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von Thomas Dörr

 

 
Multirollen Shimano Tyrnos  30 / 20 / 16

Wie bei vielen anderen, die das Wallerfischen schon lange betreiben und auch viel in Spanien gefischt haben, benutzte ich in der Anfangszeit hauptsächlich Multirollen. Das waren bei mir damals Penn 309 M, sehr einfache, aber robuste und zuverlässige Rollen. Wie viele andere auch, wechselte ich dann auf Stationärrollen, die in mehr oder weniger brauchbarer Qualität als „Wallerrollen“ auf den Markt kamen. Grund hierfür waren u.a. einfacheres Handling und mehr Komfort.

Ich fische und fischte dabei sehr gute Rollen, die aber speziell bei der Schnurfassung an ihre Grenzen gestoßen sind. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einer Rolle die speziell auch zum Distanzfischen geeignet ist und somit eventuell den entfernt liegenden Hotspot in greifbare Nähe bringt. Bei dieser Suche stieß ich auf die Shimano Tyrnos 30. Die Argumente der Gegner von Multirollen hört man immer wieder, obwohl sich die Zeiten geändert haben. Aussagen wie „da kurbelt man sich den Wolf“ oder „wenn der Fisch auf dich zu schwimmt, kannst du die Spannung nicht halten“ sind recht häufig.

Ich sage dazu nur, alles Quatsch, wenn man die richtigen Rollen einsetzt. Ich fische nun schon mehrere Jahre verschiedene Größen der Shimano Tyrnos. War es zuerst nur die Tyrnos 30 zum Fischen auf große Distanzen, so wurde mittlerweile das Equipment um Tyrnos 16 und Tyrnos 20 ergänzt. Da ich sowohl Multi-, als auch Stationärrollen verwende, kenne ich die Vor- und Nachteile beider Rollentypen sehr gut.
 

Ich möchte hier nun aber nur auf die Multirollen, speziell Shimano Tyrnos, eingehen ...

Die Nachteile sind eigentlich recht gering. Man muss sich anfangs etwas umstellen, wenn man Stationärrollen gefischt hat, da die Rolle nun auf der Rute oben sitzend gefischt wird. Weiter muss man etwas auf die Schnurverlegung achten und diese mit dem Daumen oder ggf. auch nur durch leichtes seitwärts Kippen der Rute korrigieren. Als Tipp sei dem Neuling hier geraten, die Rollen nicht mit maximaler Kapazität zu bespulen. So kann auch etwas unregelmäßiger Befüllung, wenn man z.B. im Drill abgelenkt ist, nichts passieren. Die Umstellung von Stationär- auf Multirolle wird hier leichter fallen, als man es erwartet.
 

Die Vorteile fallen da schon mehr ins Gewicht ...

Es geht beim hohen Fassungsvermögen los. Die Schnur meines Vertrauens ist die Leitner Super Cat in 0,60mm. Davon bekommt man mehr als 300m auf eine Tyrnos 30. Da kommt keine mir bekannte Stationärrolle mit. Die Bremse der Tyrnos ist ein Traum. Schön laut beim Schnurabzug im Drill und absolut präzise arbeitend. Die maximale Bremskraft der genannten Größen liegt bei 33 lbs. und ist mehr als ausreichend. Entsprechend eingestellt, kann man die Tyrnos dank Schiebebremse auch als Freilaufrolle verwenden, was speziell beim Driftfischen Vorteile mit sich bringt.

Ruten ablegen, wenn man alleine am Wasser ist, fällt mir deutlich leichter mit einer Multi, da ich die Rute mit einer Hand halte und gleichzeitig mit dem Daumen die ablaufende Schnur bremse, während ich mit der anderen Hand das Boot steuere. Mit Stationärrollen wird dann häufig über die geöffnete Bremse ausgelegt. Die Folge ist stark verdrallte Schnur.

Zum Thema „sich den Wolf kurbeln“ : Die Shimano Tyrnos hat einen sehr großen Schnureinzug, d.h. 115 cm pro Kurbelumdrehung. In diesen Bereich kommen sonst nur große Karpfenrollen, wie z.B. die Shimano Big Baitrunner Long Cast. Die großen Stationärrollen zum Wallerfischen, können hier nicht mithalten. Der Griff der Kurbel ist groß und griffig gewählt und liegt sehr gut in der Hand.



Tips und Tricks ...
 
  • Die werkseitige Voreinstellung der Bremse ist zum Wallerfischen zu schwach und muß stärker eingestellt werden. Unter Voreinstellung geht es um die Bremskraft bis zum ersten Anschlag (Strike). Der zweite Anschlag (Full) geht bis zu nahezu vollständiger Schließung der Bremse. Die Einstellung erfolgt, indem man die Bremse vollständig entlastet und an der kleinen Schraube auf der Bremse in Richtung „more“ dreht. Das sollte bereits vor dem Angeln durchgeführt werden.
     
  • Beim Ablegen der Köder, sowie beim Werfen (falls nötig - nicht ganz einfach, aber möglich), muss man den Spulenkern etwas mit dem Daumen abbremsen, damit sich dieser nicht überschlägt. Ansonsten hat man mit einem schönen Schnursalat zu kämpfen.
     
  • Rolle zur Sicherheit nicht maximal befüllen. Dann besteht keine Gefahr, dass die Rolle aufgrund ungleichmäßiger Befüllung durch Unachtsamkeit blockiert.
     
  • Beim Ausfahren der Köder die Ratsche ausschalten. Schont das Gerät und die Ohren der Mitangler. Sobald die Rute im Einsatz ist, d.h. ab dem Einstellen in den Rutenhalter, Ratsche einschalten.

Größen der Shimano Tyrnos und deren Verwendung, sowie deren Schnurfassung:
 

Tyrnos 30: Ansitzfischen incl. Long Range. Schnurfassung liegt bei über 300m Leitner Super Cat 0,60mm.

Tyrnos 20: Ansatzfischen. In den meisten Fällen mehr als ausreichend. Schnurfassung liegt bei ca. 200 – 250 m Leitner Super Cat 0,60mm

Tyrnos 16: Aktive Fischerei (Driften, Klopfen), sowie Bootsfischen. Schnurfassung ca. 150 – 180m Leitner Super Cat 0,60mm
 

Alle Angaben ohne Gewähr.

 




Viel Spaß und dicke Fische ...
 

Euer

 

 

 

 
     
 

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