren mit dem kleinen Boot erwies sich als lebensgefährlich. Als sich mittags die „See“ beruhigte zogen wir ab und suchten uns eine größere Sandbank in Camp Nähe, aber auch dort mussten wir um 1 Uhr nachts abhauen sonst wären wir abgesoffen. Also Strategiewechsel… wir suchten uns überflutete Gebiete, was bei fast 6 Metern Hochwasser kein Problem war. Genau das war das Richtige!!!!!

 



Bei solch krassem Hochwasser ...
 

Köderfische zu fangen war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber im Kanal Bianco konnten wir zum Glück ein paar Brassen für die nächste Nacht fangen. Wir fuhren in eine überflutete Bucht und machten uns mit dem Boot in den Bäumen fest. Kein Geschenk mit zwei Pers. In einem 4 m Boot 9 Std. ausharren ;-) , aber nur die Harten kommen durch. Während des Auslegens der 6 Ruten ging schon gleich die Post ab, aber andauernd nur Fische bis zu 1,50m. Das Ausbringen mit einem 2,20m Schlauchboot war nicht gerade einfach bei den Wellen und der Strömung.

 



Am nächsten Abend gleicher Platz ...
 

der erste zählbare Fisch mit 175cm und mehreren Kleinen. Wir waren von dieser Stelle überzeugt und befischten sie auch die kommenden Abende. Am 6. Tag unseres Trips dann die Knaller: 206cm und 225cm innerhalb von 3 Stunden. Dirks Waller von 206cm war der fetteste Fisch überhaupt und wir schätzen ihn auf ca. 90kg! Wir waren überglücklich, dass unsere Mühe und der Aufwand unter solch extremen Umständen endlich belohnt wurde.

 

 

 



Der darauffolgende Abend war zum Scheitern verurteilt ...
 

als sich zwei Angler aus einem anderen Camp unmittelbar neben uns festmachten und nach jedem Biss die Ruten mit einem übermäßig lauten Motor mit Getriebeschaden raus brachten. Der Wasserstand fiel zusätzlich noch um einen Meter. Es gingen nur noch ein paar Kleine bis 1,40m. Alle Fische wurden in der Zeit von 16 Uhr bis 23 Uhr gefangen. Am Tag der Abreise fiel dann noch der Kran aus, der das Boot aus dem Wasser heben sollte und wir mussten das Boot mit Seilen aus dem Bach ziehen um es mit vier Mann auf den Trailer zu heben.

 

 



Im Großen und Ganzen war es dennoch ein sehr gelungener Trip mit ein paar Komplikationen und extremen Umständen aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und waren ein saugutes Team. Mein Boot ist nicht mehr wiederzuerkennen, alles ist komplett eingesaut und nass. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und werden bestimmt wieder an diesen Abschnitt fahren.

 

 

 



Patrick Göbel und Dirk Schulze

 
 

 

 

 
     
 

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