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Clantalk vom Juli 2010

 

 

In unserer Rubrik "Clantalk" wollen wir die Meinungen verschiedener Gesprächspartner einholen, um deren unterschiedlichen Ansichten zu ganz bestimmten Themen zu diskutieren. Im Monat Juli geht es diesmal um dieses Thema.
 

"Ist die Größe entscheidend, oder gibt es für euch auch andere Aspekte die erfolgreiches Wallerfischen ausmachen ?"

 


 
Peter Hödl von Wallerteam Austria

Ist die Größe entscheidend was das Wallerfischen betrifft ? Eine gute Frage, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, fängt man denke ich lieber einen grossen Fisch als einen kleinen, vor allem wenn man schon mal das Glück hatte einige größere Kaliber zu landen. Am Anfang meiner "Wallerfischerkarriere" war ich bestrebt überhaupt mal einen dieser geheimnisvollen Fische an die Leine zu bekommen, die Größe war dabei nebensächlich. Alleine den Fisch überlistet und zum Anbiss verleitet zu haben, war schon Befriedigung genug.
 
Heute muss ich ehrlich gestehen...
 

dass wenn mir ein Meterstutzen am Po die Montage abräumt leichter Missmut aufkommt. Es hätte ja durchaus ein besserer Waller beissen können. Irgendwie sollte man sich wohl wieder an die Anfänge zurück erinnern und sich auch über kleinere Fische freuen.

Grundsätzlich kann man die Größe des beissenden Fisches kaum beeinflussen, ich hatte schon Attacken von Wallern unter einem Meter auf Köderfische der 2 Kilo+ Klasse.


Von daher ist in meinen Augen der Angler erfolgreich, der beständig seine Fische fängt, womöglich auch noch an verschiedenen Gewässern. Eine Granate zu fangen, kann jedem passieren. Beständig fangen tun in aller Regel nur die, die auch was von der Materie verstehen.

 


In diesem Sinne wünsche ich euch Freude an jedem Waller, vielleicht ist ja der Nächste dann der ganz Grosse!



LG

Peter Hödl

 



 

Johannes Martin von Clan Silure

Oft hört man von Fangmeldungen von 2+++ Fischen, die als wahre Monster angepriesen und gefeiert werden und mit beeindruckenden Fotos der Öffentlichkeit präsentiert werden. Angebote von Camps, die "Sie zu Ihrem Traumfisch" bringen wollen machen die Runde. Dies sind alles Punkte, die in meinen Augen die Realität oder besser gesagt den Welsangelalltag etwas verzerren.
 
Jeder Neueinsteiger geht mit der Erwartung...
 

ans Wasser jetzt die Großmutter der Ursau zu fangen und ist dementsprechend enttäuscht wenns nicht auf Anhieb hinhaut. Daran zerbrechen Viele, da sie sich so unter Druck setzen einen "BigFish" fangen zu müssen, dass ihnen der Blick fürs Wesentliche verloren geht und sie deshalb früher oder später den Spaß an der Welsangelei verlieren.


Meiner Meinung nach ist es egal wie groß der Fisch ist, der nach dem Biss am Band zappelt. Natürlich ist es geiler einen großen Waller aus der Tiefe zu pumpen, als sich mit einem Halbstarken zu messen und klar ist so ein Riese immer etwas ganz Besonderes, aber letztendlich zählt für mich jeder Fisch gleich. Ein Fisch von 90cm bestätigt mir genauso wie ein 2,20m, dass ich alles richtig gemacht habe. Scheinbar hab ich die momentan herrschende Situation richtig eingeschätzt und richtig reagiert, was mir am Ende den Erfolg brachte. Und diese Bestätigung ist es, was mich zufriedenstellt. Wer oft genug am Wasser ist, wird gar nicht um einen Großen herumkommen und früher oder später poltert's dann so richtig im Gebälk.

 

Also immer locker und alles mitnehmen was kommt, dann kann man sich auch über die "kleinen Dinge" im Leben freuen und hat dauerhaft Spaß an seiner Passion.



Gruß

Hannes


 



 

Martin Schneider von Clan Silure

Für mich ist die Größe meines Fanges eher zweitrangig. Im Vordergrund steht die Vorbereitung auf den Angelausflug, ob für wenige Stunden, eine Nacht, oder auch für mehrere Tage. Um einen für mich erfolgreichen Angeltag zu erleben, muss ich mit dem Wissen am Gewässer sein alles perfekt vorbereitet zu haben.
 
Das fängt bei der Rute an...
 

und hört beim Mückenspray auf. Ich stimme mein Tackle auf die zu erwartende Situation am Wasser ab. Mit dieser Gewissheit im Vorfeld, alles für den zu erwartenden Fang getan zu haben, kann ich mich dann beruhigt in den Stuhl setzten und auf den Biss warten.

Denn nur wenn das Tackle passt kann auch der Große kommen. Einfluss auf das was beisst hat man sowieso in den wenigsten Fällen. Und ob da jetzt ein Waller von unter 1 m oder ein Waller von über 2 m beisst, ist für mich wirklich zweitrangig. Im Vordergrund steht der Spass am Angeln und das Erleben der Natur.


