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März 2010 ... der letzte Sonnenstrahl ...
verblasst hinter den noch spärlich
belaubten Bäumen der Petite Rhone. In ein paar Minuten
wird die Dunkelheit Einzug halten und die Magie des
nächtlichen Wallerfischens an meinem Lieblingsfluss wird
mich komplett vereinnahmen. Mit ein paar Handgriffen,
zügig aber keinesfalls hektisch, mache ich noch einen
Abreiss-Stein fertig, hake meine handlange Schleie ein und
steige mit Mario ins Boot. |
Im unvergleichlichen Abendlicht nehme ich
die Kontur meiner neuen Wallerrute wahr, die ich im
Bootsinneren abgelegt habe. Das Echolot zeigt 5 Meter
Wasser an, ich nickte Mario zu und kommentiere das ganze
mit „AB“. Ein dumpfere Schlag gefolgt von dem markanten
Knarren meiner Big Mama signalisiert das saubere Ablegen
der U-Posenmontage. Ich lege den Vorwärtsgang ein und
steuere unseren Angelplatz an, während Mario die Schnur
auf Spannung hält. Angekommen am Ufer springt er aus dem
Boot, steckt die Schwarze in meinen Rutenhalter und spannt
das Ganze in gewohnter Manier.
Mittlerweile ist es dunkel
und ich sehe ...
gegen den Nachthimmel die saubere, kraftvolle
Biegekurve meiner neuen Rute. Der Moment, wenn man vom
Auslegen zurück ans Ufer kommt, mit dem Gefühl alles
richtig gemacht zu haben und man sich gänzlich dem Warten
auf den ersehnten Biss widmen kann, gehört für mich zu den
intensivsten Gefühlen, die ich beim Wallerfischen kenne.
„Nun sind 6 scharf“ flüstert mir Mario zu. Wir grinsen uns
an und ohne Worte stellt mir mein Angelpartner eine
kleine, grüne Flasche 33er hin. Wortlos öffne ich die
Flasche und das anschließende Klirren unserer Flaschen
unterbricht die Stille, die uns umgibt.
Ich bin gerade dabei mein Bier abzustellen, als sich
die, vor wenigen Minuten abgelegte Rute nach vorne
verneigt, kurz zurück kommt und sich dann immer weiter
nach unten ziehen lässt, bis meine Penn unter hörbarem
Protest endlich etwas Schnur frei gibt. „BISS“….. ich
nehme die Rute aus dem Rutenhalter und quittiere das Ganze
mit einem kräftigen Anhieb. „Er hängt“ rufe ich Mario zu
und der Waller beginnt an der Kante zur Strömung zu toben.
Plötzlich enden die wilden Kopfstöße des Fisches und die
Schnur verliert an Spannung. Das fängt ja gut an, denke
ich. „ Der ist ausgestiegen war sicher ein Kleiner“.
Während ich das sage, sprechen meine Gedanken eine
deutlichere Sprache. Das war ein guter Fisch!!!. Nicht
ärgern, schnell wieder die Rute raus bringen, der kommt
wieder!!!
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Gegen Mitternacht, wir haben uns gerade in unsere
Schlafsäcke gekuschelt ...
wiederholt sich das Ganze. Ich werde
vom hektischen Piepsen des blau leuchtenden Taffis wach.
Kurz sammeln, in die Crocs schlüpfen und schnell zur Rute.
Diesmal komme ich nicht dazu einen Anhieb zu setzen … der
Fisch nimmt einfach Schnur und zieht flußab. Mittlerweile
steht mein Freund Mario neben mir. „Läuft hier eine
Drillung oder was machst du?“ Das ist kein Drill antworte
ich …. ich habe die Mutter aller Welse gehakt. Ich habe
noch nie einen so mächtigen Widerstand am anderen Ende
meiner Schnur gespürt. Das Ganze bringt mich an meine
körperliche Grenze und mir wurde am nächsten Tag
berichtet, dass ich mir während des Drills mehrfach an den
Rücken gegriffen haben soll. Ich hätte nicht wirklich eine
gute Figur gemacht !? Ob ich das glauben soll ???
