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Multirollen Shimano Tyrnos 30 / 20 / 16
Wie bei vielen anderen, die das Wallerfischen schon lange
betreiben und auch viel in Spanien gefischt haben,
benutzte ich in der Anfangszeit hauptsächlich Multirollen.
Das waren bei mir damals Penn 309 M, sehr einfache, aber
robuste und zuverlässige Rollen. Wie viele andere auch,
wechselte ich dann auf Stationärrollen, die in mehr oder
weniger brauchbarer Qualität als „Wallerrollen“ auf den
Markt kamen. Grund hierfür waren u.a. einfacheres Handling
und mehr Komfort. |
| Ich fische und fischte dabei sehr gute
Rollen, die aber speziell bei der Schnurfassung an ihre
Grenzen gestoßen sind. Deshalb machte ich mich auf die
Suche nach einer Rolle die speziell auch zum
Distanzfischen geeignet ist und somit eventuell den
entfernt liegenden Hotspot in greifbare Nähe bringt. Bei
dieser Suche stieß ich auf die Shimano Tyrnos 30. Die
Argumente der Gegner von Multirollen hört man immer
wieder, obwohl sich die Zeiten geändert haben. Aussagen
wie „da kurbelt man sich den Wolf“ oder „wenn der Fisch
auf dich zu schwimmt, kannst du die Spannung nicht halten“
sind recht häufig.
Ich sage dazu nur, alles Quatsch, wenn man die
richtigen Rollen einsetzt. Ich fische nun schon mehrere
Jahre verschiedene Größen der Shimano Tyrnos. War es
zuerst nur die Tyrnos 30 zum Fischen auf große Distanzen,
so wurde mittlerweile das Equipment um Tyrnos 16 und
Tyrnos 20 ergänzt. Da ich sowohl Multi-, als auch
Stationärrollen verwende, kenne ich die Vor- und Nachteile
beider Rollentypen sehr gut.
Ich möchte hier nun aber
nur auf die Multirollen, speziell Shimano Tyrnos, eingehen
...
Die Nachteile sind eigentlich recht gering. Man muss
sich anfangs etwas umstellen, wenn man Stationärrollen
gefischt hat, da die Rolle nun auf der Rute oben sitzend
gefischt wird. Weiter muss man etwas auf die
Schnurverlegung achten und diese mit dem Daumen oder ggf.
auch nur durch leichtes seitwärts Kippen der Rute
korrigieren. Als Tipp sei dem Neuling hier geraten, die
Rollen nicht mit maximaler Kapazität zu bespulen. So kann
auch etwas unregelmäßiger Befüllung, wenn man z.B. im
Drill abgelenkt ist, nichts passieren. Die Umstellung von
Stationär- auf Multirolle wird hier leichter fallen, als
man es erwartet.
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Die Vorteile fallen da schon mehr ins Gewicht ...
Es geht beim hohen Fassungsvermögen los. Die Schnur meines
Vertrauens ist die Leitner Super Cat in 0,60mm. Davon
bekommt man mehr als 300m auf eine Tyrnos 30. Da kommt
keine mir bekannte Stationärrolle mit. Die Bremse der
Tyrnos ist ein Traum. Schön laut beim Schnurabzug im Drill
und absolut präzise arbeitend. Die maximale Bremskraft der
genannten Größen liegt bei 33 lbs. und ist mehr als
ausreichend. Entsprechend eingestellt, kann man die Tyrnos
dank Schiebebremse auch als Freilaufrolle verwenden, was
speziell beim Driftfischen Vorteile mit sich bringt.
Ruten ablegen, wenn man alleine am Wasser ist, fällt
mir deutlich leichter mit einer Multi, da ich die Rute mit
einer Hand halte und gleichzeitig mit dem Daumen die
ablaufende Schnur bremse, während ich mit der anderen Hand
das Boot steuere. Mit Stationärrollen wird dann häufig
über die geöffnete Bremse ausgelegt. Die Folge ist stark
verdrallte Schnur.
Zum Thema „sich den Wolf kurbeln“ : Die Shimano Tyrnos
hat einen sehr großen Schnureinzug, d.h. 115 cm pro
Kurbelumdrehung. In diesen Bereich kommen sonst nur große
Karpfenrollen, wie z.B. die Shimano Big Baitrunner Long
Cast. Die großen Stationärrollen zum Wallerfischen, können
hier nicht mithalten. Der Griff der Kurbel ist groß und
griffig gewählt und liegt sehr gut in der Hand. |
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Tips und Tricks ...
- Die werkseitige Voreinstellung der Bremse ist zum
Wallerfischen zu schwach und muß stärker eingestellt
werden. Unter Voreinstellung geht es um die Bremskraft
bis zum ersten Anschlag (Strike). Der zweite Anschlag
(Full) geht bis zu nahezu vollständiger Schließung der
Bremse. Die Einstellung erfolgt, indem man die Bremse
vollständig entlastet und an der kleinen Schraube auf
der Bremse in Richtung „more“ dreht. Das sollte bereits
vor dem Angeln durchgeführt werden.
- Beim Ablegen der Köder, sowie beim Werfen (falls
nötig - nicht ganz einfach, aber möglich), muss man den
Spulenkern etwas mit dem Daumen abbremsen, damit sich
dieser nicht überschlägt. Ansonsten hat man mit einem
schönen Schnursalat zu kämpfen.
- Rolle zur Sicherheit nicht maximal befüllen. Dann
besteht keine Gefahr, dass die Rolle aufgrund
ungleichmäßiger Befüllung durch Unachtsamkeit blockiert.
- Beim Ausfahren der Köder die Ratsche ausschalten.
Schont das Gerät und die Ohren der Mitangler. Sobald die
Rute im Einsatz ist, d.h. ab dem Einstellen in den
Rutenhalter, Ratsche einschalten.
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Größen der Shimano Tyrnos und deren Verwendung, sowie
deren Schnurfassung:
Tyrnos 30: Ansitzfischen
incl. Long Range. Schnurfassung liegt bei über 300m
Leitner Super Cat 0,60mm.
Tyrnos 20: Ansatzfischen. In den meisten
Fällen mehr als ausreichend. Schnurfassung liegt bei ca.
200 – 250 m Leitner Super Cat 0,60mm
Tyrnos 16: Aktive Fischerei (Driften,
Klopfen), sowie Bootsfischen. Schnurfassung ca. 150 – 180m
Leitner Super Cat 0,60mm
Alle Angaben ohne Gewähr.
Viel Spaß und dicke Fische ...
Euer |
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