Nur Angeln zu gehen um meinen persönlichen Rekord zu brechen und mich damit brüsten zu müssen, nein danke, dann hätte ich dieses schöne Hobby falsch verstanden.

 

Im Vordergrund steht immer die Achtung der Kreatur und der Spaß am Angeln. Wenn dann doch ein großer beisst, ist die Freude darüber natürlich unbeschreiblich.

 

Petri Heil

Martin


 



 

Sven Dombach von Clan Silure

In der heutigen Zeit gilt für viele Bereiche das Motto „höher, schneller, weiter“. Jeder möchte der Beste sein und oftmals bleibt derjenige auf der Strecke, der nicht bereit ist, seine Ellbogen einzusetzen. Auch im Bereich des Fischens und insbesondere im Bereich des Wallerfischens beobachte ich seit geraumer Zeit eine Entwicklung, die mich zum Nachdenken anregt. Genau aus diesem Grund habe ich meinen Teamkollegen auch dieses Thema für die aktuelle Clantalkrunde vorgeschlagen. Alle waren sich einig, dass darüber diskutiert werden sollte.
 
Die Foren und sonstigen Medien...
 

sind mittlerweile vollgestopft mit „2 Meter +++ Fischen“. Jeder fängt sie und es scheint ein Kinderspiel zu sein, egal an welchem Gewässer. Mittlerweile wird ein Fisch knapp über 2 Meter eher müde belächelt, als seinem Fänger zu gratulieren und dies respektvoll anzuerkennen. Unsere Scene ist angefressen von Neidern, Dummschwätzern und Internet-anglern, die in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie erfahren haben, wie Wallerschleim wirklich riecht. Es sind reine Theoretiker und eine anglerische Praxis ist nicht vorhanden.


Ich denke jeder Fischer sollte für sich persönlich seine Maßstäbe bestimmen und sich auf keinen Fall unter Druck setzen. Natürlich ist es vollkommen legitim, wenn man als Ziel den Fang eines 2 Meterfisches definiert. Natürlich geht keiner Fischen, um regelmäßig kleine Fische zu fangen. Auch bei mir ist das nicht anders. Wichtig finde ich dabei nur, dass man das immer realistisch und bodenständig betrachtet. Zum einen hat der Fischer keinen direkten Einfluss auf die Größe des beißenden Fisches und zum anderen muss auch immer das Gewässer mit in die Diskussion einbezogen werden, aus welchem dieser Fisch stammt. Z.B. freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich aus meinem Heimatgewässer einen 1,40er überliste, obwohl ich weiß, dass dieser im Vergleich z.B. mit einem Pogiganten ein Fisch aus der Krabbelgruppe ist.

Meine Zielsetzung beim Wallerfischen ist es, regelmäßig Fische zu fangen und ich würde mich sehr wohl als einen akribischen und zielorientierten Angler bezeichnen. Wer regelmäßig Fische fängt, wird auch immer wieder mal einen Großen dabei haben. Die Qualität und Faszination des Fischens hängt für mich aber auf keinen Fall an einer Mindestgröße. Wenn man die Zielsetzung verfolgt immer nur große Fische zu erbeuten, dann wird man beim Fischen sehr oft Enttäuschungen erleben, nämlich immer dann, wenn das Maßband wieder einmal „nur“ 1,42 und nicht 2,96!!! anzeigt. Das wäre sehr schade und man würde wesentliche Dinge außer Acht lassen.

Wirklich wichtig ist für mich die Harmonie mit dem Angelkollegen, die Natur und ganz besonders das Bestehen in unvorhersehbaren Situationen, die beim Wallerfischen passieren. Mein Freund Mario sagt immer zu Recht: „Wenn beim Wallerangeln etwas schief gehen kann, dann geht`s schief“. Und wenn das Meistern solcher schwierigen Momente noch mit einem Fisch belohnt wird, ist das ein wunderschönes Gefühl, ganz egal wie groß dieser Fisch ist. Wer es schafft sich selbst freizumachen von dem Zwang ständig große Fische zu fangen, der wird auch in der Lage sein, sich aus ganzem Herzen über die Fänge der Kollegen zu freuen.

 

Für mich persönlich ist es eine wundervolle Emotion, wenn ich spüre, dass die Freude von meinem Angelpartner echt ist und zum Glück habe ich solche Menschen an meiner Seite!




In diesem Sinne

Sven Dombach



 



 

Kai Schrödter

Durch die Medien bekommen wir oftmals vermittelt, dass der Weg zu einem Kapitalen nur über Material und Zubehör funktioniert. Viele User, die sich in der Theorie über den Welsfang schlau machen, sei es mit Lektüren oder über Foren sind dann am Gewässer selbst maßlos überfordert. In der Theorie wird einem die Handhabung eines Echolotes genau so wenig vermittelt, wie das Steuern eines Bootes auf dem Gewässer. Vom genauen Auslegen der Montagen einmal abgesehen.
 