Während des Drills verliert
man jegliches Zeitgefühl ...
und deshalb kann ich gar nicht sagen, wie lange das
ganze Spiel wirklich gedauert hat. Auf jeden Fall habe ich
es noch Tage danach gespürt. Mario hatte sich irgendwie
den Magen verdorben und plötzlich verabschiedete er sich
aus der Drillszene mit den Worten: „ das dauert hier wohl
noch länger, ich muss mal schnell in die Büsche“. Sachen
gibt’s. Am Ende der Schnur ein Ungeheuer und mein
Angelkumpel geht ka…en!? Ich ziehe an meiner Rute, die
sich wirklich beängstigend durchbiegt. Jetzt fällt es mir
ein, der erste Drill mit meiner Neuen. Wahnsinn, die kann
was, denke ich und ziehe noch etwas mehr. Das würde ich
normalerweise niemals mit einer neuen Rute so machen,
deren Drilleigenschaften ich noch gar nicht kenne. Aber
mit diesem Gerät ist es anders. Seit dem Moment, in dem
ich den Blank zusammengesteckt und dann langsam Druck
aufgebaut habe, war mir klar, dass ich endlich gefunden
habe, wonach ich solange gesucht hatte.
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Gehen wir ein halbes Jahr zurück ...
Mario und ich fischen an der Grande
Rhone in der heißen Julisonne. Unser Spot liegt jenseits
der 200 Meter Richtung Flussmitte und das Fischen auf
diese Entfernung stellt besondere Anforderungen an die
Rute. Ich fische 2 blaue Bulldozer und zwei New Age
Distanz Boje. Mario fischt ebenfalls zwei Bulldozer und
seine geliebten Hardcore`s. Nach vielen Bissen und einigen
Drills, ist uns beiden klar, dass wir leider nicht die
optimale Wallerrute im Gepäck haben. Die New Age hat
unheimlich viel Power, ist aber so hart, dass es nicht
wirklich Spaß macht mit ihr zu drillen. Von der Gefahr
durch ausschlitzende Haken Fische zu verlieren, ganz zu
schweigen. Die Bulldozer hat einen reinen Glasblank, ist
wesentlich weicher und bringt am Fisch unheimlich viel
Freude. Allerdings fehlt ihr der gewisse Bums, die
sogenannte „Liftingpower“, die man braucht, um in
Extremsituationen den Fisch anzuheben. Die Hardcore ist
eine feine Rute aber nix für immer und überall.
Nach diesem Trip stand fest
...
Wir müssen auf die Suche nach einem geeigneten Blank
gehen, der unsere Ansprüche erfüllt. Konkret erschien uns
eine Rute, die zwischen Bulldozer und New Age liegt, als
die perfekte Lösung. Zahlreiche Besuche bei den mir
bekannten Rutenbauern und die Studie des aktuellen
Rutenangebot`s hat mir schnell gezeigt, dass dies nicht so
einfach ist. Der Blankmarkt ist mit wirklich geeigneten
Wallerblanks sehr dünn bestückt. Die Gradwanderung
zwischen geringem Gewicht und Haltbarkeit geht oftmals
schief und die mir angebotenen Blanks würde ich nicht mal
zum schweren Hechtfischen nehmen.
Als ich schon gar nicht
mehr damit rechnete ...
ist mir ein Glasblank der Firma CONOFLEX in die Hände
gefallen. Den ersten Eindruck beim ersten Zusammensteckens
dieses reinen Glasblanks habe ich oben beschrieben. Ohne
Worte und genau das was ich gesucht habe. Als mein Freund
Mario zum gleichen Urteil kommt und ein Dauergrinsen aus
seinem Gesicht nicht mehr weg zu bekommen ist, steht fest:
Wir sind am Ziel, wir haben unseren Blank gefunden.
Schwarz in der Optik, dicker Durchmesser, sehr dickwandig,
solide Zapfenverbindung und nicht gerade leicht, liegt der
Blank trotzdem ausgewogen und harmonisch in der Hand. Wir
sprechen hier von einem Großfischgerät, was dauerhaft die
harten Belastungen des Wallerfischens übersteht. Damit
sind nicht nur die Belastungen am Fisch gemeint, sondern
eben auch das oftmals lieblose und grobe Handling im Boot.
Wir waren so begeistert von dem Blank, dass wir uns
beide sofort entschieden je drei davon zu nehmen. Als wir
den Blank unseren Teamkollegen präsentierten, waren die
natürlich auch heiß und so kam es, dass über den Winter in
meiner Werkstatt 12 Schwarze geschmiedet wurden.
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Bezüglich der Optik gab es anfangs kleine
Meinungsverschiedenheiten ...