Hier überschreiten viele Anfänger ihre Grenzen...
 

und geben oftmals verfrüht auf. Die Welsfischerei boomt – sich in jungen Jahren auf einen Zielfisch festzulegen halte ich für falsch, denn zu einem guten Angler gehört mehr, als der Welsfang! Teilweise sind die Personen am Wasser nicht in der Lage eine Feedermontage zu binden, bzw. sich mit der Feederrute die Köderfische selbst zu fangen. Dies gehört genauso zum Welsfang, wie die nach Jahren aufgebaute Sicherheit die Montagen entsprechend abzulegen.

Die Fischgröße ist für mich nicht entscheidend. Beim Auslegen der Montage und der Platzwahl gebe ich immer 110% - beißt nun ein kleinerer Fisch, ist die Theorie in der Praxis voll aufgegangen. Hat man dann zusätzlich noch das Glück ein entsprechendes Kaliber zu haken, ist das das Sahnehäubchen der Session.


Das Zitat: „Zeit fängt Fisch“ kommt nicht von ungefähr! Wir haben auch gelernt: „Erfolg ist kein Zufall“. Ich denke, es ist eine Symbiose aus Beidem. Zum einen sollte man Zeit am Wasser verbringen, um ein oder das Gewässer auch entsprechend lesen und deuten zu können, zum anderen darf aber nichts dem Zufall überlassen sein, wenn die „Kuh“ einsteigt.



Der Weg ist das Ziel! Genießt Eure Zeit am Wasser, dem Tüchtigen wird Petri entsprechend hold sein – Denn Zeit am Wasser, ist nah am Fisch!



Tight Lines

Kai


 



 

Mario Waldherr


Ist die Größe entscheidend? Für mich definitiv nicht...


Sobald mein Köder im Wasser ist habe ich eigentlich keinen Einfluß darauf wie groß der Fisch ist der hoffentlich beisst. Letztendlich ist der Aufwand zum Fang eines 100 kg Mammuts meistens genau der gleiche wie für den übermotivierten strammen 65cm Teenie, der sich im Anfall von Größenwahn den 35cm Köfi reinzerrt. Daher hat die Größe für mich eigentlich nicht die erste Priorität.

Mir geht es zumindest beim Wallerfischen in erster Linie darum einen Wels zum Biss zu verleiten. Wenn es dann auch noch eine ordentliche Kachel mit mächtig Dampf ist um so besser! Aber mich persönlich reizt es ungemein die Uriane immer wieder aufs Neue mit möglichst vielfältigen Methoden zu überlisten.

Olivier Portrat hat neulich für ziemlich Aufruhr in der Scene gesorgt, da er sinngemäß geäußert hat, dass es keine großartige Leistung ist einen 100 kg Fisch an einem gutem Spot am Po mittels Bojenmontage auszusitzen. Ich bin mir nicht sicher ob ich sein Statement jetzt richtig wiedergebe, aber so habe ich es zumindest verstanden. Sicherlich kann man darüber streiten ob es notwendig ist eine solche Meinung in dieser Form der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit möglicherweise vielen Anglern, die diese Art zu fischen bevorzugen, vor den Kopf zu stossen. Aber grundsätzlich glaube ich zu verstehen was Olivier hier wohl meint. Für mich persönlich ist die Wertschätzung eines von mir gefangenen Fisches tatsächlich stark von der Angelmethode abhängig.
 

Ich liebe das aktive Fischen...
 

vom treibenden Boot auf die Langbartler. Egal ob Spinnfischen, Driftfischen mit oder ohne Clonk oder auch Vertikalangeln. Es gibt für mich nichts aufregenderes! Wenn völlig unverhofft ein Fisch oftmals brachial einsteigt ist das für mich ein ganz anderes Erlebnis als wenn mich nachts ein Biss aus dem Schlafsack reißt und der Fisch sich oftmals schon gehakt hat.

Ich kann mich noch sehr lebhaft an zwei besonders intensive Fangerlebnisse erinnern. Beide Fische waren wirklich keine Riesen, aber die Umstände machen diese Fänge für mich besonders.

Diesen Fisch überlistete ich beim nächtlichen Spinnfischen im großen Weiher in Braunfels. Ich hatte mehrere Nächte bereits ohne jeglichen Biss geblinkert bis der Arzt kommt. Dennoch war ich mir sicher, dass irgendwann der Knoten platzen muss. Und mein Instinkt und vor allem die Beharrlichkeit zahlten sich aus. In den darauffolgenden Nächten gelang es mir zwei weitere Siluris mit meinem Blinker zu überrumpeln.


Der zweite Fisch wird mir wahrscheinlich auch ewig im Gedächtnis bleiben...
 

Hier handelt es sich um einen Fisch aus dem Po den ich mit Kai beim Klopfen erwischte. Das für mich Besondere an diesem Fisch ist die Tatsache, dass ich ihn mit einem Aal unter Einsatz des Wallerholzes fing. Unter Po-Profis ist diese Kombination offensichtlich der todsichere Weg keinen Waller zu fangen, so wurde mir zumindest gesagt. Dennoch hatten Kai und ich das Gefühl, dass die Bedingungen zum Klopfen optimal waren und er lies motiviert sein „Kalinux“ erklingen.

Beim allerersten Ablassen des Köders stieg der Waller ein, Kai kam nicht einmal dazu mir mitzuteilen, dass mächtig Alarm auf dem Echo zu sehen war. Wir baten unsere Freunde Dirk und Haubi ein Erinnerungsfoto von dem für Kai und mich ganz besonderen Fang zu machen.

 

Die beiden fanden unsere kindliche Freude ...
 

über den Walli offensichtlich eher sonderbar, aber wir waren selig da unser Instinkt uns mal wieder zum Fisch geführt hatte. Die Größe des Wallers war hierbei völlig zweitrangig! Um es auf den Punkt zu bringen, für mich ist ein aktiv gefangener halbstarker Fisch in meiner ganz persönlichen Rankinglist wesentlich mehr Wert als ein Großer den ich stationär erwische, basta.

Ich ziehe natürlich den Hut vor erfahrenen Wallerfischern, die regelmässig kapitale Fische am Band haben und gönn ihnen dies auch von ganzem Herzen. Denn wer ständig Großfisch fängt, fischt definitiv erfolgreich und er weiß was und warum er es tut. Ich wünsche diesen Jungs aber, dass sie auch Freude an nicht so ganz kapitalen Fischen haben. Es wäre sehr schade, wenn sie dieses Gefühl irgendwann verlieren und es nur noch um die Jagd nach dem größtmöglichen Waller geht.



Ich hoffe, dass auch meine Clanbrüder und ich, niemals Opfer der Rekordsucht werden und die Stunden am Wasser weiterhin in vollen Zügen genießen können. Auch wenn mal wieder nur die Krabbelgruppe unsere Köder attackiert...




Aloha

Mario Waldherr



 



 

Frank Müllner von S.I.T. Neckar

Ansitzen auf Waller ist für mich Abenteuer. Das wichtigste für mich ist die richtige Wahl des Tackles. Die Art und Weise wie ich meinen Köder anbiete. Eine Garantie dafür einen Platz zu finden, wo die Großen wohnen gibt es meiner Ansicht nach nicht. Das macht für mich das Wallerfischen so interessant.
 
Für die richtige Platzwahl...
 

muss man ein Stück weit Erfahrung und den richtigen Riecher haben. So weit, so gut. Ich persönlich freue mich über jeden Fisch, denn auch die Kleinen werden mal ganz Groß.

"Ob Groß ob Klein ich "zimmere" sie mit Freude rein."

Die Größe ist für mich dann ausschlaggebend wenn ich an einem Platz ansitze und nur die Kinderschule da ist. Dann wechsle ich den Platz, denn da kommt zu 80% kein Großer mehr nach.


Habe ich Erfolg, weiß ich dass alles richtig war was ich gemacht habe und das zählt bei mir. Irgendwann kommen dann die Großen von ganz alleine ...



Liebe Grüße

Franzl

 



 

Jan Dombach von Clan Silure

Für mich als absoluten Neuling ist es am allerwichtigsten, heutzutage entsprechend Zeit zu finden, um ans Wasser zu kommen. Ich glaube, dass ich dies, auch auf Grund meiner beruflichen Lage, ganz gut realisieren kann.
 
Als ich letztes Jahr das erste Mal...
 

mit meinem Cousin und Clanbruder Sven auf die Jagd ging, war es für mich einfach nur der perfekte Start, einmal dabei sein zu dürfen und zuzuschauen, was in so einer Nacht auf Waller alles passieren kann. Ich hatte nichts mit außer meinem Stuhl und ein paar Klamotten. Dass Sven gerade in dieser Nacht, meiner ersten, einen Hattrick landen musste, war für mich als absoluten Laien fast nicht nachvollziehbar und ich denke noch heute immer wieder gern daran zurück.


Nun ist etwas Zeit vergangen und meine verbrachten Stunden an heimischen Gewässern haben sehr stark zugenommen. Mein persönliches Ziel war es immer, überhaupt mal einen Waller zu haken, zu drillen, zu landen. Dies ist mir nun, dank der Hilfe meines persönlichen Guide´s Sven, doch schon das ein oder andere Mal gelungen. Mir persönlich war und ist die Größe der Fische eigentlich schnurzpiepegal, das wichtigste für mich ist die Tatsache regelmäßig gehen zu können. Und wenn man dann noch ein Prachtexemplar landen darf, ist dies natürlich umso geiler.

An dieser Stelle wünsche ich mir für meinen Clanbruder und Bruder Stefan, dass auch er bald seinen ersten Waller verhaften wird. Ich habe vor gar nicht all zu langer Zeit selber auf meinen ersten Fisch gewartet und war dann überglücklich, als es endlich soweit war.

 

Bald wird es klingeln, da bin ich mir sicher...



Petri

Jan

 



 

Stefan Neureither von Twin-Turner

Gute Frage, die aus meiner Sicht sehr einfach zu beantworten ist. Mit dem Wallerangeln ist es so ähnlich wie bei der Liebe. Größe ist ein Vorteil, aber sicherlich nicht der alleinige Weg zur Befriedigung.
 