Silberbeschläge, ergonomisch geformter
Duplon, Farbspielereien etc. haben uns einige schlaflose
Nächte bereitet. Je mehr ich mich mit dem Projekt
auseinander gesetzt habe, war für mich klar: Das Teil muss
unplugged und oldscool werden. Ich habe bewusst auf
jeglichen Schnörkel verzichtet und die Rute auf
Haltbarkeit und Robustheit ausgerichtet. Das ganze in
mystisch, schwarzer Optik …. einfach nur GEIL!!! Auch
Mario war schnell von dieser Idee überzeugt und dann habe
ich die Teile an vielen, langen Winterabenden aufgebaut.
Heute bin ich sehr froh, dass wir uns für diesen Weg
entschieden haben. Sie sind noch besser geworden, als
gedacht.
Doch nun zurück an die
Petite zu meinem Drill ...
„Ich bekomme den Fisch einfach nicht bei, kann nix
machen“ rufe ich Mario mit krampfiger und mittlerweile
kraftloser Stimme zu. Ich will, dass es zu Ende ist und
beginne mit letzter Kraft noch stärker zu ziehen und noch
etwas mehr. Endlich bemerke ich, dass sich das schwere
Etwas langsam vom Boden löst und ich Zentimeter für
Zentimeter Schnur zurückgewinne. Ich schwitze und spüre
deutlich die Milchsäure im ganzen Körper.
Er kommt immer näher und ich bin wirklich sehr
gespannt, wie groß er ist. Mario zieht sich seine
Landehandschuhe an und watet ein paar Meter ins Wasser.
Seine Kopflampe erlaubt uns einen Blick auf das trübe
Wasser, wo sich jeden Moment der Urian zeigen wird. Ein
Schwall und dann geht alles ganz schnell. Mario greift
beherzt zu, einen Moment ist es ganz still, dann höre ich
ihn laut lachen. „Was ist los?“ Mario kommt mit einem
Fisch im Schlepptau zurück ans Ufer.
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Der Fisch ist ein guter 2+ aber kein Riese ...
nicht der erwartete Gigant jenseits der
100 kg Marke. In seiner anderen Hand hält Mario meinen
Seaboom fest. An ihm befindet sich immer noch die
Abreißleine und auch der Stein. „Respekt Alter“ höre ich
ihn schreien. „Ein 2+ samt Bojenstein gegen die harte
Strömung muss dir erstmal einer nachmachen. Und eines ist
gewiss ... DIE SCHWARZE HÄLT!!!“ Und sie hat wirklich
gehalten.
Nach 9 Tagen Fischen hat die "Schwarze" einige
stattliche Rhonebüffel bezwungen und das Ganze mit
Leichtigkeit und Souveränität. Sie war nie an ihrer Grenze
und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, ein Gerät in der
Hand zu halten, das es auch mit dem „ganz Großen“
aufnehmen kann. Ganz im Sinne des "in Search of the
REAL GIANTS".
Und jetzt interessiert Euch
sicher noch welchen Namen unsere Schwarze trägt ...

Das bedeutet übersetzt Ringgeist, angelehnt an Tolkiens
„Herr der Ringe“. Mario hat es in seinem Bericht
„Faszination Driftfischen“ perfekt beschrieben. In der
kleinen Rhone gibt es ein paar ganz markante Stellen, an
denen die Ringgeister wohnen. Ringgeister sind alte
Fische, über die man sich Legenden erzählt. Die noch nie
bezwungen wurden, aber deren Größe und Kraft beängstigend
und magisch zu gleich ist.
Wenn das Echo dieser Fische auf dem Bildschirm
erscheint wird es immer ganz still im Boot und die
Hoffnung, dass er jeden Moment kommt, der ersehnte Biss,
bewirkt Gefühle, die ich mit Worten nicht beschreiben
kann. Es wäre immer nur ein Versuch und ein Abklatsch
dessen, wie es sich wirklich anfühlt. Und mit der "Nazgul"
haben wir jetzt ein Werkzeug, um die Ringgeister mit ihren
eigenen Waffen zu schlagen. Unbeugsame Kraft und ein Hauch
von Magie !!!
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Daten:
- CONOFLEX Blank, gekürzt auf 3.05 Meter
(verzapft)
- ALPS Zirkonium Laufringe in Schwarz 9 Stück
(08-40)
- ALPS Spitzenring SUZT in Schwarz
- Schraubrollenhalter FUJI Heavy Duty 26er
- Fester Duplon für Vor- und Rückgriff
- Schwarze Gummiabschlusskappe
- Gudebrot Bindegarn in Schwarz/ Stärke D –
gebaut mit Unterwicklung
- Kein Windincheck
- 4fach Lackierung
In diesem Sinne ...
Euer
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