Wer in dieses Hobby mit der Maßgabe startet...
 

möglichst nur große Fische zu fangen, wird mit Sicherheit nicht lange Spaß daran haben, dafür sind die anfänglichen Rückschläge einfach zu groß. Wenn ich da an meine Anfangszeiten zurückdenke, im Nachhinein betrachtet hab ich damals einen ziemlichen Mist zusammengeangelt und mächtig Lehrgeld bezahlt. Doch ich bin dran geblieben, weil mich nicht nur der Zwang zum Erfolg angetrieben hat, sondern vor allem die Freude am Wasser zu sein. Wenn man dann noch bereit ist den einen oder anderen Tipp anzunehmen, etwas Experimentierfreude mitbringt und ständig versucht sich zu verbessern, dann stellen sich Erfolg und letztendlich auch die großen Fische zwangsläufig ein.


Was kann es für einen Angler schöneres geben, als wenn die selbst ausgedachte Montage oder Taktik funktioniert, wenn der selbst ausgewählte Spot den Erfolg bringt und alles so läuft wie man es sich vorher ausgemalt hat. Größe und Gewicht sind, zumindest für mich dann erst einmal zweitrangig.

Klar, auch ich fange am liebsten große Fische, gerne auch regelmäßig, doch ich freue mich mindestens genauso sehr, wenn bei einer Klopftour das selbstgebaute Rig einige kleinere Fische bringt. Natürlich fahre auch ich ins Ausland mit dem Ziel, den ein oder anderen „Diggen“ zu fangen, da muss ich mir nichts vormachen. Sollte es dann aber anders laufen als erhofft, dann gibt es für mich noch andere Aspekte die einer Angeltour das Prädikat „besonders wertvoll“ verleihen können – Das Gefühl alles versucht zu haben, eine schöne Natur in Kombination mit Spaß und guten Freunden.

 

Das ist es was zählt! Alles kann, nix muss...



Petri & Grüße

Stefan

 



 

Carsten Zeck von Uni-Cat

Hallo lieber Clan, ein sehr interessantes Thema, das ihr euch da für euren Talk ausgesucht habt. Für mich gibt es definitiv noch andere Aspekte als die Größe, die ein erfolgreiches Wallerangeln ausmachen.

Wenn ich zum Beispiel an der heimischen Saar unterwegs bin, dann weiß ich, dass die Chancen auf einen großen Fisch nicht sehr gut stehen. Ein Waller über 1,80m wäre für dieses Gewässer schon ein Riese, zwei Meter Plus eine wahre Sensation. Trotzdem freue ich mich auch wahnsinnig über kleinere Wallis. Heimatverbundenheit und schöne Abende mit guten Freunden spielen hier mindestens eine genauso große Rolle, wie die Ausmaße des Fanges.

Bei Touren im Ausland muss ich aber schon sagen, dass ich mir üblicherweise vornehme Großwaller zu überlisten. Es macht mich zum Beispiel sehr glücklich, dass ich in diesem Jahr in der Fremde bisher jedes Mal, auch bei Wochenendtrips, mindestens einen Zweimeterfisch auf meiner Habenseite verbuchen konnte.
 

Für meinen alten Vereinskameraden Martin Bremer war die Größe jahrelang nicht entscheidend. Als er aber mit mir zusammen einen 247cm großen Fisch aus der Saone überlisten konnte, sagte er auch nicht nein.

Das faszinierendste am Waller selbst, ist für mich seine Größe und seine Kraft. Verglichen mit anderen heimischen Fischarten spielt er in einer anderen Liga. Bei Exemplaren über 80 Kilo wird die Handhabung bei der Landung und bei Fotos schon langsam kriminell. Gut, dass die Natur nicht noch größere Fische für unsere bevorzugten Gewässer vorgesehen hat. Dann könnte man noch so viel trainieren gehen und wäre in diesen Punkten wahrscheinlich maßlos unterlegen.

Es ist allerdings völliger Blödsinn zu behaupten, dass die Größe der einzige Aspekt ist. Das Wallerangeln hat einfach zu viele Facetten, um wirklich nur auf das angelegte Maßband zu schauen. Besonders die Auslandtrips reißen einen jedes Mal aufs Neue aus dem Alltag heraus, hinein in eine Welt voller Abenteuer.

Mein Fazit: Die Größe ist wichtig, längst aber nicht entscheidend. Die Aussage aber bitte auf´s Wallerfischen beziehen :)
 



In diesem Sinne, allzeit gute Fänge...



Beste Grüße

Carsten

 



 

Thomas Dörr

Ist die Größe entscheidend ? Nein, aber ein gewisse Rolle spielt sie doch !
Auf die Frage, ob die Größe des gefangenen Fisches nun eine Rolle spielt, kann man nicht so einfach eine klare Antwort geben. Einerseits freue ich mich über jeden gefangenen Fisch, denn er ist das Resultat eines guten Planes der sein Ziel erfüllt hat.
 
Weiter muß man die Größe unterschiedlich bewerten

Je nachdem wo man den Fisch gefangen hat. Aber es ist auch mein Ziel große Fische zu fangen, ohne mich dabei dem Zwang dessen zu unterwerfen. Und wenn dann ein Kleiner nach dem anderen nachts die Montagen abräumt oder die knappen Köderfischvorräte dezimiert, verstummen doch irgendwann die Jubelschreie.

Aber man muß sich zu seinen guten Fischen durchangeln und aus den Kleinen werden Große. Deshalb sollten sie auch mit dem entsprechenden Respekt behandelt werden, um ihnen die Chance zum Abwachsen zu geben.


Leider haben in unserer heutigen Zeit viele „Angler“ die Relation zur Größe der Fische verloren, vermutlich weil sie selbst noch nie einen anständigen Fisch selbst gefangen haben und nur die Erfolgsmeldungen anderer lesen. Die Frage, ab wann denn ein Waller nun „groß“ ist, oder so bezeichnet werden kann, wäre schon fast ein eigenes Thema wert.

 

Wallerfischen ist mehr als nur große Fische zu fangen. Aber der Weg ist das Ziel und am Ende des Weges wartet dann ein Dicker ...



Gruß

Thomas "Tomcat" Dörr

 



 

Stefan Dombach von Clan Silure

Servus erst mal, also meiner Meinung nach ist die Grösse des Fisches egal, Hauptsache man fängt irgendwas. Als ich letzte Session oft mit meinem Cousin und Clanbruder Sven und auch mit meinem Bruder und Clanbruder Jan mitgegangen bin, war für mich als Laien klar, dass ich dieses Hobby nie mehr missen will. Wir haben bis heute, ausser ich, schon richtig geile Fische gefangen ob groß oder klein und ich freue mich über jeden Fisch egal von wem. Wenn man was gefangen hat und hat dann noch alles richtig gemacht ist es um so schöner.

 

Ich freue mich über jeden Angeltag den ich erleben darf und in diesem Sinne noch Petri Heil ...
 


Gruß

Stefan

 



 

Jens van Laak

Neben der Grösse der Fische gibt es noch sehr viele Dinge, die zu einem tollen Wallerfischen gehören. Was ist für euch persönlich entscheidend? Jeder setzt dort sicherlich andere Prioritäten. Dinge, die für viele wohl wichtig sind, denke ich, sind neben einer schönen Natur auch Teamgeist und Freundschaft, vielleicht auch Menschen die man kennengelernt hat, oder die Herausforderungen, die man für sich bewältigt hat.
 
So denke ich sehr gerne ...
 

an unseren ersten Schlauchboot Trip vom Team Welsfiber zurück. 2 Neue 5 PS´ler, Zwei 3m Schlauchboote und nur Vermutungen und Informationen anderer über das Gewässer. Nur Waages vor Augen. Es war ein sehr schönes, aber auch anstrengendes Erlebnis, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Da spielt es jetzt mir mich keine große Rolle ob und wieviele 2m + Fische gefangen wurden. Wenn nicht nur Kleine am Start waren.

Bei mir heißt es immer maximale Performance, und nicht nur beim Wallerfischen. Wenn am Abend die Ruten scharf sind, die Knickis leuchten und die Köfis perfekt präsentiert sind, dann ist Entspannung angesagt. Solange bis die Entspannung in volle Anspannung binnen einer Sekunde umschlägt. Adrenalin schießt ins Blut wenn die Ruten sich neigen. I love it!!


Wir sollten immer was von einem Trip mitnehmen!
 

Das ist für mich entscheidend. Sei es wieder etwas über unsere Schleimies gelernt zu haben, eine erholsame und schöne Zeit oder auch tolle Erinnerungsfotos, sei es mit Fischen oder ohne. Mit der Größe ist es so, dass ich mich besonders über gute Fische freue, die zu dem Bestand passen. Wenn ich hier in Deutschland fische, freue ich mich über jeden Waller. Im Ausland sieht es, leider muss ich wohl auch sagen, etwas anders aus. Denn mit dem da aufgefahrenen Tackle macht ein Meterfisch leider nicht so richtig Laune.

Zwar ist dieser Fang eine Bestätigung seines eigenen Tuns, und wenn ich durch den Fang eines Kleinen eine wichtige Erkenntnis erlange, ist alles in Butter. Falls ich aber in einer Nacht einen Kleinen nach dem anderen auf die Matte ziehe, wird die Stelle gewechselt. Wir vom Team Welsfiber fischen halt auf die Größten. Das ist unser Ziel. Gute bis kleine Fische (aus dem Ausland) werden bei uns oft direkt ohne Fotos released. Das ist weniger Aufwand für den Angler und natürlich schonend für den Fisch.
 

Die Wertschätzung jedes Fisches sollte allerdings nie unterschieden werden. Jeder Fisch wird mit Respekt behandelt.




In dem Sinne ...

Tight Lines und ne schöne Zeit!!

 

Jens van Laak

 



 

Daniel Katzoreck von Black Cat/Quantum

Zwei Stunden werfen ohne Biss, vertieft in Gedanken, ich beobachte die Wasservögel am Ufer. Wie von alleine tanzt der Gummi über Grund. Urplötzlich kommt der Einschlag. Bis ins Handteil ist der TOCK zu spüren, ein Anschlagen ist gar nicht mehr möglich, sofort hänge ich im Drill. In einer Millisekunde ist alles mögliche Adrenalin ausgeschüttet. Vom eigentlichen Drill bekomme ich nur Bruchstücke mit, im Nachhinein erinnere ich mich nur über Fotos vom Drill an die harten Schwanzschläge. Der große Wels will natürlich auch noch fotographisch gut in Szene gesetzt werden. Welch eine Tortur für Fänger aber auch für den Fisch. Was danach bleibt ist meist ein erschöpfter Fänger und Fisch.

Viele mögen es nicht glauben, aber beim Spinnfischen ist für mich das genialste Erlebnis, den Biss direkt in der Rute zu spüren. Es ist sogar schon Tage danach passiert, dass ich im Schlaf aufgezuckt bin und den Biss zu 100 % nacherlebt habe. Ich zuckte auf und merkte es war leider nur noch der Traum des erlebten. Der eigentliche Drill ist das Sahnehäubchen.
 

In diesem Zusammenhang will ich auch mal den Satz erörtern, WER VIEL AM WASSER IST FÄNGT VIEL FISCH!
 

Meist kommt der Satz von Leuten die wenig Zeit haben ans Wasser zu gehen und somit auch potentiell weniger Chancen haben einen Fisch zu fangen. Der Satz mag stimmen, wenn jeder Angler die gleichen Vorraussetzungen hätte. Unter Vorraussetzungen zähle ich Fähigkeiten wie:
 

- Gewässer lesen können

Dazu zählen die Strukturen aufgrund von äußeren Umständen zu deuten. Wo gibt es Untiefen, wo sind Scharkanten, wo treibt die Strömung die Nahrung für Kleinfische hin? Auf welches Ufer trifft der Wind?
 

- Den Fisch zu verstehen

Wann und wo nimmt er die Nahrung auf. Spielt die Tagszeit eine Rolle, die Uhrzeit etc.? Welche Faktoren haben allgemein einen Einfluss auf die Aktivität der Welse. Haben sich die Krebse grad frisch gehäutet, und stellen so eine schmackhafte Nahrung dar. Nach was richten sich diese Häutungsphasen? Wann treffen sich die Weißfische zum Laichen und wo? Wann laicht der Zander und stellt so als Nestbewacher eine leichte Beute dar? Wo laicht der Zander? Die Schnecken und Insekten flüchten beim Hochwasser auf die letzten verbleibenden Grashalme, bis sie ganz im Überflutungsgebiet verschwinden und warten darauf vom Wels im 50cm tiefen Wasser gefressen zu werden? Die Welsspezies wissen, dass auch in so flachem Gebiet große Welse jagen, doch ein Normalangler?


Wer das Gefühl für den Fisch, das Gewässer, den Köder und das verwendete Gerät hat ...
 

der wird auch mehr Erfolg haben, egal wie viel Zeit zur Verfügung steht. Ein Wurmangler, der sein Blei tag täglich an die gleich Stelle befördert, wird auf Dauer vielleicht seinen Fisch fangen, aber eben nicht so konstant wie ein Fischer mit dem besagten Feeling. ABER, dieser Wurmbader geht zum Angeln, weil er dort seine Befriedigung findet. Er sucht die Ruhe vor dem Alltag, vielleicht in seiner anglerischen Welt auch die Herausforderung. Fängt dieser Angler, vielleicht ausgestattet mit einer einfachen Teleskoprute und billigen Stationärrolle aus dem Discounter einen Wels von einem Meter, dann ist das für ihn ein Riesenerlebnis.

Erfolgreiches Welsfischen hängt von einem selber ab, denn die Ansprüche an einem selbst sind von Person zu Person unterschiedlich. Ist der einfache Angler von eben zufrieden mit dem was er macht, dann soll er dies ausleben. Vielleicht sieht er sich sogar als Welsangler, genau wie viele von uns auch, die schon 2m Welse gefangen haben. Aber das ist doch auch schön so. Angeln ist kein Wettkampf, auch wenn es manchmal suggeriert wird. Für viele von uns ist es Freizeit und nicht das Jagen nach den entscheidenden Zentimetern.



Für mich ist das erfolgreiche Welsfischen, die Herausforderung den Wels zum Biss zu überlisten!!! Was für eine Größe dabei herauskommt ist erstmal sekundär, sollte es ein Rekordfisch sein wäre es Klasse aber kein Zwang.


 

Viele Grüße

Daniel Katzoreck

 



 

Jochen Moser

Eigentlich hab ich mit der Schleimbrockenfängerei nichts zu schaffen. Ab und an kommt man mit den Welsen eben als Beifang in Berührung, und da bin ich dann immer heilfroh, wenn die Kameraden nicht ganz so gross sind!

Aber: Ich bin leidenschaftlicher Karpfenangler, mit allen dämlichen Angewohnheiten und Macken. Bis auf ein paar Klopfrunden am heimischen Fluss, oder mal aus Langeweile ne Steinmontage an nem französischen Strom, geht bei mir nicht viel Anderes. Zeitmangel - man/n lebt ja auch sonst noch.
Und jetzt gleich mal meine Kernaussage zum Thema:
 

Jeder will grosse Fische fangen!!! Das ist einfach so! Jeder der was anderes sagt, der Lügt. Niemand geht los, mit dem Ziel, kleine Fische zu fangen. Die Menschheit ist einfach auf grösser, weiter, höher, schneller... usw. ausgerichtet. Das Problem ist nur, dass man um die Grossen zu erwischen, sich durch die Kleinen durchfangen muss. Und dabei sollte man sich nun mal vor Augen halten, dass die Kleinen auch mal gross werden, und deshalb einen genau so sorgsamen Umgang verdienen, wie die grossen Fische. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, wird aber gewiss nicht immer praktiziert.

Klar ist es nervig, um halb drei Uhr in der Nacht beim grössten Pisswetter nur mit Socken an den Füssen, die Schuhe waren gerade nicht auffindbar, einen Satzkarpfen abzuhängen. Da kann schon Zorn aufkommen.

Aber mal kurz darüber nachgedacht, wie es einem in der eigenen Jugend erging, und dass man das eine oder andere Mal froh war, nicht gleich bei jedem Unfug den man anstellte, eins auf die Mütze bekommen zu haben. Auch wenn der Halbstarke sämtliche Schnüre vertüttelt, sieht die Sache aus dem genannten Blickwinkel gleich ganz anders aus.



So, das sollte zum Thema mal gesagt sein!



Gruss

Jochen

 



 

Marco Müller

Natürlich freue ich mich wenn ein Kapitaler beißt mehr, als wenn es irgendein Durchschnittsfisch ist, das wird wohl jedem so gehen. Aber das Wallerangeln macht für mich mehr aus als immer nur die größten oder schwersten Fische zu fangen.
 
Erfolg ist das Ziel einer Angelsession ...
 

aber nicht um jeden Preis. Kameradschaft, Erholung und Freude an der Natur stehen klar darüber. Mit Freunden am Wasser sitzen, schön zu grillen und dazu das ein oder andere Bierchen trinken, gehört für mich genauso zu unserem Hobby, wie tagelang intensiv und zielstrebig unter Einschränkung der Hygiene und der geregelten Ernährung dem einen bestimmten Fisch hinterher zu jagen.


Der Weg ist das Ziel, und ein Volltreffer die Krönung des Ganzen ...



Gruß

Marco

 



 

Alwin Roth von Welsjäger Württemberg

Vorweg - die Frage die mich umtreibt wenn ich auf die Wallerhatz geh, ist nie wie groß oder klein, sondern ob ich überhaupt fange (Muahhh) !!!

Nee, im Ernst ... ich behaupte mal - ein, wenn nicht der Grund warum wir uns als Zielfisch den Waller ausgesucht haben ist, daß der Waller nun mal der größte in unseren heimischen Gewässer vorkommende Fisch ist. Alleine darin findet sich schon ein Teil der Antwort auf die Frage; denn einen von diesen GROSSEN will jeder von uns mal an den Haken bekommen - wär´s ned so, würden wir alle nur am Vereinswässerle den Satzkarpfen frönen und wären glücklich und zufrieden.
 

Welsangler sind aber ehrgeizig - wir wollen mehr!!!
 

Hat man sich den Wallervirus einmal eingefangen, kommt man in der Regel nicht mehr davon los, weil Wallerfischen ist mehr als nur große Fische fangen, wie jeder von uns weiß. Alleine die Vorbereitungen bis der Angelplatz gefunden und eingerichtet ist, die Montagen ausgelegt sind, alles paßt, dann das verdiente Waller-Bierchen mit dem Teampartner geschlotzt wird bevor´s ins Nest geht - immer (ok meistens) mit einem wachen Auge. Und dann das Feeling wenn´s rappelt und sich beim Biß die Rute im Halter biegt, dein Puls das Blut in die Adern preßt, du innerhalb eines Wimpernschlages von Null auf Hundert an der Rute bist und zum ersten mal den Fisch spürst ...


Diesen Moment koste ich aus. Es ist nur ein kurzer Moment, in dem ich um mich herum nichts mehr real wahrnehme. Der Fisch und ich. Stille herrscht, da tauche ich ab in eine andere Welt. Das typische Schlagen des Wallers holt mich aber rasch zurück in die Realität und der Tanz beginnt. Relativ schnell wird einem anhand der Gegenwehr klar, ob ein Digger hängt oder eher ein 1+ (meistens). Ich kann mich Gott sei Dank auch noch an so einem "Meterwaller" erfreuen, aber das ganz breite Grinsen beginnt ganz klar dann, wenn das Messergebnis mit 2... anfängt :-)

 

Leider beschleicht mich gelegentlich das Gefühl, daß manchen dieser Geist unserer Passion verloren geht und immer mehr dem Größenwahn verfallen, alle Hemmungen ablegen und losziehen, frei nach dem Motto: MEHR - GRÖSSER - SCHWERER und das um jeden Preis !!!

 

Grüßle an den Clan und ...

Petri Heil

Winne

 

 
 

 

 

 
     
 

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